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Sportbuzzer Grit Onnen lebt für den Rollkunstlauf
Sportbuzzer Grit Onnen lebt für den Rollkunstlauf
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19:11 28.07.2016
Die Trainer Grit Onnen und Norbert Kathöfer (hinten rechts) mit ihren Schützlingen auf der Anlage an der Heinrich-Mann-Allee. Quelle: Foto: Verein
Potsdam

„Sternchen auf Rollschuhen gesucht“ war 1990 ein Artikel in dieser Zeitung überschrieben, der Grit Onnen, damals elfjährig, zum Rollkunstlauf beim ESV Lok Potsdam brachte. Und sie ist bis heute dabei geblieben.

Schnell lernte sie, sich auf den vier Rollen geschickt zu bewegen und zu springen. Die Drehungen heißen wie beim Eiskunstlauf Pirouetten, die Sprünge Lutz oder Rittberger. Grit Onnen, seit Jahren Trainerin und Wertungsrichterin, schwärmt über ihren Sport: „Das ist ein Mix aus allem: Bewegung, Kraft, Ausdauer, Koordination und Musikalität.“ Und nicht zuletzt sind über den Verein viele Freundschaften entstanden. „Wir sind wie eine große Familie, nicht nur bei Lok Potsdam, sondern auch deutschlandweit. Man kennt sich über die Jahre. Rollkunstlauf ist eben eine Randsportart.“

Mit den Sanssouci Diamonds zur Deutschen Meisterschaft

Mittlerweile trainieren bis zu 60 Läufer bei Lok auf der Anlage an der Heinrich-Mann-Allee. Sieben Trainer kümmern sich um die einzelnen Gruppen, die von den fünfjährigen Anfängern bis zur Hobbygruppe reichen. „Bei uns sind Leistungs- und Breitensport vereint“, erzählt Grit Onnen, die bei der Stiftung Schlösser und Gärten in der Marketingabteilung arbeitet. Viermal in der Woche steht sie auf den Rollen, kann den Kleinen die Übungen vormachen. Schließlich ist sie selbst noch aktiv, belegte jüngst mit dem Quartett „Sanssouci Diamonds“ Platz sechs bei den Deutschen Meisterschaften. „Afrika“ war ihr Musiktitel, die Damen liefen als fesche Wildkatzen kostümiert auf ihren Rollen die Kür. „Synchron zu laufen, erfordert viel Training“, gibt sie zu.

Die Kinder einfach an die Hand nehmen

Aber die 36-Jährige, deren Mann Oracio de Palo aus der Rollkunstlauf-Hochburg Italien stammt und gleichfalls als Trainer im Verein tätig ist, gibt ihre Begeisterung liebend gern an die Kinder weiter. „Um den Kids die ersten Sprünge beizubringen, nehme ich sie an die Hand.“ Und wie ist das mit dem Fallen auf die harte Betonfläche? „Das lernt man ganz schnell und weiß sich rechtzeitig abzufangen. Beim Sport passieren die wenigsten Verletzungen“, berichtet die Trainerin, die für ihr Ehrenamt unter anderem die Ehrenmedaille des Landessportbundes erhielt. Für ein von den Rollkunstläufern mit Rollstuhlfahrern einstudiertes Programm bekam der Verein den bronzenen „Stern des Sports“.

Schnuppertraining während der Ferien

Neben den Wettkämpfen – vier- bis fünfmal sind die Rollkunstläufer pro Halbjahr „on Tour“ sogar bis nach Dänemark – treten die Sportler auch bei Veranstaltungen auf. „Wir werden zu diversen Partys gebucht“, erzählt Grit Onnen. „Als Getränke-Serviererinnen auf Rollschuhen im 80er Jahre Outfit sorgen wir zum Beispiel für Aufmerksamkeit. Da können wir viele Show-Programme anbieten.“ Alle zwei Jahre lädt der Verein zum Sanssouci-Pokal. Mangels passender Sporthalle mit einem geeigneten Hallenboden hat Lok die norddeutschen Meisterschaften in Wolfsburg ausgerichtet. Deshalb kämpfen Grit Onnen und ihre Mitstreiter auch darum, dass die Außenanlage an der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee erhalten bleibt. Denn die 40 mal 20 Meter große Bahn ist gut ausgelastet, auch jetzt während der Ferien werden montags und mittwochs 17 Uhr Schnupperkurse angeboten.

Von Peter Stein

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