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Sportbuzzer Torgarant Hans Lindberg will nächsten Titel
Sportbuzzer Torgarant Hans Lindberg will nächsten Titel
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19:06 15.05.2019
Hans Lindberg hat in dieser Saison bereits 144 Tore in der Bundesliga für die Füchse Berlin erzielt. Quelle: Foto: Jan Kuppert/dpa
Berlin

Wenn der Spot angeht in der Sparkassen-Arena in Kiel, wird es kribbeln. Auch nach so vielen Auftritten auf der ganz großen Bühne, die Hans Lindberg inzwischen absolviert hat. „Natürlich ist so ein Final Four etwas ganz Besonderes für mich“, sagt der 37-Jährige, „ich freue mich, dass wir um einen Titel kämpfen und die Spiele, in denen es um alles geht, machen ganz besonders viel Spaß.“ Im Handballtempel des THW Kiel werden die Füchse im Halbfinale des EHF-Pokals am Freitag auf Porto treffen (20.45 Uhr), der zweite Endspielteilnehmer wird im Duell zwischen dem Gastgeber und dem dänischen Club Holstebro ermittelt (18 Uhr). Einen Tag später finden das Spiel um Platz drei und das Finale (18 Uhr/20.45 Uhr) statt.

Für die Füchse, den Titelverteidiger, der vor Kurzem im DHB-Pokal-Halbfinale ausgeschieden und in der Bundesliga nach einer Negativphase auf den sechsten Platz abgerutscht ist, ist die Endrunde die Chance, mit einem Titel eine zuletzt holpernde Saison zu reparieren. Hans Lindberg könnte seine Trophäensammlung um einen Titel erweitern, nachdem er Anfang des Jahres bereits den Weltmeistertitel mit der dänischen Nationalmannschaft erkämpft hatte. Der Däne hat inzwischen mehr persönliche Auszeichnungen wie Allstar-Nominierungen und große Titel (unter anderem Siege bei der WM und der EM, im EHF-Pokal, in der Bundesliga und in der Champions-League) gesammelt, mehr Glamour und sportlichen Glitter angehäuft, als manch ein Traditionsverein.

144 Tore in dieser Bundesliga-Saison

Aber auch die aktuellen Zahlen sind beeindruckend: Lindberg ist trotz seines Alters kein Joker, der wegen seiner Erfahrung in kritischen Situationen ins Getümmel geworfen wird, sondern ein Dauerbrenner und der Toptorschütze der Füchse: 144 Bundesliga-Treffer (72 Feldtore, 72 Siebenmeter) erzielte der Linkshänder in dieser Saison – ligaweit der neuntbeste Wert aller Akteure.

1999, als Lindberg im Trikot des Team Helsinge sein Debüt in der höchsten dänischen Liga gefeiert hatte, war der Euro noch nicht eingeführt worden, Gerhard Schröder hatte erst im Jahr zuvor das Amt des Bundeskanzlers angetreten. In seiner Jugend hatte Lindberg zunächst Fußball gespielt und viele Sportarten wie Tennis oder Karate ausprobiert, dann aber endgültig beim Handball Fuß gefasst. Wie schon seine Eltern, die aus Island nach Dänemark eingewandert waren und diesen Sport betrieben hatten. Hans Lindbergs Mutter lief sogar für die isländische Fußball- und Handballnationalmannschaft auf.

Seit 2016 bei den Füchsen

Von 2005 bis 2007 spielte der 1,88 Meter große Lindberg bei Viborg HK und von 2007 bis 2016 beim HSV Hamburg. Anschließend wechselte der Rechtsaußen nach Berlin. In den beiden vergangenen Jahren war er Torschützenkönig des EHF-Cup-Wettbewerbes.

Es kribbelt trotzdem noch bei Hans Lindberg: Die Begeisterung für seinen Sport, kombiniert mit außergewöhnlich geeigneten Genen sind vermutlich ein wichtiger Grund für die ungewöhnlich lange Karriere in einer Sportart mit einer enormen physischen Beanspruchung.

Im Sommer 2021, wenn der Vertrag bei den Füchsen ausläuft, könnte die Rundreise des zweifachen Vaters durch die Handball-Arenen sogar noch weitergehen: „Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Ich muss mal schauen, was der Körper und Kopf dann machen, aber wenn alles so wie jetzt ist, sehe ich keinen Grund, aufzuhören“, sagt Lindberg.

Von Lars Sittig

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