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Sportbuzzer Neun Spieler vor Pokal-Duell mit Ex-Verein Füchse
Sportbuzzer Neun Spieler vor Pokal-Duell mit Ex-Verein Füchse
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18:15 15.08.2018
2014 gewann Darius Krai (l.) mit Trainer Bob Hanning die Deutsche Meisterschaft in der A-Jugend mit den Füchsen Berlin.
2014 gewann Darius Krai (l.) mit Trainer Bob Hanning die Deutsche Meisterschaft in der A-Jugend mit den Füchsen Berlin. Quelle: foto: Camera 4/imago
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Oranienburg

Die ersten Gedanken, als Darius Krai von der Auslosung erfahren hatte, waren eine Mischung aus Vorfreude über den Glamourfaktor des Kontrahenten und sportlichem Realismus: „Auf der einen Seite freut man sich natürlich“, sagt Darius Krai, der Rückraumspieler des Oranienburger HC, „dass man gegen so einen Gegner wie die Füchse Berlin spielen darf. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schade, nicht vielleicht gegen einen Zweitligisten zu spielen, wo die Wahrscheinlichkeit vielleicht höher gewesen wäre, den Gegner zu schlagen.“

So aber ist beim DHB-Pokal-Erstrundenduell am Sonnabend (Start: 15 Uhr, Emshalle Emsdetten, Nordrhein-Westfalen) zwischen dem Drittligisten aus Oberhavel und dem aktuellen EHF-Cup-Sieger eine Überraschung wegen der hohen Scorezahlen beim Handball so wahrscheinlich wie ein Hole in One mit einem Medizinball. Für Krai und seine Teamkollegen Robin Manderscheid, Nils Müller, Janis Bohle, Paul Otto, Dennis Schmöker und Christoph Genilke, Linus Dömeland sowie Dominic Kehl, die ebenfalls früher beim Club in der Hauptstadt spielten, kommt es beim Erstrundenturnier sozusagen zu einer Art Begegnung mit der sportlichen Heimat weit in der Ferne.

Eigene Arena im Umbau

Der OHC hatte die Ausrichtung des Erstrunden-Turniers absagen müssen, da die heimische MBS-Arena die Mindestkapazität von 1000 Zuschauern nicht erfüllt und zum Zeitpunkt der Spiele Umbaumaßnahmen in der Halle stattfinden. Das zweite Halbfinale bestreiten ab 18 Uhr Gastgeber TV Emsdetten und der TuS N-Lübbecke (beide zweite Bundesliga). Der Endspielsieger zieht in die zweite Pokalrunde ein.

„Natürlich ist es für mich persönlich noch zusätzlich ein besonderes Spiel“, sagt der 23 Jahre alte Rechtshänder Krai, „weil ich bei den Füchsen mit zwei Deutschen A-Jugend-Meisterschaften meine größten Erfolge gefeiert habe. Außerdem durfte ich zuletzt in der zweiten Männer bei den Füchsen noch mal zurück kommen, auch wenn es für den Profibereich noch nicht gereicht hat.“

Zweite Karriere in der dritten Liga

Eine Rückkehr von der Rückkehr quasi: In der vergangenen Saison hatte Krai bei den Füchsen in der Oberliga gespielt und kehrte jetzt zum OHC zurück, für den er bereits in der Rückserie der Saison 2015/16 auflief. Mit Krai ist die Fraktion der Ex-Füchse in Oberhavel auf stattliche neun Akteure angewachsen. Wie viele Vereine in der Region profitiert der Club von den gut ausgebildeten Talenten, die nicht den Sprung ins Profiteam schaffen. In den vergangenen beiden Jahren war der OHC neben dem 1. VfL Potsdam die einzige Anlaufstelle in der Region, um Drittliga-Handball zu spielen – jetzt allerdings ist die Füchse-Reserve zurückgekehrt in die dritthöchste Spielklasse. Doch trotz der neuen sportlichen Alternative punkten Clubs wie der OHC mit dem Privileg, in der ersten Mannschaft eines Vereins und wie in Oranienburg sogar bei einem sportlichen Flaggschiff der Region zu spielen. „Das hat natürlich seinen ganz besonderen Reiz“, sagt Krai.

Füchse sind klarer Favorit

Genauso wie ein Pokalduell gegen das Starensemble, das es schon vor zwei Jahren gegeben hatte: Damals siegten die Füchse in Wilhelmshaven gegen den OHC mit 41:26. Wie auch immer die nächste Partie ausgehen wird, von der Stärke der Füchse profitieren auch Clubs wie der OHC: „Gerade in Berlin und Brandenburg kann eine Sportart ohne einen Bundesligisten kaum überleben. Auch im Jugendbereich ist ein Bundesligist für alle Vereine extrem wichtig“, so Krai.

Von Lars Sittig