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Sportbuzzer Kanuten und Ruderer vereint im Lob über Naturstrecke
Sportbuzzer Kanuten und Ruderer vereint im Lob über Naturstrecke
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19:02 16.06.2019
Ingo Spelly, Bernd Wenzel und Olaf Heukrodt (v.l.). Quelle: Foto: Stein
Brandenburg/Havel

So viele Olympiasieger trifft man selten auf einmal. Aber beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Regattastrecke Beetzsee in Brandenburg/Havel waren am Samstag die Ikonen des Ruder- und Kanurennsports vereint – und hatten viele Geschichten rund um die traditionsreiche Anlage zu erzählen.

Zum Beispiel die Zwillingsbrüder Bernd und Jörg Landvoigt, die aus der Stadt an der Havel stammen. Ihr Trainer bei der BSG Einheit hatte sie 1965 auf dem Fahrrad entdeckt und zum Rudern gelotst. „Wir haben dann noch Kabelgräben beim Bau der Regattastrecke geschippt, ehe es zum Klub nach Potsdam ging“, erzählten die 68-Jährigen, die im Zweier ohne 1976 und 1980 Olympia-Gold und dazu noch vier WM-Titel gewannen. „Im Vierer mit sind wir beim Training bei viel Wind mal abgesoffen, weil das Boot vollgelaufen war“, schildert Bernd Landvoigt eine Episode.

Auch die Wiege von Kanu-Königin Birgit Fischer, unter anderem achtmalige Olympiasiegerin, stand am Beetzsee. „Das ist mein Hausstrecke und eine der wenigen Naturstrecken weltweit. Für mich hat sie einen ganz besonderen Charme“, sagte sie, schließlich wohnt sie auch heute noch nur einen

Kanu-Ikone Birgit Fischer (l.) mit Ehrenpräsident Manfred Schubert und dessen Frau Christine. Quelle: Peter Stein

Steinwurf entfernt. „Für uns Kanuten fanden hier immer ganz wichtige Regatten statt.“ Und dass die Strecke wegen ihrer Windanfälligkeit bei den Athleten gefürchtet ist, lässt die 57-Jährige nur mit den Schultern zucken. „Wenn die Bedingungen besonders hart waren, war es mir erst recht recht.“ Auch Ruder-Ikone Kathrin Boron-Kölm (49), viermalige Olympiasiegerin und nun bei der Deutschen Sporthilfe in Frankfurt/Main tätig, meinte: „Bei glatter See kann jeder rudern, bei Wellen sieht das schon anders aus.“ Olympiasiegerin Kerstin Hartleib (43, früher Kowalski) erinnerte sich daran, dass sie als Jugendliche auf dem Beetzsee ihren ersten DDR-Meistertitel erruderte und viele Trainingslager dort stattfanden. Auch ihre frühere Erfolgstrainerin Jutta Lau (63) – sie hatte als Aktive ebenso viele Regatten in Brandenburg bestritten – war gekommen und hielt ein Plädoyer auf die Naturstrecke: „Diese Regattastrecke ist nicht kopierbar und ganz sicher eine der schönsten weltweit.“

Die ebenso mit Olympia-Gold dekorierten Canadier-Spezialisten Ingo Spelly (52), der bei Lok Kirchmöser begann, und Olaf Heukrodt (57) plauderten angeregt über alte Zeiten. Spelly traf sogar seinen ersten Trainer Bernd Wenzel (78) wieder. Heukrodt meinte: „Hier fanden zu DDR-Zeiten immer die entscheidenden Qualifikationen statt. Wenn du dich auf dem Beetzsee durchgesetzt hattest, dann warst du bei der WM oder Olympia dabei.“

Leichtgewichtsruderin Ronja Fini Sturm hat die mit Millionenaufwand betriebene Modernisierung der Regattastrecke in den vergangenen Jahren

Die LSB-Ehrenplakette für Manfred Schubert (l.) und Hartmut Duif. Quelle: Peter Stein

unmittelbar miterlebt. „Ich bin hier bei jedem Wetter gerudert, egal, ob Frost oder Hitze herrschten. Das ist mein zu Hause“, sagte die 23-Jährige vom RC Havel Brandenburg, die ebenda 2016 bei den Europameisterschaften mit Silber im leichten Doppelzweier ihren größten Erfolg feiern konnte. Am Samstag bekam sie ihre Ernennungsurkunde für das „Team Tokio Land Brandenburg“ von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) überreicht, der eine Laudatio auf Brandenburgs größte Sportstätte hielt und das Regattateam besonders würdigte. Hartmut Duif, Ehrenpräsident das Landesruderverbandes, und Manfred Schubert, Ehrenpräsident des Landeskanuverbandes, erhielten die Ehrenplakette des Landessportbundes.

Jürgen Eschert (77), Olympiasieger von 1964 im Einer-Canadier, hatte indes eine traurige Geschichte parat: „1970 hatte ich hier bei der WM-Qualifikation der DDR-Sportler gerade meinen Vorlauf gewonnen und als ich am Steg anlegte, wurde ich von der Potsdamer Klubleitung vom ASK Vorwärts ,begrüßt’. Mir wurde der sofortige Ausschluss aus dem Klub mitgeteilt. Ich war kurz zuvor bei einer Verkehrskontrolle in Potsdam mit einem T-Shirt der USA-Nationalmannschaft erwischt worden. Ich musste auf der Stelle das Regatta-Gelände verlassen und bin in pitschnassen Klamotten zu meiner Frau ins Auto gestiegen. Das war das Ende meiner Karriere.“ Längst hat er seinen Frieden mit dem Beetzsee geschlossen. „Die Anlage ist super, so kurze Wege gibt es sonst nirgends an der Regattastrecke.“ 2020 werden hier die Junioren-Weltmeisterschaften mit 1200 Athleten aus 70 bis 80 Nationen im Kanu-Rennsport stattfinden.

Von Peter Stein

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