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Sportbuzzer Lauf-Legende Hans Grodotzki feiert 80.
Sportbuzzer Lauf-Legende Hans Grodotzki feiert 80.
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20:52 01.04.2016
Hans Grodotzki am „Walk of Fame“ im Luftschiffhafen. Quelle: Foto: Privat
Potsdam

„Mensch, wie hat sich hier alles verändert“, sagt Hans Grodotzki beim Spaziergang durch das Sportzentrum Luftschiffhafen in Potsdam. Erster Halt ist der in diesem Jahr eröffnete „Walk of Fame“ mit allen olympischen Medaillengewinnern. Grodotzki, der am Montag seinen 80. Geburtstag feiert, steht ganz vorn an. Mit seinen olympischen Silbermedaillen 1960 in Rom über 5000 und 10 000 Meter begründete er den Ruf von Potsdam als Sportstadt.

Dann steht der Jubilar im altehrwürdigen Stadion Luftschiffhafen mit seiner Holztribüne. „Wenn wir hier in den 1950er und 1960er Jahren unsere Abendsportfeste hatten, dann kamen mehrere Tausend Zuschauer. Die Potsdamer Laufschule von Trainer Curt Eins hatte Weltruf.“ Auch Grodotzki war diesem 1958 gefolgt. Der einstige Bergmann aus dem thüringischen Menteroda erinnert sich und zeigt auf den leerstehenden Backsteinbau hinter der großen Anzeigetafel: „Dort oben rechts das Fenster, da war mein Internatszimmer. Das habe ich mir mit den Gehern Hans-Joachim Pathus und Gerhard Adolph (später besser bekannt als Adi von „Mach’ mit, mach’s nach, mach’s besser“/d.A.) geteilt. Früher gab es nicht viel außer Sport, höchstens mal ins Kino gehen.“

Fußball-Fan von Schalke 04

Grodotzki erzählt: „Schon früh morgens bin ich raus und habe vor dem Frühstück barfuß auf dem mit Morgentau bedeckten Rasen ein paar Runden gedreht. Wir haben hart trainiert, meist dreimal täglich.“ Trotzdem hatte der „blonde Hans“ immer noch genügend Puste für ein Fußballspielchen. Dort, wo heute die Kanuten ihr Domizil haben, gab es damals noch eine alte Baracke eines stillgelegten Strandbades. „In den schmalen Gängen der Umkleidekabinen haben wir im Winter in jeder freien Minute gebolzt“, berichtet Grodotzki. Der gebürtige Ostpreuße kickte vor seiner Leichtathletik-Karriere bei Aktivist Menteroda „auf halblinks, wie Fritz Walter“. Bis heute ist Grodotzki Fußball-Fan geblieben, sein Herz schlägt für den Revierclub Schalke 04.

Achillessehnenriss beendete Karriere

Nach zwei Jahren beim Armeesportklub in Potsdam feierte er bei Olympia in Rom seine großen Erfolge, wenngleich ihm einmal Gold lieber gewesen wäre. Danach war er überall gefragt, wurde sogar zum berühmten Silvesterlauf nach Sao Paulo eingeladen. Doch seine Laufbahn endete jäh, als er sich am 13. August 1962 bei den damals noch üblichen deutsch-deutschen Ausscheidungen in Malmö für die Europameisterschaften die Achillessehne riss. Tags zuvor hatte er noch in Prag über 5000 Meter gewonnen. Bis 1993 hatte der Offizier eine Anstellung im Luftschiffhafen.

Von Peter Stein

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