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Sportbuzzer Lisa Marie Kwayie kämpft um Staffelplatz
Sportbuzzer Lisa Marie Kwayie kämpft um Staffelplatz
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18:43 05.08.2018
Lisa Marie Kwayie will ins EM-Halbfinale. Quelle: Foto: Imago
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Berlin

Wenn sich Lisa Marie Kwayie am Montagabend in die Startblöcke zum 100 Meter Vorlauf bei den Leichtathletik-Europameisterschaften auf die blaue Bahn im Berliner Olympiastadion hockt, dann will sie ihre Emotionen in positive Energie umwandeln. Die 21-Jährige gehört zur neuen jungen Generation deutscher Leichtathleten, für die die EM im eigenen Land Sprungbrett für eine große Karriere sein soll.

Für die Sprinterin von den Neuköllner Sportfreunden ist das ein ganz besonderes Heimspiel. „Das ist wohl nicht vielen Athleten vergönnt, bei einer internationalen Meisterschaft in ihrer Heimatstadt starten zu können. Für mich ist das eine Riesenmotivation. Hätte mir das jemand im vergangenen Jahr gesagt, dass ich 2018 bei der EM dabei bin, hätte ich das nicht geglaubt.“ Doch schon im April unterbot sie mit 11,29 Sekunden die EM-Norm (11,35). Vor zwei Wochen belegte sie bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg Platz zwei hinter Gina Lückenkemper (Leverkusen).

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Vorbild ist Allyson Felix

Letztere ist ebenso erst 21, war aber bereits vor zwei Jahren doppelte EM-Bronzemedaillengewinnerin. Weil Lückenkemper mit ihren 11,07 Sekunden und auch die dritte deutsche 100-Meter-Starterin Tatjana Pinto (Münster/11,11) zu den Top zwölf in der europäischen Rangliste gehören, sind diese bereits für das Halbfinale am Dienstag gesetzt. Da will Lisa Marie Kwayie erst noch hin und träumt von einem perfekten Lauf.

„Ich weiß, dass ich vor Aufregung nicht wieder in alte Fehler verfallen darf, muss auf meinen Laufstil achten“, ermahnt sich der Schützling von Trainer Frank Paul gleich selbst. Ihr Vorbild sei die US-Amerikanerin Allyson Felix, mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin. „Wie man so schön und so schnell laufen kann, beeindruckt mich“, sagt Lisa Kwayie, die in Sunyani Ghana geboren wurde. Ihr Vater John stammt von dort, Mutter Daniela ist Deutsche. Die Tochter, die Sport nicht nur zum Spaß treiben wollte, sondern nach Leistung, fühlt sich wohl in Neukölln, mag das bunte Völkergemisch und die vielen jungen Leute dort. Sogar bei der damaligen Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und jetzigen Bundesfamilienministerin war sie schon zum Empfang und bekam die Neuköllner Ehrennadel für ihren dritten Platz bei der U20-WM 2014 mit der 4 x 100 Meter Staffel verliehen.

In die Staffel will Lisa Kwayie, die soziale Arbeit studiert, auch bei dieser EM. „Aber noch ist nicht entschieden, wer läuft. Das wird der Trainer wohl erst am Samstag festlegen“, meint sie und will heute mit dem Halbfinaleinzug ihre Argumente verstärken.

Von Peter Stein