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Sportbuzzer Erst den Krebs, dann die Konkurrenz besiegt
Sportbuzzer Erst den Krebs, dann die Konkurrenz besiegt
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17:48 12.06.2018
Antje Möldner-Schmidt nach ihrem Sieg über 3000 Meter Hindernis bei der EM 2014 in Zürich. Quelle: Foto: DPA
Cottbus

Antje Möldner-Schmidt ist wieder da – nicht allein. Wenn die Cottbuserin im dortigen Sportzentrum ihre Runden dreht, dann kann es passieren, dass auch die zwei Jahre alte Tochter Lilli nebenher herumflitzt. „Die Kleine ist schon ganz schön flott unterwegs und hält die Mama auf Trab“, sagt Antje Möldner-Schmidt.

Deren großes Ziel ist es, im August an den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin teilzunehmen. Einen wichtigen Schritt bei ihrem Comeback nach der Babypause will sie am Mittwoch, justament an ihrem 34. Geburtstag, gehen. Beim renommierten Leichtathletik-Meeting „Goldene Spikes“ im tschechischen Ostrava möchte sie über 3000 Meter Hindernis die EM-Norm von 9:45,00 Minuten unterbieten. Zum Saisonauftakt in Rehlingen war die Wahllausitzerin, die in Potsdam geboren wurde und dort mit der Leichtathletik begann, in 9:47,95 Minuten schon dicht dran.

Erster großer Auftritt im Olympiastadion

Für Antje Möldner-Schmidt würde sich mit dem Auftritt im Olympiastadion ein Kreis schließen . Hier feierte sie 2009 bei den Weltmeisterschaften als Achte mit dem deutschen Rekord von 9:18,54 Minuten – noch heute ihre Bestzeit – den Durchbruch in die Weltspitze. 2008 bei Olympia war sie noch im Vorlauf ausgeschieden.

MAZ-Serie zur Leichtathletik-EM Quelle: Detlev Scheerbarth

Die Karriere über die Hindernisse schien für die ehemalige Mittelstrecklerin gerade ins Laufen zu kommen, da erhielt sie im Januar 2010 die schockierende Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Es folgten Chemotherapien und Bestrahlungen. „Da war allein der Weg vom Krankenhaus auf die Brandenburger Straße in Potsdam eine Anstrengung, die nach einer Pause verlangte. Von 100 ging es bis ganz nach unten. Für mich war eine Welt zusammengebrochen“, erinnert sich die Sportlerin, die sich nicht nur zurück ins Leben, sondern auch auf die Laufbahn kämpfte – ja bis in die Leichtathletik-Arenen der Welt.

Erfolgreich über die Hindernisse

2012 in Helsinki gewann sie mit EM-Bronze ihre erste internationale Medaille. 2014 in Zürich im Läufer-Mekka Letzigrund-Stadion dann die Krönung: Antje Möldner-Schmidt spurtete sensationell zum EM-Titel über 3000 Meter Hindernis. Danach wird sie in Deutschland zur Leichtathletin des Jahres und in Brandenburg zur Sportlerin des Jahres gewählt.

Das Video vom Sieglauf hat sie sich immer mal wieder angeschaut, ihre Trainerin Beate Conrad hat es noch öfter der Trainingsgruppe gezeigt. „Vom Lauf selbst ist mir wenig in Erinnerung“, erzählt die Polizeihauptmeisterin. „Ich weiß nur noch, dass ich im Ziel den Kameramann gefragt habe, ob ich wirklich gewonnen habe.“ Die Olympia-Siebte von 2012 sagt: „Diese Goldmedaille verkörperte alles, was ich in den letzten Jahren durchgemacht hatte – von der Krebserkrankung bis ganz nach oben.“

Das Leben mehr genießen

Nun also das zweite Comeback. „Die Tränen von damals stecken noch in mir“, wird sie als Krebsbesiegerin für immer ihren größten persönlichen Triumph finden. Antje Möldner-Schmidt, die sich in der Deutschen Krebshilfe in der Aktion „Bewegung gegen Krebs“ engagiert und Betroffene zum Sporttreiben als Therapiehilfe animieren will, lebe als junge Mutter mit ihrem Ehemann Lars und Tochter Lilli noch bewusster. „Ich höre mehr in meinen Körper hinein und genieße einfach das Leben“, erklärt sie. „Eine Familie verlangt nach einem guten Zeitmanagement. Mein Mann unterstützt mich und Lilli braucht natürlich auch ihre Aufmerksamkeit.“

Dass ihr Gesa Felicitas Krause (Trier) inzwischen den deutschen Rekord abgejagt und als Hindernis-Europameisterin von 2016 gefolgt ist, nimmt die Cottbuserin „als Ansporn“. Sie sagt aber auch: „Ich konzentriere mich auf mich, mache mir keinen Druck.“ Dafür sei das Leben zu schön und zu wertvoll.

Von Peter Stein

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