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Sportbuzzer Willi Klaus ist der fitteste Ü80-Brandenburger
Sportbuzzer Willi Klaus ist der fitteste Ü80-Brandenburger
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18:37 10.04.2019
Willi Klaus stellte bei den Hallen-Weltmeisterschaften mit 1,32 Meter einen deutschen Rekord im Hochsprung in der M80 auf. Quelle: Foto: Karl-Heinz Flucke
Potsdam

Der Körper gebräunt und durchtrainiert, die Haare silbergrau – Willi Klaus ist wohl Brandenburgs fittester 80-Jähriger. Denn der Leichtathlet aus Saalow, einem Ortsteil der Gemeinde Am Mellensee (Teltow-Fläming), der für den ESV Lokomotive Potsdam startet, wurde kürzlich bei den Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften in Torun/Polen Titelträger im Fünfkampf mit 4540 Punkten – Weltrekord in der Altersklasse M80.

3,82 Meter im Weitsprung, 1,29 Meter im Hochsprung, 12,53 Sekunden im 60 Meter Hürdensprint, 10,00 Meter im Kugelstoßen mit dem drei Kilo schweren Eisen sowie 4:20,15 Minuten im 1000-Meter-Lauf summierten sich zu der neuen Höchstmarke, womit er den bisherigen Rekordinhaber mit 4471 Punkten, den Finnen Orma Villanen, deutlich übertraf. Abgesehen davon gewann Klaus noch WM-Gold mit der deutschen viermal 200-Meter-Staffel sowie dreimal Silber, wobei er im Hochsprung mit 1,32 Meter einen deutschen Rekord aufstellte.

Erst mit 65 Jahren zum Zehnkampf

Willi Klaus (2.v.l.)bei der WM-Siegerehrung mit der viermal 200-m-Staffel. Quelle: privat

Der König der Athleten ist ein ausgesprochener Spätstarter. Mit 42 Jahren begann er beim Rennsteiglauf und Marathon, den er unter 2:50 Stunden lief. Viele Male wurde er in diversen Altersklassen deutscher Meister über 800 Meter. „Das war meine Spezialstrecke“, sagt Klaus. Doch mit 65 Jahren, wo andere in den Ruhestand gehen, packte ihn das Leichtathletikfieber komplett, schwenkte er auf die Königsdisziplin Zehnkampf über. „Ich habe mir alles selbst beigebracht“, meint Klaus und erinnert sich gern daran, wie es zum Beispiel mit dem technisch komplizierten Stabhochsprung begann. Auf seinem Trainingsplatz, der Sportanlage Am Rohrteich in Jüterbog, sei er zu Leichtathletik-Trainer Ernst Troelenberg gegangen, habe sich einen Stab geben und erklären lassen, wie man diesen anfassen muss. „Dann bin ich losgelaufen und gesprungen. Erst über 1,70 Meter, dann immer zehn Zentimeter höher. Bei 2,30 Meter habe ich aufgehört. Weil das auf Anhieb geklappt hat, wusste ich, ab sofort mache ich Zehnkampf.“ 100 Meter, 400 Meter, 1500 Meter, Hürdensprint, Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, Kugelstoß, Diskus- und Speerwurf waren ab sofort sein Lebenselixier.

Regelmäßiges Training

Schon im Vorjahr bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Malaga/Spanien war der Brandenburger auf Rekordkurs. Doch in der vorletzten Disziplin, dem Speerwurf, spielten ihm die Nerven einen Streich: dreimal ungültig. „Da habe ich wohl schon zu sehr von der Goldmedaille geträumt“, räumt er ein, dass Alter nicht vor Torheit schütze. „Ein Sicherheitswurf auf zwei Meter hätte ja genügt.“ Es reichte trotzdem noch zu einem Podestplatz.

Klaus, Seniorchef eines Autohauses, hat die Medaillen nicht gezählt, die er in den letzten Jahren bei Weltmeisterschaften gewann. „Die Pokalsammlung gibt es bei mir noch nicht, da bin ich ein wenig unordentlich, vielleicht später mal“, räumt er ein. Zwei- bis dreimal trainiert er in der Woche, läuft auch oft von der Haustür weg auf einem Feldweg eine sieben Kilometer lange Strecke. „Das ist meine Grundlage, da lege ich auch mal Sprints ein“, berichtet er über sein autodidaktisches Training.

Jagd auf den Zehnkampf-Weltrekord

Der Familienvater von fünf Kindern und elf Enkelkindern, der zu den Wettkämpfen meist von Ehefrau Dagmar (68) begleitet wird, feierte erst im Vorjahr sein Comeback, nachdem er lange mit einer Magenkrankheit zu kämpfen hatte. „Da habe ich wieder fünf Kilo abgenommen und das war die Grundlage für den Wiedereinstieg“, sagt der 1,80 Meter große und 74 Kilo schwere Athlet. Den Beinamen „fittester Brandenburger in der Ü80“ findet er durchaus sympathisch. „Ich will ja noch eine Weile in Form bleiben“, meint Klaus und hat schon die nächsten Ziele ausgemacht.

Am ersten Juni-Wochenende will er in Stendal den Zehnkampf-Weltrekord von 8300 Punkten angreifen. Und nächstes Jahr würde er in Toronto gern noch mal an den Weltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren teilnehmen. „In Kanada war ich noch nicht, da möchte ich mit meiner Frau noch mal hinreisen. Das ist doch ein lohnenswertes Ziel. Danach soll dann Schluss sein mit dem Wettkampfsport.“ Das habe für ihn auch etwas mit Ästhetik zu tun. „Ab einem gewissen Alter sieht es einfach nicht mehr so gut aus“, findet Klaus. Noch kann er sich aber locker sehen lassen.

Von Peter Stein

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