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Sportbuzzer Geher beim Europacup in Litauen gefordert
Sportbuzzer Geher beim Europacup in Litauen gefordert
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14:57 17.05.2019
Titel im Schneegestöber: Saskia Feige vom SC Potsdam wird im April deutsche Meisterin im Gehen in Naumburg. Quelle: Foto: Philipp Pohle
Potsdam

Es läuft oder besser es geht voran bei Saskia Feige. Die Geherin vom SC Potsdam, die am Sonntag zum deutschen Aufgebot für den Europacup in Alytus/Litauen zählt, hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und steht nun an der Schwelle zur Weltspitze. „Ich bin recht gut in die Saison gestartet, konnte gleich da anknüpfen, wo ich im vergangenen Jahr aufgehört habe“, erzählt die 21-Jährige, die bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im August 2018 in Berlin in 1:32:57 Stunden im 20 Kilometer Gehen Platz 16 belegte. Beim Saisoneinstieg Anfang April im tschechischen Podebrady blieb sie nur zwei Sekunden drüber, eine Woche später in Naumburg holte sich die Havelstädterin erstmals den deutschen Meistertitel bei den Frauen in 1:30:40 Stunden – und das bei Schneetreiben und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Damit steht sie in der „ewigen“ deutschen Rangliste auf Platz drei. Nur die deutsche Rekordhalterin Sabine Zimmer (1:27:56 Stunden/2004) und Melanie Seeger (1:28:17 Stunden/2004) waren vor 15 Jahren (!) schneller unterwegs. Beide stammten auch aus Potsdam.

Wechsel zu Trainer Ronald Weigel

„Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt Saskia Feige. „Ich bin ziemlich verhalten angegangen, habe mich dann aber in den Wettkampf richtig reingesteigert.“ Dabei geht die ehemalige Läuferin erst in ihrer vierten Saison. Nach der Aufbauarbeit von Manja Berger wechselte Saskia Feige nach ihrem Einser-Abitur an der Sportschule wie ihre Trainingspartnerin Teresa Zurek im vorigen Herbst zu Ronald Weigel, der als Bundestrainer auch für die Männer um Christopher Linke zuständig ist. „Da kamen wir in eine starke Gruppe“, berichtet Saskia Feige. „Aber das war der normale Weg, dass wir nach den Abitur zu Herrn Weigel gewechselt sind.“ Zwar würden die Männer ein schnelleres Tempo gehen, aber die gemeinsame Trainingsarbeit bestehe ja nicht nur aus dem Gehen. „Da hatten wir viel Anschauungsunterricht und haben einige wertvolle Tipps erhalten“, findet die 1,67 Meter große und 52 Kilo schwere Sportlerin. „Das fängt bei der Gymnastik an und hört bei Aufenthalten im Trainingslager im Ausland auf. Da profitieren wir Frauen sehr von den Erfahrungen der Männer.“ Auch der Trainingsumfang habe sich erhöht. „Jetzt habe ich zum Beispiel öfter Distanzen von 30 Kilometern im Programm, da ist es dann ganz gut, wenn ich das zusammen mit Teresa absolvieren kann“, sagt Saskia Feige, die an der TH Wildau ein Studium für Biosystemtechnik und Bioinformatik aufgenommen hat. „Das brauche ich für den Kopf“, meint sie.

Umzug in das Internat

Großes Saisonziel sind die Weltmeisterschaften, die erst Anfang Oktober in Doha/Katar stattfinden. Die Norm dafür hat sie bereits unterboten. Mitte Juli will Saskia Feige an den U23-Europameisterschaften in Gävle/Schweden teilnehmen. „International geht es noch ganz anders ab, da will ich mich Stück für Stück rantasten“, hat sich die Geherin vorgenommen. Vielleicht kann sie demnächst die Schallmauer von 1:30:00 Stunden unterbieten.

Auf jeden Fall spart sie künftig viel Zeit ein. Denn um die langen Wege mit der Straßenbahn durch Potsdam vom Kirchsteigfeld bis zum Luftschiffhafen von einer Stunde zu minimieren, ist Saskia Feige wieder ins Internat an der Sportschule gezogen – wie ehedem als Sportschülerin. „Dadurch gewinne ich mehr Zeit, zum Beispiel für die Regeneration.“ Trainer Weigel sagt: „Es geht darum, professionelle Bedingungen zu schaffen.“ Zur Entwicklung seines Schützlings meint er: „Das hat sich angedeutet. Saskia trainiert sehr fokussiert, sie ist sehr gewissenhaft.“

Dass die lange Durststrecke im deutschen Frauen-Gehen nun vorbei scheint, merkt man auch daran, dass seit Jahren wieder ein Trio beim Europacup startet. Neben den Potsdamerinnen Saskia Feige und Teresa Zurek noch die Berlinerin Emilia Lehmeyer. „Vielleicht schaffen wir als Mannschaft einen Platz unter den ersten sechs", meint Saskia Feige.

Christopher Linke ist Titelverteidiger

Christopher Linke ist beim Europacup Titelverteidiger im 20 Kilometer Gehen. Vor zwei Jahren gewann der Olympia-Fünfte in Podebrady/Tschechien und wurde mit der Mannschaft Zweiter.

Vor vier Jahren siegte das deutsche Team, zu dem am Sonntag auch Nils Brembach und Hagen Pohle gehören, sogar über diese Distanz.

Der 30 Jahre alte Linke sagt: „Ich bin gut in Form, in der Mannschaft werden die Spanier und die Italiener unsere größten Konkurrenten sein. Wir wollen wieder auf das Podest.“

Neben Saskia Feige und Teresa Zurek (20 km Frauen) sind noch Jakob Schmidt, Johannes Frenzl, Mathilde Frenzl und Josephine Grandi (alle Jugend, 10km) vom SC Potsdam dabei.

Von Peter Stein

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