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Sportbuzzer Christopher Linke geht deutschen Rekord
Sportbuzzer Christopher Linke geht deutschen Rekord
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16:49 10.06.2019
Christopher Linke (r.) vom SC Potsdam auf dem Stadtkurs in La Coruna trotz schlechten Straßenbelags auf dem Weg zum deutschen Rekord. Quelle: Foto: privat
Potsdam

Christopher Linke hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Drei Wochen nach dem enttäuschenden Auftritt beim Europacup in Alytus/Litauen mit Rang zwölf in 1:23:21 Stunden rehabilitierte sich der Geher vom SC Potsdam am Pfingstsamstag bei der IAAF Race Walking Challenge im spanischen La Coruna mit 1:18:42 Stunden über 20 Kilometer und Platz sechs in einem Weltklassefeld. Damit unterbot der Olympia-Fünfte nicht nur seine eigene Bestzeit aus dem Jahr 2017 um 17 Sekunden, sondern er stellte exakt auf die Sekunde den deutschen Rekord ein. Diesen hatte der Ex-Potsdamer Andreas Erm vor 19 Jahren in Eisenhüttenstadt aufgestellt.

Die bessere Taktik

„Der deutsche Rekord war schon lange mein Ziel. Eigentlich wollte ich den im Vorjahr bei den Europameisterschaften in Berlin angreifen. Aber das hat damals leider nicht funktioniert. Diesmal hatte ich eine solche Zeit überhaupt nicht auf dem Schirm. Ich wollte unter 1:20:00 Stunden gehen“, berichtete Linke. „Der Wettkampf war ein einziges Steigerungsrennen. Nachdem ich beim Europacup taktisch wie ein Amateur aufgetreten war und völlig übermotiviert vorneweg gestürmt bin, um dann einzubrechen, bin ich diesmal verhaltener angegangen. Meine Taktik war es, in der zweiten Hälfte schneller zu werden. Das ist mir gelungen. Vor allem hat es mich beflügelt, dass ich einen Konkurrenten nach dem anderen überholen konnte. Da wird man immer gieriger und kommt regelrecht in einen Rausch. Da fühlte ich mich viel besser als beim Europacup, wo ich nach und nach von den anderen überholt wurde.“

Starke internationale Konkurrenz

Geholfen haben dem 30-Jährigen neben der sehr starken internationalen Konkurrenz – der Japaner Yamanishi Toshikazu gewann in 1:17:41 Stunden vor dem Italiener Massimo Stano (1:17:45) und dem zweiten Japaner Yusuke Suzuki (1:17:54) – die guten äußeren Bedingungen auf dem 500 Meter langen Pendelkurs einer Schotterpiste. Gestartet wurde nicht in der Mittagshitze, sondern erst abends um 19.15 Uhr bei 15 Grad nahe dem Atlantik. „Das war natürlich optimal. Ich hatte den Wettkampf aber nicht besonders vorbereitet. Im Gegenteil, in der Woche zuvor habe ich noch hart trainiert“, sagte Linke weiter. „Auf den letzten Kilometern habe ich dann gemerkt, dass es sogar unter 1:19:00 Stunden gehen kann. Auf den letzten Metern habe ich nur auf die durchlaufende Zeit über dem Zieleinlauf geschaut, da sind die Sekunden nur so dahingerannt.“

Umso mehr freute er sich hinterher über den deutschen Rekord. „Das wusste ich sofort, deshalb habe ich im Zielspurt alles gegeben und voll durchgezogen.“ Nur Zeit zum Jubeln habe er da nicht mehr gehabt.

Auch sein Potsdamer Vereinsgefährte Hagen Pohle nutzte die guten Bedingungen und wurde 28. in 1:21:29 Stunden. Damit blieb er deutlich unter der WM-Norm (1:22:00) und erbrachte den Leistungsnachweis für die WM-Teilnahme. Mit Linke, Pohle und dem EM-Fünften Nils Brembach, Letzterer weilt nach der Hochzeit noch in den Flitterwochen in Schweden, ist nach jetzigem Stand ein Potsdamer Trio über die 20 Kilometer Gehen bei der WM im Oktober in Doha/Katar am Start.

Fahrplan bis zur WM steht

„Der Fahrplan bis dahin steht“, meinte Linke. „Jetzt mache ich eine kurze Pause und dann geht es wieder los.“ Vom 17. Juli bis 13. August folgt ein Höhentrainingslager auf dem Belmeken/Bulgarien. Am 17. August stehen die Deutschen Meisterschaften im Bahngehen über 10 000 Meter in Beeskow (Oder-Spree), der Heimatstadt von Hagen Pohle, an. Am 9. September reisen die Geher ins WM-Vorbereitungscamp nach Südafrika, um von dort aus zur WM nach Doha zu fliegen, wo am 4. Oktober das 20 Kilometer Gehen auf dem Programm steht. „Der deutsche Rekord gibt mir die Bestätigung, dass ich in den letzten zwei Jahren richtig trainiert habe. Die Form ist da, auch wenn die Wettkampfergebnisse zuletzt nicht zufriedenstellend waren“, stellte Linke erleichtert fest. Aber La Coruna habe auch gezeigt, wie stark die internationale Konkurrenz sei. Den Schwung als Rekord-Mann will der Werderaner auf jeden Fall mit in die WM-Vorbereitung nehmen. Die nach dem Europacup-Desaster aufgekommenen Zweifel sind in La Caruna im Atlantik untergegangen.

Weigel: „Das wird Chris einen Kick geben“

Bundestrainer Ronald Weigel, der nicht mit in La Coruna weilte, sagte: „Das wird Chris einen Kick geben und eine Extra-Motivation für die WM-Vorbereitung. Taktisch hat er das gut gemacht. Er ist in der Lage, die zweite Hälfte deutlich schneller zu gehen. Denn bei der WM wird viel auf den Kopf ankommen, weil es extreme Bedingungen sind.“

In Katar starten die Geher nachts um 23.30 Uhr Ortszeit. Auch da herrschen noch Temperaturen von 40 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit. „Das wird extrem. Darauf müssen sich alle einstellen“, sagte Weigel.

Von Peter Stein

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