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Sportbuzzer Lisa Tertsch: Von Harvard in den Weltcup
Sportbuzzer Lisa Tertsch: Von Harvard in den Weltcup
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18:12 20.06.2019
Läuft auch Cross: Bei der EM in Tilburg gewann Lisa Tertsch als Jüngste im Feld mit dem U23-Team Gold. Quelle: foto: Jan Huebner/imago
Potsdam

Der Weg von Lisa Tertsch in den Weltcup ist ein ungewöhnlicher. Im September 2016 holte die damals 17-Jährige Silber bei der Junioren-WM und trat in die Fußstapfen ihrer Potsdamer Vereinskollegin Laura Lindemann, die in den beiden Jahren zuvor den Titel geholt hatte. Doch auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere legte Tertsch die Akte Triathlon beiseite und fokussierte sich auf ihr Studium an der renommierten Harvard-Universität in Boston. „Das war eine sehr prägende Zeit, ich war schon ziemlich auf mich alleine gestellt, habe viel über mich selbst gelernt und was mir wichtig ist“, erzählt die 20-Jährige über ihre drei Jahre Studium mit Hauptfach Economics (Wirtschaft) und Nebenfach Evolutionärbiologie in den USA.

In dieser Zeit absolvierte Lisa Tertsch keinen einzigen Triathlon-Wettkampf, konzentrierte sich vor allem aufs Laufen. „Akademisch ist Harvard ganz herausragend, zum Sporttreiben aber eher suboptimal, gerade wenn man Outdoor-Sportarten macht“, sagt die Studentin. Um aus Boston rauszukommen, musste sie erst 45 Minuten Fahrrad fahren, die Ampeln machten das Training schwierig. Trotzdem: „Letzten Sommer hat es dann den Schalter umgelegt, dass ich wieder Triathlon machen wollte“, erklärt die gebürtige Freiburgerin, die im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie nach Darmstadt zog.

Also kontaktierte sie ihren ehemaligen Potsdamer Trainer Ron Schmidt. Denn nach ihrem Abitur 2016 zog sie für gut drei Monate nach Potsdam, um am Bundesstützpunkt zu trainieren. „Die Zusammenarbeit hat sich ein bisschen geändert. Wenn ich kaputt bin, traue ich mich auch zu sagen, das mache ich nicht. Gleichzeitig sehe ich mich selbst mehr in der Verantwortung. Er hilft mir mit seinen neuen Ideen und Ansätzen“, erzählt die Triathletin, die wieder nach Darmstadt gezogen ist und dort ihr Studium aus der Ferne zu Ende macht. Schmidt beschreibt Tertsch als „hochintelligent, selbstständig, ein Wettkampftyp und eine extrem starke Läuferin im Triathlon-Zirkus“ und sieht noch Potenzial beim Radfahren und Schwimmen. In der Jahres-Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbands liegt Tertsch über 5000 Meter aktuell auf Rang fünf (16:03,15 Minuten).

Diese Laufstärke bekamen vor drei Wochen ihre Kontrahentinnen in der Bundesliga zu spüren. In ihrem ersten Triathlon-Wettkampf seit fast drei Jahren landete sie mit der besten Laufzeit (5 Kilometer in 16:17) auf Platz vier und führte das Potsdamer Team auf Platz zwei. Eine Woche später gewann sie den Europacup in der Ukraine. Während ihre Potsdamer Teamkollegen am Wochenende das Bundesligarennen in Düsseldorf absolvieren, startet sie am Sonntag (17.45 Uhr) in Antwerpen erstmals im Weltcup. „Ich fühle mich bereit, auf einem höheren Level zu starten und will schauen, was passiert, wenn ich gegen Laura (Lindemann, d.Red.) und die anderen starken Triathletinnen starte“, sagt Tertsch, die auch Olympia 2020 im Hinterkopf hat.

Von Stephan Henke

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