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Dahme-Spreewald Die Treue Seele vom SV Merkur
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10:13 28.01.2017
Carmen Panzner präsentiert stolz die Ehrenurkunde des Fußballkreises Dahme/Fläming.
Carmen Panzner präsentiert stolz die Ehrenurkunde des Fußballkreises Dahme/Fläming. Quelle: Oiver Schwandt
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Kablow-Ziegelei

Seit 1980 ist Carmen Panzner bereits Mitglied beim SV Merkur Kablow-Ziegelei. Für ihre jahrelangen Verdienste wurde sie jetzt mit der Ehrennadel des Fußballkreises Dahme/Fläming geehrt. „Mir wurde vor zehn Jahren zum 90. Vereinsjubiläum schon eine Ehrennadel verliehen“, erinnert sich die Lehrerin, die in Königs Wusterhausen arbeitet. Zusätzlich schlug man sie vom Vereinsvorstand des SV Merkur für den DFB-Ehrenamtspreis, der im April in Potsdam verliehen wird, vor.

„Ich hatte durch mein Studium keine Zeit mehr“

Geboren und aufgewachsen ist die 58-Jährige in Zittau. Dort spielte sie während ihrer Schulzeit Handball. Nach dem Abitur begann Panzner 1976 in Potsdam ein Pädagogikstudium. „In der DDR gab es mit Jena, Rostock, Greifswald und eben Potsdam nur vier Standorte, die diese Studienrichtung angeboten hatten“, berichtete Panzner weiter, „ich hatte durch mein Studium keine Zeit mehr, weiterhin den Handballsport zu betreiben.“

1980 absolvierte sie ein Schulpraktikum in der Oberschule in Zernsdorf. „Wir konnten uns nicht aussuchen, wo wir hingehen wollten, sondern wurden den verschiedenen Standorten zugewiesen. In Zernsdorf lernte ich auch meinen späteren Mann Rainer kennen, da ich ein Zimmer in seinem Elternhaus angemietet hatte. Rainer spielte Fußball bei der SG Kablow-Ziegelei, so lautete zu dieser Zeit noch der Vereinsname. Ich war deshalb regelmäßig auf der Sportanlage zu finden, um bei den Begegnungen meines Mannes vom Spielfeldrand aus zuzugucken. So kam ich das erste Mal mit der Sportgemeinschaft in Berührung“, sagte Panzner, „wir Spielerfrauen waren auch fast bei jeder Auswärtspartie dabei.“

Da Panzner beim Verkauf am Tresen mithalf

Viele Fußballer, die immer noch in der Ü50 von Merkur aktiv sind, waren damals bereits ihre Schüler während des dreimonatigen Praktikums. 1980 ging sie zurück nach Zittau, wo Panzner in Seifhennersdorf als Russisch- und Englischlehrerin erste Erfahrungen im Berufsleben sammelte. Als die Ehrennadelträgerin 1983 heiratete und im selben Jahr Sohn Martin zur Welt brachte, zog sie endgültig zu ihrem Mann nach Zernsdorf, wo sie immer noch im gemeinsamen Einfamilienhaus lebt. Immer seltener konnte sie jedoch komplett ein Spiel ihres Mannes verfolgen, da Panzner beim Verkauf am Tresen mithalf und auch einige Zeit als Kassiererin arbeitete. „Hinzu kamen natürlich etliche Reinigungstätigkeiten im Vereinshaus. Auch die Trikots, Hosen und Stutzen der Spieler landeten in meiner Waschmaschine. Nach seiner aktiven Laufbahn kümmerte sich zudem mein Mann als Platzwart um die Pflege der Sportanlage,“ erzählte Panzner.

Als Kassenwartin hat sie schon seit vielen Jahren die finanziellen Belange der SV Merkur ganz genau im Blick. Auch beim Verkauf während der Sportveranstaltungen wird ihre Arbeitskraft weiterhin stark in Anspruch genommen. Einen ziemlich großen Anteil hatte sie auch daran, dass im Rahmen des EWE-Cups die Ex-Fußballprofis Darius Wosz und Ivan Klasnic mit SV-Nachwuchskickern gemeinsam eine Trainingseinheit absolvierten. „Ich hatte die Bewerbungen an EWE geschrieben“, so Panzner, die sich ein Leben ohne Fußball nicht so richtig vorstellen kann: „Eigentlich gibt es nur wenige Tage im Jahr, an denen ich nicht auf dem Sportplatz zu finden bin. Wenn doch, nutze ich diese Zeit, um mich um unseren Garten zu kümmern, der ja auch in einem ordentlichen Zustand gehalten werden soll. Sportlich fit halte ich mich mit Turnen bei der Frauensportgruppe des SV Merkur, die seit 2013 existiert.“

Von Oliver Schwandt