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Dahme-Spreewald Ein Leben für den Kunstradsport
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13:28 01.03.2019
Babett Kolbe (r.) beim Training mit ihrem Sohn Richard und seiner Zweierpartnerin Charlott Alexander aus Schulzendorf. Quelle: Privat
Märkisch Buchholz

„Ich habe mein Herz schon seit frühester Kindheit an den Kunstradsport verloren“, sagt Babett Kolbe, die durch ihr Engagement und ihre jahrzehntelange Trainertätigkeit beim SV Grün-Weiß Märkisch Buchholz einen sehr großen Anteil daran hat, dass die Kunstradabteilung des kleinen Sportvereins nicht nur im Landkreis Dahme-Spreewald sehr bekannt ist, sondern auch deutschlandweit bei den verschiedenen Kunstradhochburgen wie zum Beispiel beim Liemer RC, beim RV Sirnach oder beim RMSV Edelweiss Aach in aller Munde ist. Seit 1985 ist die 43-Jährige als Trainerin beim SV Grün-Weiß Märkisch Buchholz aktiv. „Damals war Kunstradfahren noch eine ganz normale Schulsport-Arbeitsgemeinschaft, an der ich teilgenommen hatte“, sagt Kolbe. Heutzutage zählt die Abteilung 25 Mitglieder. „Ich freue mich sehr darüber, dass davon fünf aus Märkisch Buchholz kommen.“

In ihrer Schulzeit auf der polytechnischen Oberschule (POS) in ihrem Wohnort Märkisch Buchholz kam Kolbe das erste Mal mit dem Kunstradsport in Berührung. „Ich bin mit zehn Jahren zusammen mit meiner Schwester Melanie Jentsch – die zwei Jahre jünger als ich ist – einmal in der Woche zum Training gegangen, denn auf dem Rad habe ich mich von Anfang an so richtig wohlgefühlt“, erinnert sich Kolbe an ihre ersten Momente auf dem Hallenrad, auch „Saalmaschine“ genannt.

„Das machte mich damals schon ein wenig stolz“

Trainerin Margitta Schneider erkannte schnell das Potenzial der beiden Schwestern, sodass Schneider bereits nach einem Jahr Babett und Melanie Kolbe zum Zweierpaar ausbildete. „Als ich 16 Jahre alt war, sollte ich neben meiner eigenen Karriere auch anderen Sportlern unseres Vereins das Kunstradfahren beibringen. Das machte mich damals schon ein wenig stolz, dass ,Gitti’ mir trotz meines jugendlichen Alters zutraute, mein Wissen über den Kunstradsport auch an andere Grün-Weiß-Mitglieder weiterzugeben. Mit dieser zusätzlichen Aufgabe bin ich schon relativ früh in die Trainerschiene gerutscht.“

Die Kolbes sind 1989 die letzten amtierenden DDR-Meister im Zweier der Juniorinnen geworden. „Danach kam niemand mehr, da es die DDR ja bekanntlich nicht mehr gab“, erzählt sie grinsend. „Wir konnten auch bei Nordostdeutschen Meisterschaften sehr oft den Sieg erringen. Insgesamt gingen Melanie und ich zudem bei zehn Deutschen Meisterschaften an den Start, bei denen wir immer zwischen Rang vier und sieben platziert waren.“ Bis zur 9. Klasse besuchte Kolbe in ihrem Heimatort die Schule. Von der 10. bis zur 12. Klasse ging sie in Lübben zur Schule und lebte dort im Internat.

Nach dem Abitur absolvierte Kolbe erfolgreiche eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Während dieser Zeit lernte sie auch ihren Mann Karsten kennen. Gemeinsam leben die beiden in Lübben seit 13 Jahren in einem Einfamilienhaus. Regelmäßig pendelt Kolbe dreimal in der Woche die 30 Kilometer bis Märkisch Buchholz und zurück. „Zur Hundertjahrfeier 1999 habe ich die Trainertätigkeit beim SV Grün-Weiß komplett übernommen, da Margitta Schneider aufgehört hatte.“ Ekkehard Zübner kam vor fünf Jahren als zweiter Trainer noch mit hinzu, der mit seinen beiden Töchtern Giuliana und Isabella an vier Tagen in der Woche von Berlin-Spandau nach Märkisch Buchholz reist, um seine beiden Töchter und auch andere Vereinsmitglieder zu trainieren.

„Leider gehören wir einer Randsportart an“

„Dass diese drei schon seit vielen Jahren zu uns kommen, ist auch eine Bestätigung dafür, was für eine gute Arbeit wir beim Kunstradsport in Märkisch Buchholz leisten. Ich trainiere ja zum Beispiel auch Sportler aus Zernsdorf, Neu Lübbenau, Schulzendorf und Alt Schadow. Leider gehören wir einer Randsportart an, daher ist es enorm schwierig, Sponsoren zu gewinnen“, ärgert sich die gebürtige Königs Wusterhausenerin ein wenig. „Mein Mann und ich reisen ja meistens mit unserem Caddy zu den Wettkämpfen in ganz Deutschland, die Kosten dafür tragen wir sehr oft selbst.“

2001 bekam der Verein eine neue Halle, in der mehr Platz vorhanden ist als in der kleinen Sportstätte zuvor. Im selben Jahr kam auch Kolbes Sohn Richard zur Welt, der in die Fußstapfen seiner Mutter getreten ist und bereits als kleiner Junge von ihr auf dem Kunstrad ausgebildet wurde. Richard ist ähnlich erfolgreich wie seine Mutter, denn 2015 bei den Deutschen Meisterschaften der Schüler erkämpfte er sich im Zweier mit Partnerin Charlott Alexander aus Schulzendorf die Silbermedaille. „Im vergangenen Jahr wurden die beiden Dritte bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren“, fügt die stolze Mutter noch hinzu, die auch noch beim SV Grün-Weiß tätig sein wird, wenn ihr Sohn diese Sportart nicht mehr ausüben sollte.

„Ich habe bereits vor der Geburt von Richard beim SV Grün-Weiß gearbeitet und werde es sicherlich auch noch tun, wenn er eines Tages mit diesem Sport aufgehört hat“, informiert die Lübberin.

Beruflich hat sie seit knapp zwölf Monaten einen neuen Wirkungskreis gefunden

Seit 2012 ist Kolbe auch Fachwart für den Kunstradsport in Brandenburg. „Ich bin diejenige, die sich unter anderem um die Ausrichtung, Terminierung und Auswertung der Wettkämpfe kümmert. Zuhause habe ich keinen Fernseher, dafür aber 13 Laptops, die ich alle für die jeweiligen Wettkämpfe benötige“, erzählt Kolbe. Beruflich hat sie seit knapp zwölf Monaten einen neuen Wirkungskreis gefunden, denn in der Jugendherberge Köthen – unweit von Märkisch Buchholz – arbeitet Kolbe als Assistentin der Geschäftsleitung.

„Nach 25 Jahren bei der Sparkasse wollte ich noch einmal etwas anderes ausprobieren. Ich kenne die Jugendherberge in Köthen schon seit 20 Jahren, da ich dort sehr oft mit unseren Kunstradfahrern im Trainingslager war. Meine Arbeitszeiten sind jedenfalls so angepasst, dass ich keine Trainingstermine mit den Kids verpasse“, informiert die 43-Jährige.

Ihren nächsten Einsatz als Trainerin hat Babett Kolbe bereits am Sonntag, 3. März, wenn in der Sporthalle in Märkisch Buchholz ab 10 Uhr die 2. Runde des Landespokals und die Bezirksmeisterschaften der Junioren im Kunstradsport ausgetragen werden.

Von Oliver Schwandt

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