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Dahme-Spreewald Gussower Pokalturnier bereichert Fußballregion
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12:01 31.07.2014
Das Gussower Pokalturnier galt schon in der Vergangenheit alljährlich als Höhepunkt. Quelle: Irmscher
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Gussow

Die Gussower Fußballtradition, die 1916 begann, spiegelt ein beträchtliches Stück Zeitgeschichte wider. Aus dem Arbeitersportverein Vorwärts wurde nach Verbot durch die Nazis und prompter Neugründung der FC Viktoria. Ende der 1940er Jahre gab es den Zusammenschluss mit den sonst eher beargwöhnten Gräbendorfer Nachbarn, die nach ihrem Aufstieg Unterstützung suchten, zur ZSG Gussow/Gräbendorf. Es folgten die Stationen Traktor Pätz und Landbau Prieros. 1990 wurde der SV Viktoria Gussow gegründet, der sich vor vier Jahren mit Fortuna Friedersdorf zum Heideseer SV Fortuna zusammenschloss.

Pokalturnier bereichert Fußballregion

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In sportlicher Hinsicht bereicherten die Gussower die Fußballregion mit ihrem Pokalturnier. Über viele Jahre galt der Gussow-Pokal, der seit 1984 in Erinnerung an den langjährigen Vereinsvorsitzenden als Bernhard-Gawron-Gedenkpokal ausgetragen wird, zwischen Oderin und Waßmannsdorf als das herausragende Vereinsturnier.

Der Überlieferung nach war das Spielfeld bei der Premiere 1935 so ramponiert, dass zum Finale dann auf einer benachbarten Koppel ausgewichen werden musste. In den 1950-er Jahren genoss der Gussow-Pokal solch große Resonanz, dass sogar eine Qualifikation nötig war. Was den Austragungsmodus betraf, gab immer mal wieder Veränderungen. So stand etwa für die vier qualifizierten Mannschaften gleich das Halbfinale auf dem Programm. Da auch noch der dritte Platz ausgespielt wurde, musste der Verlierer der zweiten Halbfinal-Ansetzung nach einer eher kurzen Verschnaufpause gleich wieder ran. Worauf es noch mal über 90 Minuten ging. „Der Gussow-Pokal war immer etwas Besonderes“, erinnert sich der langjährige Friederdorfer Fußball-Chef Klaus-Dieter Henkel, der in den 80ern mit der SG Kablow-Ziegelei das Endspiel gewann und dabei auch einen Elfmeter verwandelte. „Damals hatte ein Pokal überhaupt noch hohen Stellenwert und wurde im eigenen Verein auch gebührend bestaunt.“ Es besteht allerdings keine Chance, das begehrte Stück auf Dauer im heimischen Trophäen-Schrank zu verschließen. Selbst im Falle einer jahrelangen Erfolgsserie soll es immer wieder an die Organisatoren zurückgehen. 1984, als erstmals um den Bernhard-Gawron-Gedenkpokal gespielt wurde, gewannen die Gäste von Dynamo Königs Wusterhausen das Turnier. Besonders häufig waren Südstern Senzig und Merkur Kablow-Ziegelei erfolgreich. Merkur schaffte zwischen 1996 und 1998 sogar den Hattrick. Die Trophäe musste trotzdem wieder bei den Gussower Veranstaltern abgegeben werden.

Bernhard-Gawron-Gedenkportal bietet Platz für weitere Namen

Allerdings wurden die Merkur-Mannschaften und auch die ähnlich erfolgreichen Senziger Südstern-Fußballer ganz außer der Reihe mit einem Ehrenpokal bedacht. Der Gedenkpokal aber, obwohl eher handlich, bietet weiterhin reichlich Platz, so dass mindestens noch die Namen von 20 weiteren Gewinnern verewigt werden können.

Dass sich der SV Viktoria 2010 mit Fortuna Friedersdorf zum Heideseer SV zusammenschloss, war nach 94 Jahren Vereinsgeschichte schon eine erhebliche Zäsur, die nicht nur Nostalgiker mit Skepsis aufnahmen. Doch bei der demographischen Entwicklung fiel es immer schwerer, überhaupt noch eine Männer-Mannschaft auf die Beine zu stellen. Mit den Friedersdorfern fanden sich passende Partner, und eine der ersten Entscheidungen nach dem Vereins-Zusammenschluss lautete: Der Bernhard-Gawron-Gedenkpokal wird weiterhin ausgetragen und findet in Gussow statt.

Allerdings kam die Gussower Fraktion nicht umhin, dem Zug der Zeit Rechnung zu tragen. Der Reiz, zum dritten oder vierten Mal im Laufe des Jahres gegen den ohnehin bestens bekannten Fußballnachbarn zu kicken, hält sich in Grenzen. Und die Chance, in der Urlaubszeit interessante Gäste aus fernen Fußballkreisen anzulocken, stehen auch nicht so günstig. Mit der Entscheidung, das Turnier nun für Altherren-Fußballer auszutragen, wurde eine akzeptable Lösung gefunden. Und da der Bernhard-Gawron-Gedenkpokal nach wie vor einen guten Ruf genießt, kommt am 9. August auf dem idyllischen Gussower Sportplatz wieder ein illustres Teilnehmerfeld zusammen. Pokalverteidiger Union Bestensee trifft auf Wacker Motzen, Eintracht Königs Wusterhausen, SG Großziethen, den Hennickendorfer SV und die Gastgeber vom Heideseer SV Fortuna. Dabei können die Zuschauer alte Kämpen wie Roger Trommler vom HSV Fortuna und Dirk Kubitza von Union Bestensee wieder in Aktion erleben. Wobei die Besucher auch mit Kaffee und Kuchen, Eis und weiteren Leckereien bestens versorgt werden. (ger/eb)

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