Königs Wusterhausen: Diese 60-Jährige schafft 100 Marathons
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17:38 28.12.2018
Der Funkerberg in KW gehört zur Lieblingstrainingsstrecke von Sybille Krause. Quelle: Oliver Schwandt
Königs Wusterhausen

Wenn Sybille Krause am kommenden Montag am letzten Tag des Jahres beim Silvesterlauf in Cottbus an den Start geht, dann sind die acht Kilometer für die 60-jährige Läuferin der WSG’81 Königs Wusterhausen eher eine Kurzstrecke – denn sie ist sonst eher auf Distanzen ab 42,195 Kilometer – die einem Marathon entsprechen – und mehr im Starterfeld zu finden.

„Meine Freundin Karin Brauer aus Zeuthen hat mich überredet, in ihrem ehemaligen Wohnort in der Lausitz das Sportjahr 2018 mit einem gemeinsamen Lauf zu beenden“, sagt Krause, „hinzu kommt, dass ich kein eigenes Auto habe und oftmals darauf angewiesen bin, dass mich Freunde zu den jeweiligen Wettkämpfen mitnehmen. Auf alle Fälle ist für mich der Wettkampf dort wirklich eine Kurzstrecke.“

Lief sie im italienischen Florenz bereits ihren 100. Marathon

Mit dieser Aussage hat die in Königs Wusterhausen wohnende Extremläuferin recht. Einen Tag vor ihrem 60. Geburtstag am 26. November lief sie im italienischen Florenz bereits ihren 100. Marathon. Eine unvorstellbare Zahl, wenn man bedenkt, dass Krause erst 2006 mit dem Laufen anfing und zwei Jahre später ihren ersten Marathon in Berlin erfolgreich beendete.

Aufgewachsen ist sie in der Nähe von Rostock an der Ostseeküste. „Nach meinem Studium als Mathe- und Physiklehrerin bekam ich in der DDR 1982 eine Stelle als Pädagogin in Storkow zugewiesen. Das war ja damals so üblich, denn man konnte sich nach der Studienzeit nicht aussuchen, in welcher Stadt man arbeiten möchte“, berichtet Krause weiter. 1988 fand sie eine Wohnung in Königs Wusterhausen.

Die 60-Jährige kurz nach dem Zieleinlauf ihres 100. Marathons in Florenz (Italien). Quelle: Oliver Schwandt

„Ein Jahr später kam mein jüngster Sohn Alexander zur Welt, so dass ich mich zur Wendezeit im Babyjahr befand“, erzählt die Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen. „Als ich nach der Wiedervereinigung wieder in meinen Beruf zurückkehrte, hatte sich so viel geändert, so dass ich dem Schuldienst den Rücken kehrte und seitdem in der Stadtverwaltung als Verwaltungsfachwirtin tätig bin.“

Erinnert sie sich an die Geburtsstunde ihrer „Laufsucht“

Mit dem Laufvirus infiziert wurde die gebürtige Mecklenburg-Vorpommerin 2005, als sie zufällig Augenzeugin des Berlin-Marathons wurde. „Es war so faszinierend, den Läufern zuzusehen, dass ich am ganzen Körper eine Gänsehaut und Tränen in den Augen hatte, so begeistert war ich von der sportlichen Leistung der Teilnehmer. Aus diesem Grund reifte in mir der Entschluss, dass ich auch einmal so einen Marathon absolvieren möchte, denn die 42,195 Kilometer schaffe ich auch“, erinnert sie sich an die Geburtsstunde ihrer „Laufsucht“.

Für jeden absolvierten Marathon gab es eine Finishermedaille, die alle im Flur der WSG’81-Läuferin hängen. Quelle: Oliver Schwandt

Drei Jahre später, im September 2008, war sie nach vielen Trainingsläufen in Königs Wusterhausen und Umgebung im Trikot der WSG’81 selbst im Starterfeld des legendären Marathons in der deutschen Hauptstadt zu finden. „Ich hatte mir eine Zeit von viereinhalb Stunden für meinen ersten Wettkampf über diese große Distanz vorgenommen.

Als ich zwei Minuten eher über die Ziellinie lief, war ich stolz wie Bolle. Meine Mutter, die keine Ahnung von einem Marathon hatte, rief anschließend an und wollte meine Zeit wissen. Als ich ihr diese mitteilte, antwortete sie nur: ,Was, so lange hast du gebraucht! Der Sieger kam doch schon nach knapp zwei Stunden im Ziel an’“, erinnert sich Krause an diese Anekdote mit einem Lächeln im Gesicht.

„Meine weiteste Distanz ging bisher über 157 Kilometer“

In den folgenden Jahren ließ sie das Lauffieber nicht mehr los. Auf fast allen Kontinenten der Erde ging die Dahmeländerin bisher bei Wettkämpfen über 42,195 Kilometer und mehr an den Start. „Ich bin unter anderem in den Alpen, den Rocky Mountains, im Grand Canyon, in Südafrika und auf den Philippinen bei einem sechs-Tage-Etappen-Wettkampf über insgesamt 360 Kilometer gelaufen, denn ich fand nach und nach mehr Gefallen daran, auch bei Ultrawettkämpfen meine Grenzen zu testen. Meine weiteste Distanz ging bisher über 157 Kilometer. Diese war in Bernau bei einem 24-Stunden-Wettkampf.“

Sybille Krause beim Marathon im Grand Canyon (Arizona). Quelle: Oliver Schwandt

Ganz oben auf ihrer To-Do-Liste steht jedoch noch der Mauerweglauf in Berlin über 161 Kilometer , an dem sie 2014 bisher erst einmal teilgenommen hatte. „Ich musste nach 124 Kilometern aus unterschiedlichen Gründen aufgeben. 2019 starte ich einen neuen Versuch, um den kompletten Verlauf der ehemaligen Mauer abzulaufen“, kündigt die WSG-Sportlerin jetzt schon an.

Vorbereitung auf den 56 Kilometer-Two-Oceans-Marathon beginnt

Aber nicht nur dieser Wettkampf ist bei Krause dick im Kalender angekreuzt. Mit dem Silvesterlauf am Montag beginnt die Vorbereitung auf den 56 Kilometer langen Two Oceans Marathon, einer der bedeutendsten Sportveranstaltungen Südafrikas, am 20. April in Kapstadt. „Ich habe jetzt gut 16 Wochen Zeit, um mich auf diesen Wettkampf, der vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean geht, vorzubereiten.

Sybille Krause bei einem Alpenlauf über 50 Kilometer in Zell am See. Quelle: Oliver Schwandt

Zum Anfang der Vorbereitung werde ich wöchentlich etwa 50 Kilometer herunterspulen. Kurz vor dem Lauf zu Ostern sind es dann 80 bis 100 Kilometer in sieben Tagen. Ich werde sehr viel auf dem Funkerberg trainieren, der mir die nötigen Höhenmeter verschafft“, sagt Krause.

Von Oliver Schwandt

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