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Dahme-Spreewald Topscorer sieht Reserven beim Wurf
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16:19 05.03.2014
In seiner ersten Saison bei den Red Dragons schnell zum Leistungsträger: Souleymane Diallo (rechts).FOTO: WOLFGANG TOBEHN
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Königs Wusterhausen

Der Weltverband FIBA geht dann auch von 450 Millionen Basketballern in 219 Mitgliedsländern aus. Da muss selbst König Fußball mit 265 Millionen aktiven Anhängern in 209 Landesverbänden den Ball etwas flacher halten.

Hasselberg verweist zudem auf die guten Kontakte seines Vereins nach Berlin, wo kaum mehr danach gefragt wird, welchen Pass nun welcher Spieler in der Tasche hat. Auch die WSG-Basketballabteilung ist seit ihrer Gründung vor zehn Jahren wesentlich bunter, internationaler und erfolgreicher geworden. Mit Mihail Kapitanov, der in Sofia mit dem Basketball begann und nun sein Königs-Wusterhausener Team vehement auf Meisterkurs drängt, klappt die Verständigung am besten in Englisch. Mit Souleymane Diallo dagegen geht es auch im reinsten Berlinerisch. „Na klar“, schmunzelt der 1,93-m- Mann, „ich bin ja schließlich in Steglitz geboren.“

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Wobei der Steglitzer auch stolz darauf ist, dass seine Familie aus Guinea stammt. Sein Großvater hatte das Glück, eine Ausbildung in Frankreich zu erhalten und war dann zu Hause ein angesehener Tierarzt. Diallos Eltern wanderten nach Frankreich aus und kamen über München nach Berlin. Der größere Bruder brachte Souleymane zum Basketball und zum BSC Wilmersdorf „Weil es unheimlich viel Spaß macht, bin ich dabei geblieben. Fußball ist sicherlich auch ein toller Sport, doch Basketball ist vielseitiger, weil man ja die Hände einsetzen kann.“

So blieb Souleymane Diallo auch Basketballer, als er drei Jahre lang bei Verwandten in Guinea lebte. Glücklicherweise fand sich in Kankan, einer Universitätsstadt mit 100.000 Einwohnern, eine Freizeittruppe zusammen. Ansonsten fällt in dem westafrikanischen Land die Begeisterung für die Fußball und Boxen doch wesentlich größer aus. Wobei der gebürtige Berliner, damals gerade 14Jahre alt, im Heimatland seiner Eltern überhaupt so manche Überraschung erlebte. An der Schule herrschten im wahrsten Sinne des Wortes Zucht und Ordnung. Wer da ungewünscht auffällig wurde, bekam zu spüren, dass Monsieur Professeur nicht nur verbale Argumente hatte. Derartige Erfahrungen ändern aber nichts daran, dass Diallo, der nun in Deutschland als Kaufmännischer Sachbearbeiter tätig ist, eines Tages nach Guinea zurückkehren will. Vorher aber soll noch ein Studium abgeschlossen werden.

In sportlicher Hinsicht gibt es ebenfalls anspruchsvolle Pläne. „Wir wollen aufsteigen und werden dann auch in der 1. Regionalliga mithalten können“, ist sich Diallo sicher. Wobei sein Urteil als hieb- und stichfest gelten darf, konnte er doch schon mit dem RSV Stahnsdorf, den Magdeburger Eagles und DBV Charlottenburg höherklassige Erfahrungen sammeln. Die Grundlage zum Aufstieg haben die Königs-Wusterhausener Basketballer längst gelegt. Da es in der 2. Regionalliga Ost dem Saisonende zugeht, liegen sie als Spitzenreiter sechs Punkte vor dem Tabellenzweiten Tiergarten ISC. Wenn am Sonnabend noch ein Heimsieg gegen WSG Fürstenwalde gelingt, ist der Aufstieg bereits perfekt.

„Es macht auch viel Spaß bei den Red Dragons“, versicherte Diallo. „Daran hat Trainer Konstantin Mau großen Anteil, aber auch das gesamte Umfeld wirkt für Regionalliga-Verhältnisse schon sehr professionell.“

Bei seinen 16 Saisoneinsätzen brachte es Souleymane Diallo auf 251 Punkte. Damit ist er erfolgreichster Angreifer des Königs-Wusterhausener Team und belegt in der Scorerliste der 2. Regionalliga Ost den vierten Platz. Seine Stärke sieht der 1,93-m-Recke vor allem in der Athletik und im läuferischen Vermögen. Ein befreundeter Spieler aus den USA wollte ihn sogar mal zum American Football locken. Die Aussicht, von Drei-Zentner-Packern zu Boden gerammt zu werden, schien dann allerdings doch nicht so verlockend, und der Umworbene blieb lieber beim eleganteren Basketball.

Obwohl Diallo zu den erfolgreichsten Punktesammlern in der Staffel gehört, sieht er seine Reserven vor allem noch unmittelbar beim Wurf. Was auch darauf schließen lässt, dass sich die Königs-Wusterhausener Basketballer nicht auf ihrem Lorbeer ausruhen wollen, sondern höhere Ziele mit höheren Ansprüchen an sich selbst verbinden. So dürften auch die Voraussetzungen günstig sein, dass am Sonnabend in der heimischen Paul-Dinter-Halle mit einem Sieg über WSG Fürstenwalde (Spielbeginn: 18 Uhr) bereits der Aufstieg perfekt gemacht wird.

Von Rainer Rosenthal

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