Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Ultraläufer Mike Friedl trainierte Eike Immel
Sportbuzzer Lokalsport Dahme-Spreewald Ultraläufer Mike Friedl trainierte Eike Immel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:14 02.07.2019
Mike Friedl (h.R.r.) als Coach der A-Junioren von Borussia Dortmund in der Saison 1978/1979. Unter anderem trainierte er dort den 19-fachen Deutschen Nationaltorhüter Eike Immel (h.R.2.v.l.). Quelle: Privat
Neue Mühle

„Wenn mein Fußball-Jugendtrainer noch sehen könnte, wie viel ich heutzutage laufe, dann würde er sich nicht nur einmal im Grab umdrehen“, erzählt Mike Friedl aus Neue Mühle lächelnd, der in diesem Jahr noch seinen 444. Marathon absolvieren wird. „Ich bin ja früher immer absichtlich mit den unterschiedlichsten Ausreden später beim Training erschienen, um die Laufeinheiten nicht mitmachen zu müssen“, erinnert sich der 67-Jährige an seine Zeit als Jugendkicker bei TeBe Berlin.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn machte Friedl beim Berliner Fußballverband den A-Trainerschein. „Ich bekam ein Angebot von Borussia Dortmund, dort als A-Juniorentrainer zu arbeiten. Von 1978 bis 1980 coachte ich das Team, in dem unter anderem der ehemalige Nationalkeeper Eike Immel kickte. Nach dem Gewinn des Meistertitels in der Westfalenliga spielten wir gegen den 1. FC Saarbrücken um die Deutsche Meisterschaft“, so Friedl, „zuhause kamen wir nicht über ein torloses Remis hinaus, das Rückspiel verloren wir mit 0:1. Danach war meine Zeit bei der Borussia vorbei.“

In der Projektabteilung der Firma Unileva (Verpackungen) war Friedl ab 1980 insgesamt 30 Jahre beruflich im Ausland, unter anderem in der Schweiz, Kuwait, Marokko und in der Türkei, unterwegs. Als er 1988 für einige Monate in Hamburg tätig war, entdeckte Friedl durch Zufall die Liebe zum Laufsport. „Ich saß an der Alster und beobachte mit ein wenig Speck um die Hüften die Leute, die die 7,4 km um den See locker liefen. Ich fing an etwas zu joggen und habe gemerkt, dass ich dabei sogar ein wenig abnehme“, berichtet der Dahmeländer, der wenige Monate später durch Zufall seinen ersten Marathon bestritt.

„Als ich im Ziel ankam, schmiss ich die Schuhe ins Meer“

Beruflich war Friedl 1989 für einige Monate in Perth (Australien) unterwegs. Ein Kollege überredete ihn, am Beach-Marathon mitzumachen. „Ich kaufte mir neue Laufschuhe und war pünktlich um 18 Uhr am Start. Ich benötige über sieben Stunden. Als ich im Ziel ankam, schmiss ich die Schuhe ins Meer, denn ich war total fix und fertig. Nie wieder ein Marathon, schwor ich mir.“ Es dauerte nur ein paar Monate und der 67-Jährige war beim Hamburg-Marathon 1990 mit im Teilnehmerfeld von 1200 Startern zu finden.

„Das war der Lauf, der mich dazu gebracht hatte, weiterzumachen.“ In den folgenden Jahren konnte man Friedl bei unterschiedlichen Laufveranstaltungen auf der ganzen Welt finden. Beruflich verschlug es ihn 1992 nach Istanbul, wo er regelmäßig am Bosporus seine Trainingskilometer – bis zu 300 in der Woche – herunterspulte.

Durch Zufall las er im Jahr 2000 im Internet einen Bericht, über einen 100-km-Lauf im schweizerischen Biel. „2001 bin ich mit einem 50-Kilometer-Rennen in Rodgau in die Ultraszene eingestiegen. Der nächste Wettkampf ging von Lübeck nach Hamburg schon über 75 Kilometer“, sagt der gebürtige Berliner, der bis zum heutigen Tag den Lauf in Biel bisher sieben Mal erfolgreich finishte. Diese Distanzen reichten Friedl jedoch bei weitem nicht, denn er nahm von 2005 bis 2007 am Deutschlandlauf von Rügen bis Lörrach (Baden-Württemberg) über 1200 km in 17 Etappen teil. „Ich bin der einzige Läufer auf der ganzen Welt, der diesen Wettkampf dreimal hintereinander erfolgreich bewältigte“, erzählt Friedl stolz.

Auch damit war das Ende der Fahnenstange für den Extremsportler noch nicht erreicht, denn 2009 stellte er sich dem Europalauf von Bari (Italien) bis zum Nordcap (Norwegen) über 4500 km. „Auf diesen Wettkampf, der zwei Monate dauerte, habe ich mich drei Jahre intensiv vorbereitet. Fünf Tage vor dem Zieleinlauf nahm mich der Rennarzt aus dem Läuferfeld, da er gesundheitliche Schäden für meinen Körper befürchtete. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nach 59 Tagen schon 3875 km in den Beinen“, berichtet Friedl weiter. „Als ich in Istanbul zurück war, wurde ich von meiner Laufgruppe trotzdem wie ein kleiner Star empfangen. Ich habe geheult wie ein Schlosshund.“

„Ich renne noch so lange weiter, wie es meine Gesundheit zulässt“

Rückblickend auf seine 31-jährige Marathonkarriere bleiben dem Sportler der Langstreckenlauf-Gemeinschaft Mauerweg Berlin die Wettkämpfe im indischen Mumbai besonders in Erinnerung. „Dort bin ich immer am liebsten gelaufen. Bei dieser toll organisierten Veranstaltung, die immer im Januar stattfindet, war ich schon sieben Mal mit dabei. Zudem ist Mumbai eine echt interessante Stadt, in der ich immer sehr gerne bin“, berichtet Friedl, der am 31. August bei einem 24-h-Lauf in Fleestedt seinen 444. Marathon absolvieren wird. „Ich renne noch so lange weiter, wie es meine Gesundheit zulässt. Ob ich die 500 Marathons noch voll machen werde, kann ich nicht wirklich sagen.“

Von Oliver Schwandt

Ein Obdachloser ist in eine Bürobaracke beim Freilichtmuseum Germanische Siedlung in Klein Köris eingebrochen und hat dort übernachtet. Der Mann hat das nicht zum ersten Mal gemacht.

02.07.2019

„Ich bin bereit, meinen im Februar gewonnenen WBC International Titel zu verteidigen“, sagt Nick Hannig vom Boxclub Bestensee, der in der Wiesbadener BRITA-Arena am kommenden Samstag bei Petko´s Fight Night auf den starken Südafrikaner Ryno Liebenberg trifft. „Im Gegensatz zu Ryan Ford ist Ryno ein richtiger Boxer. Dieser Umstand kommt mir sehr gelegen“, sagt der aus Königs Wusterhausen stammende Halbschwergewichtler.

02.07.2019

Keiner hat diesen Verein über ein halbes Jahrhundert lang so geprägt wie er. Nun ist Hartmut Nickel nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben.

28.06.2019