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Havelland Fest im Fort: Zurück in die Kaiserzeit
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22:21 14.07.2019
Kanoniere an einer historischen Kanone beim 6. Historischen Fest. Quelle: Enrico Berg
Spandau

Elegant gewandete Damen lustwandeln über den Kehlwaffenplatz auf Fort Hahneberg und begutachten das dort feilgebotene Sortiment der Marktstände. Herren in schmucken Uniformen erläutern die politische Lage der Zeit. Weibliche Dienstboten in ihrer Dienstkleidung stehen beisammen und diskutieren über das Wahlrecht für Frauen.

Auf dem Vorplatz des Fort Hahneberg fand am Samstag das 6. Historische Fest statt. Veranstalter dieses gelungenen Events war die Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg e.V. Und wie es sich für so ein Fest gehört, wurde die Wehranlage, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, mit dem Flair der Kaiserzeit erfüllt.

Darsteller aus ganz Deutschland

Darsteller aus ganz Deutschland in ziviler Kleidung und Uniformen der wilhelminischen Zeit zeigten sich den Besuchern und gaben Auskunft zu ihrer jeweiligen Garderobe und dem Gesellschaftsstand. Einer dieser Darsteller war Axel Schüler aus Halberstadt im Harz.

In die Kaiserzeit zurückversetzt wurde das Fort Hahneberg in Spandau am vergangenen Sonnabend. Dafür sorgten unter anderem rund 120 Darsteller in Kostümen während des 6. Historischen Festes. Den etwa 450 Besuchern wurde eine Menge geboten.

Er verkörpert mit seiner Uniform einen Feldsanitäter des Halberstädter Infanterie Regiments Nr. 27. „Ich bin geschichtlich sehr interessiert und so bin ich dann irgendwann zum Reenactment gekommen“, erklärte der Halberstädter. Reenactment ist das Nachstellen geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise.

Frauenwahlrecht gefordert

Dies galt auch für die eingangs erwähnten Dienstmädchen. Sie trugen eine Schärpe mit der Aufschrift „Votes for Women“. Suffragetten wurden sie genannt, das waren damals mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen.

Fort Hahneberg in Spandau

Das Fort Hahneberg wurde von 1882 bis 1886 im Auftrag des preußischen Königs gebaut. Die Anlage sollte der Verteidigung von Spandau dienen.

Die Rüstungsindustrie wie Kanonengießereien, Gewehrfabrik und Pulvermühlen des preußischen Heeres waren in Spandau ansässig.

Das Fort kann heute besichtigt werden, es ist zudem ein wichtiges Fledermausquartier.

Unterschiedlicher konnte das damalige Frauenbild nicht sein – auf der einen Seite die Damen aus der gehobenen Gesellschaft und auf der anderen die Frauen aus der Arbeiterschicht, die sich für das Frauenwahlrecht stark machten.

Militärischer Alltag

Den Besuchern wurde an dem Tag ein interessantes Programm geboten. Die Festungsbesatzung zeigte den früheren militärischen Alltag und führte die Kanonen vor. Sehr beliebt waren die Führungen. Die Besucher konnten die Technik des Festungsbauens am Ende des 19. Jahrhunderts während einer Kurzführung durch das Fort kennen lernen.

„Damals – gestern – heute, Veränderung des Fort Hahneberg” lautete der Titel der Fotoausstellung im ehemaligen Telegrafenraum. Anhand der Bilder konnte man sehr gut erkennen, was sich seit der Errichtung des Fort getan hat. Zudem bestand die Möglichkeit, sich über die Arbeit und Geschichte des Vereins zu informieren. Für Unterhaltung sorgte das Trompeterkorps der Heidedragoner Uetzingen.

Weißwaren zu besichtigen

In einem Teil der Anlage wurden sogenannte Weißwaren gezeigt, zum Teil Originale dieser Epoche. Von Leibchen über Beinkleider bis zum Brautkleid erhielt man hier einen Einblick über die weiße Wäsche aus dieser Zeit. Auch historische Gewehre und Kanonen konnten in der Ausstellung in Augenschein genommen werden.

„2005 haben wir einige Leute gefragt, ob sie Interesse hätten, als Uniformträger und aktive Statisten an einer Veranstaltung der Zeit um 1900 teilzunehmen”, erzählte Siegfried Wittkopp, Vorstandsvorsitzender der Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg e.V.

Bis zu 2000 Euro fürs Kostüm

„Wir wollten der Öffentlichkeit die Uniformen und die Festungsmannschaft zeigen, so entstand seinerzeit die Idee zum Historischen Fest”, erklärte Wittkopp. Aus der Vereinskasse wurde der Kauf der Uniformen finanziert. Viele Teilnehmer hätten ihre Uniformen selbst nähen lassen und zum Teil bis zu 2000 Euro dafür bezahlt.

Ganz so viel hat Karola Hagen aus Brieselang für ihr Gewand nicht ausgegeben. „Ich bin im Fundus der Deutschen Oper in Berlin fündig geworden. Dort habe ich ein Kleid aus der Zeit um 1880 für eine Dame aus der Mittelschicht gefunden”, so Karola Hagen. Sie habe für relativ kleines Geld ein sehr hochwertiges, zweiteiliges Kostüm erstehen können. Die historische Kleidung der Darsteller kam bei den Besuchern sehr gut an und war ein beliebtes Fotomotiv.

120 Darsteller

„120 Darsteller und viele hilfreiche Hände haben dazu beigetragen, dass wir so ein tolles Fest auf die Beine gestellt haben. 450 Besucher haben das 6. Historisches Fest besucht”, freute sich Siegfried Wittkopp.

Das Fest findet immer in einem ungeraden Jahr statt, somit ist das nächste für 2021 geplant. „Neue Vereinsmitglieder sind jederzeit herzlich willkommen” so Wittkopp und ergänzte: „Der Jahresbeitrag beträgt gerade einmal 15 Euro”.

Eingeschränkte Nutzung

„Man könnte die Anlage viel besser nutzen”, gab Vereinsmitglied Manfred Paul Schulze zu bedenken. Er bemängelte die nicht vorhandenen sanitären Anlagen, das sei immer noch ein Problem. Dadurch sei die Nutzung leider nur eingeschränkt möglich, was sehr schade sei, könnte man doch der Bevölkerung die Festung noch besser näher bringen, wenn die Voraussetzungen gegeben wären.

Von Hannelore Berg

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