Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Geher sorgen für Medaillenregen im Schneegestöber
Sportbuzzer Lokalsport Havelland Geher sorgen für Medaillenregen im Schneegestöber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 14.04.2019
Nils Brembach (l.) holt sich im Schneegestöber von Naumburg seinen zweiten DM-Titel im 20 Kilometer Gehen vor Christopher Linke. Quelle: Foto: Philipp Pohle
Naumburg

Eigentlich betreibt Geher Nils Brembach eine Sommersportart. Aber am Sonnabend wurde der Leichtathlet vom SC Potsdam, der aus Falkensee stammt, zum Wintersportler. Denn bei den Deutschen

Saskia Feige vom SC Potsdam wird deutsche Meisterin im Gehen in Naumburg. Quelle: Philipp Pohle

Meisterschaften auf dem traditionsreichen Stadtring von Naumburg, wo zum 50. Male das internationale Gehen stattfand, hieß es eher Ski und Rodel gut. Denn am Morgen hatte heftiger Schneefall eingesetzt. Aber Brembach trotzte dem widrigen Wetter und holte sich in starken 1:20:48 Stunden seinen zweiten DM-Titel nach 2015 vor seinen Teamgefährten vom SC Potsdam Christopher Linke und Hagen Pohle. Bei den Frauen gewann Saska Feige vom SC Potsdam in persönlicher Bestzeit von 1:30:40 Stunden und erfüllte damit bereits die Olympia-Norm für 2020. Teresa Zurek landete auf dem Bronzerang.

Krasse Bedingungen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt

Auch in der Jugend holte der SCP mehrere Titel. In der U20 siegten Josephine Grandi und Johannes Schmidt, in der U18 Mathilde Frenzl.

„Solch krasse Bedingungen habe ich noch nie erlebt“, erzählt Brembach, der gerade erst aus dem Trainingslager im sommerlich warmen Mexiko zurückgekehrt war. Gegen den Temperatursturz, es waren um 0 Grad, schützte er sich mit diversen Vorkehrungen. „Ich habe mir ein extra wärmendes T-Shirt untergezogen, Ärmlinge und Handschuhe übergestreift. Dazu ein Multifunktionstuch, das ich unter dem Basecap auch schützend über die Ohren und den Nacken ziehen konnte. Außerdem trug ich halblange Kompressionsstrümpfe, um die Waden zu schützen. Die Beine habe ich zusätzlich mit einer speziellen Schutzcreme eingerieben. Trotzdem habe ich auf den ersten Kilometern gefroren wie ein Schneider.“

Brembach wird immer schneller und geht sich warm

Aber der EM-Fünfte blieb tapfer, bestimmte das Tempo mit. Nach verhaltenem Beginn wurde er auf dem Ein-Kilometer-Rundkurs immer schneller, schüttelte zuletzt auch Linke ab. „Dass ich am Ende eine solch schnelle Zeit gehen konnte, hätte ich vorher nicht für möglich gehalten“, meint Brembach, der seine Bestzeit nur um sechs Sekunden verfehlte. Immerhin unterbot er bereits die Norm (1:21:00) des Weltverbandes IAAF für die Olympischen Spiele 2020. Die Qualifikation für die WM im Oktober in Katar hatte er bereits mit seinem fünften EM-Platz von Berlin im Vorjahr sicher.

Zwar ist Brembach mit der Geher-Trainingsgruppe in Kienbaum schon öfter in die Kältekammer mit Temperaturen unter minus 100 Grad zur Regeneration gegangen, aber das seien nur drei Minuten gewesen. „Der Wettkampf war eine ganz andere Erfahrung“, so der glückliche Schneemann. „Zum Glück blieb der Schnee nicht liegen, aber in den Kehren hatten sich Pfützen gebildet. Da musste man aufpassen, um nicht wegzurutschen“, berichtet der 26-Jährige, der zwar keine Winterreifen aufziehen konnte – aber die Sohle seiner neuen Adidas-Geherschuhe stammt immerhin von Continental und hatte besten Grip.

Siegerehrung und Geburtstagsfeier

Nach diversen Interviews, Siegerehrung und Dopingkontrolle ging es mit der Familie, die mit an der Strecke bibberte, schnell nach Hause nach Falkensee. Denn Vater Björn hatte am Samstag seinen 55. Geburtstag. „Das war doch ein schönes Geschenk von mir“, meint der Sohn, der so doppelten Grund zum Feiern hatte und spätestens bei der Geburtstagstorte aufgetaut war.

Nils Brembach bereitet sich nun auf den Geher-Europacup Mitte Mai in Litauen vor. „Da wollen wir als deutsches Team gewinnen.“

Von Peter Stein

Havelland SG Westhavelland – Handball - Hinten raus ging etwas die Luft aus

Die SG Westhavelland hat das wichtige Spiel beim HV Grün-Weiß Werder II mit 27:34 verloren. Dabei hatte SG-Trainer Kevin Melzer wieder einmal mit großen Widrigkeiten zu kämpfen.

14.04.2019

Vor zehn Jahren bekamen die Leichtathleten des VfL Rathenow ihr Logo und sind auch heute damit noch sehr zufrieden. Wie es dazu kam? Die MAZ blickt mit Vereinschef Nico Streng zurück.

13.04.2019

Kreisliga B Havelland: Schiedsrichter Bastian Simon vermerkt Vorfälle vom Auswärtsspiel beim FC Deetz im offiziellen DFBnet-Spielbericht.                         

08.04.2019