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Oberhavel FC Kremmen muss auf Brasilianer verzichten
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00:20 27.11.2018
FCK-Trainer Thomas Heyer (l.) ist traurig über den schnellen Abgang seiner brasilianischen Leistungsträger.
FCK-Trainer Thomas Heyer (l.) ist traurig über den schnellen Abgang seiner brasilianischen Leistungsträger. Quelle: Robert Roeske
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Kremmen

Sie versprühten brasilianisches Flair auf dem Sportplatz an der Straße der Einheit – jetzt sind sie weg. Welderson Apolinario da Rocha, Marcus Vinicius Rossi Lourenco da Silva und José Pinheiro dos Santos Junior werden vorerst nicht mehr für den FC Kremmen auflaufen. Die drei Brasilianer, die den Fußball-Kreisoberligisten im Laufe der Hinrunde verstärkt hatten, sind zurück in ihr Heimatland geflogen. „Sie hatten nur ein Touristen-Visum, das wäre jetzt abgelaufen“, erklärt FCK-Trainer Thomas Heyer.

Trainer und Verein helfen bei der Heimreise

Der Kremmener Trainer hat seine Spieler bei der Organisation der Rückreise sogar selbst unterstützt. „Die Jungs haben sportlich für uns gute Dienste geleistet, als viele uns schon totgesagt hatten“, so Heyer, „da ist es klar, dass wir auch ihnen unter die Arme greifen.“ Inzwischen ist das Trio über Sao Paulo nach Brasilien zurückgekehrt. „Sie mussten ausreisen, sonst wären sie illegal hier gewesen, hätten sich damit vielleicht eine Zukunft in Deutschland verbaut – das wollten wir nicht zulassen, deshalb haben wir ihnen die Rückreise ermöglicht.“

Sportlich sind die Abgänge für den aktuellen Tabellenachten der Kreisoberliga ein herber Verlust. „Das schmerzt“, sagt Thomas Heyer. Denn gerade Welderson, der in acht Spielen für den FCK 13 Tore erzielte und damit auf Rang zwei der Torjägerliste rangiert, sei „eingeschlagen wie eine Bombe“, bemerkt Sandy Lüdtke, der Sportliche Leiter des FCK. Auch Marcus da Silva hatte acht Spiele für die Kremmener absolviert. Der Dritte im Bunde, José Pinheiro dos Santos Junior, sollte in Kürze seine Spielberechtigung erhalten.

Fehlt zumindest bis zur Winterpause: Kremmens Top-Torjäger Welderson da Rocha. Quelle: verein

Durch einen Spielervermittler war das Trio nach Deutschland gekommen, wollten eigentlich in Berlin anheuern. „Weil die Vereine dort mit ihrer Kaderplanung schon fertig waren, sind sie in Kremmen gelandet“, erinnert sich Heyer. Gemeinsam mit der Stadt habe der Verein eine Wohnung organisiert, in der die drei zusammen lebten.

Von ihren sportlichen Qualitäten war Heyer begeistert: „Sie kamen ja hierher, um mit dem Fußball ihr Geld zu verdienen. Vielleicht waren sie auch enttäuscht, dass das nicht so funktioniert hat, aber das haben sie uns nie gezeigt. Alle drei hatten eine sehr professionelle Einstellung und haben sich super integriert.“ Aber auch der Trainer habe bei ihnen ein gewisses „Herzdrücken“ festgestellt. „Ihre Familien waren schließlich weit weg in Brasilien.“ Kommunikationsprobleme habe es nie gegeben. „Die Jungs haben eben Fußball verstanden, alles andere ging mit dem Google-Übersetzer oder mit Händen und Füßen.“

Rückkehr? Heyer: „Die mündliche Zusage haben wir“

Ist eine Rückkehr der Samba-Kicker möglich? „Wir müssen abwarten“, sagt Sandy Lüdtke. Thomas Heyer meint: „Die mündliche Zusage haben wir, zumindest Welderson würde sehr gerne in der Rückrunde wieder bei uns spielen.“ Ob das wirklich klappt, vermag er nicht zu sagen. „Dort ist jetzt Sommer, hier ist Winter“, bemerkt er vielsagend. Per Whatsapp habe man aber noch immer regelmäßigen Kontakt zu den drei Fußballern vom Zuckerhut.

Zuversichtlich ist der Kremmener Trainer, dass sein Team die kurzfristigen Abgänge zumindest bis zur Winterpause kompensieren kann. „Marc Kaiser ist jetzt wieder fit, das macht mich optimistisch, dass wir das auffangen können“, so Heyer. Sandy Lüdtke meint: „Das wird jetzt die Herausforderung.“

Von Christoph Brandhorst