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Oberhavel OHC unter Starkstrom
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12:05 25.11.2018
Janis Bohle (l.) – hier mit Co-Trainer Silvio Krause – drückte dem Spiel bei den Füchsen seinen Stempel auf.
Janis Bohle (l.) – hier mit Co-Trainer Silvio Krause – drückte dem Spiel bei den Füchsen seinen Stempel auf. Quelle: Robert Roeske
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Berlin

Füchse Berlin II –Oranienburger HC 22:34 (9:16). Dieses Spiel muss die OHC-Gemeinde erstmal sacken lassen! So manch einer konnte diese Machtdemonstration des Oranienburger Teams im Fuchsbau von Berlin gar nicht fassen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde stand das Oberhavelteam unter Starkstrom, der Gastgeber unter Schwachstrom. Nicht den Hauch einer Chance hatte der zuletzt so starke Aufsteiger. „Lief ganz gut“, sagte OHC-Rückraumspieler Darius Krai achselzuckend und fast entschuldigend im Vorbeigehen. David Sauß, lachte übers ganze Gesicht. Ein paar Spieler versuchten sich beim Dankesgruß an die Fans an einem kleinen Tänzchen. Oranienburgs Co-Trainer Silvio Krause sprach vom „besten Spiel der Saison“.

Abwehr ein unüberwindliches Bollwerk

Was war passiert? Der OHC stellte die „Berliner Mauer“ für 60 Minuten auf. Das war einer von mehreren Schlüsseln des Erfolgs. Janis Bohle und Robin Manderscheid agierten im Mittelblock Schulter an Schulter als unüberwindliches Bollwerk. „Ganz, ganz, ganz stark, was beide wegverteidigt haben. Und die Spieler auf den Halbpositionen haben prima mitgeholfen“, meinte OHC-Trainer Christian Pahl. Die junge Füchse-Mannschaft ließ sich davon extrem beeinflussen. Sie fand im Angriff quasi gar nicht statt. Die Wurfqualität war erschreckend, das Team verfehlte sehr oft das Tor. Keeper Ivan Szabo bekam in der ersten Hälfte gar nicht so viele Bälle auf den Kasten. Und wenn, war er zur Stelle. „Wir sind emotional sehr gut in das Spiel gekommen“, findet Janis Bohle. „Das hat sicher auch damit zu tun, dass neun oder zehn Spieler von uns in der Nachwuchsabteilung der Füchse gespielt haben. Das motiviert. Dann hast du einen Lauf“, fasste er nüchtern zusammen.

Druck von jedem Quadratzentimeter der Halle

Der OHC führte nach zehn Minuten 5:1, nach einer Viertelstunde 8:3. Die Gier war geweckt und ließ zu keinem Zeitpunkt nach. Es war ein sehr effektives Angriffsspiel. Aus dem Rückraum, von den Außenpositionen, vom Kreis, vom Siebenmeterpunkt, per Tempogegenstoß – von jedem Quadratzentimeter der Halle am Sportforum bauten die Oranienburger immensen Druck auf, dem die Abwehr samt aller drei Torwarte nicht gewachsen war. 11:5, 13:7 und 16:9 lauteten die weiteren Zwischenstände. Zusätzlich spielte den Oranienburgern in die Karten, dass Füchse-Spielmacher Linus Skroblien schon früh die rote Karte bekam (18). „Er hat das Foul gar nicht begangen. Sein Verlust tat uns natürlich besonders weh, zumal er in einer tollen Form ist“, bedauerte Füchse-Trainer Anel Mahmutefendic.

„Wir haben uns abschlachten lassen“

Das (fast) perfekte Oranienburger Spiel nahm nach dem Wechsel seinen Lauf. Was auch immer die Spieler machten, verwandelten sie zu Gold. Tor um Tor enteilten sie den jungen Füchsen, den geradezu schwindlig geworden sein muss. Von jeder Position aus traf der OHC. Christian Pahl wechselte kräftig durch, schonte den angeschlagenen Per Kohnagel, setzte Dennis Schmöker mal wieder als Spielmacher ein, musste nach etwa 45 Minuten Nils Müller (Platzwunde am Kopf, wurde mit fünf Stichen genäht) ersetzen – das hohe Level beim OHC blieb, das niedrige bei den Füchsen auch. Der Vorsprung wuchs bis auf 13 Tore (10:21, 11:24, 15:28). „Wir haben uns abschlachten lassen“, konstatierte der Berliner Trainer. „Wir spielten ohne Körpersprache und ohne Selbstbewusstsein. Wir haben viel geändert, es funktionierte nichts. Der OHC hatte immer die passende Antwort.“

Heimspiel in fremder Halle

Der stets kritische Oranienburger Trainer Christian Pahl war angetan vom Auftritt seiner Mannschaft in dem „Heimspiel“ (es waren sehr viele Oranienburger Fans da. „Die Spieler sind in der Woche zuvor aufgrund der schwierigem Trainingssituation mit angeschlagenen Spielern extrem zusammengerückt. Jeder lief für den anderen. In der zweiten Halbzeit setzte sich das fort – mit einem starken Ivan im Tor. So spielt man sich dann in einen Rausch.“

Oranienburg: Szabo, Herold – Bohle (1), Schmöker, Dömeland (8/6), Wertz (3), Schindel (5), Manderscheid (4), Müller (2), Scharge (4), Spickers (1), Otto, Sauß (3), Krai (3).

Von Stefan Blumberg