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Oberhavel Eines der größten Fußball-Talente Brandenburgs: Nico Schönrock vom Oranienburger FC
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16:05 05.04.2019
Nico Schönrock hält Ronaldo für den besten Fußballer, sieht aber in Sergio Ramos ein echtes Vorbild. Quelle: Stefan Blumberg
Oranienburg/Mühlenbeck

Wenn einer zur Zeit bei Fußball-Brandenburgligist Oranienburger FC die Wasserflaschen tragen muss, dann ist es derzeit Nico-Pascal Schönrock. „Das ist halt so“, sagt der 18-Jährige, ohne darüber pikiert zu sein. „Ich bin eben der Jüngste.“ Was hingegen nicht Normalität ist: Dass einer in seinem Alter drauf und dran ist, sich binnen weniger Wochen in die Stammformation eines Brandenburgligisten zu spielen. Nico-Pascal Schönrock ist das beim Oranienburger FC Eintracht geglückt. Im Winter wurde er von den A-Junioren zu den Männern hochgezogen. „Er ist einer der talentiertesten Spieler in ganz Brandenburg. Einer, der Begehrlichkeiten anderer Vereine längst geweckt hat“, sagt Enis Djerlek, Trainer der OFC-Männer. Dabei könnte er in der nächsten Saison sogar noch bei den A-Junioren spielen. Wird er aber nicht.

Großes Vertrauen in den Youngster

Dass dem jungen Defensivmann dieses Vertrauen geschenkt wird, kommt nicht von ungefähr, denn er hat – neben seinem Talent – in den vergangenen 13 Jahren offensichtlich das nötige Rüstzeug bekommen. Das war in den Anfangsjahren bei Grün-Weiß Bergfelde – unter seinem ersten Trainer Josef Pitz – der Fall. In der Zeit spielte er sich bereits in die Oberhavel-Kreisauswahl. Unter Trainer Ulrich Drasché kickte er dort unter anderem mit den OFC-Spielern Erik Beutke, Tim Venor und Steven Prußok zusammen. Über diese Schiene kam der Kontakt zum OFC zustande. Als Elfjähriger wechselte er schließlich nach Oranienburg. Zwei Jahre später ging er zum Sichtungstag von Hertha BSC. „Da waren 110 junge Fußballer, die zu Hertha wollten. Ich war der einzige, der zum Probetraining eingeladen wurde. Nach drei Trainingseinheiten wurde ich genommen“, erinnert sich Nico. Fortan spielte er in der U13 (bis U15) in der Regionalliga. „In der U15 war Zecke Neuendorf mein Trainer. Er stand mehr auf die Jungs mit der ekligen Spielweise. Der bin ich nicht, deshalb wurde ich kaum eingesetzt. Ich bin dann als C-Jugendlicher wieder nach Oranienburg gewechselt. Den hohen Aufwand betreiben, um dann nicht zu spielen – das wollte ich nicht mehr.“ Der Mühlenbecker ging um 6 Uhr aus dem Haus, um aufs Gymnasium nach Bernau zu fahren. Von dort aus ging es zwei Stunden lang mit den „Öffentlichen“ nach Berlin zum Training, abends um 21 Uhr kam er zu Hause an. „Eine anstrengende Zeit. Mein Opa hat mich da auch oft gefahren.“

Nico Schönrock als Minikicker. Quelle: Privat

Beim OFC entwickelte er sich weiter. Stand er in den Anfangsjahren (in Bergfelde) noch als Stürmer auf dem Platz, findet er sich mittlerweile in der Defensive wieder (seit den Hertha-Zeiten). „Da fühle ich mich auch sehr wohl“, sagt der 18-Jährige, der einen kompromisslosen Job in der Innenverteidigung erledigt. „Ich habe es lieber, wenn das Spiel vor mir abläuft und ich es selbst mit aufbauen kann.“ Seinen Torriecher hat er nicht verloren. In der letzten B-Junioren-Saison erzielte er 18 Treffer (inklusive Elfmeter). Enis Djerlek spricht von einer begnadeten Genetik, wenn er von Nico Schönrock spricht (sein Vater Jens Schönrock spielte einst bei Stahl Hennigsdorf in der Landesliga und Rot-Weiß Flatow in der Landesklasse, sein Bruder Jannik/13 hatte auch ein Intermezzo bei Hertha BSC und kickt jetzt ebenfalls beim OFC). Kopfballstärke, tolle Athletik, die man im modernen Fußball brauche, gute Ausbildung bei Hertha – das sind weitere Attribute, die Enis Djerlek aufzählt. Nicht umsonst zog er Nico Schönrock im Winter hoch zu den Männern. „Er wurde von den Jungs gut aufgenommen. Auch deshalb, weil er ehrlich, charakterstark, zuverlässig und zielstrebig ist“, so der Coach.

Verein und Trainer stehen hinter dem 18-Jährigen

Nico weiß seine Rolle ganz gut einzuschätzen. „Ich habe bei den Männern ja erst sieben Spiele absolviert. Ich freue mich, dass ich das Vertrauen vom Verein und vom Trainer bekomme und sie hinter mir stehen.“ Er habe noch Reserven beim Dribbling mit dem Ball, meint er. Sein linker Fuß sei besser geworden, aber ausbaufähig. Als seine Stärken sieht Nico die Übersicht, Erfahrung durch die Zeit bei Hertha BSC, die Körpergröße von 1,90 Meter und Vorteile im Kopfballspiel.

Das Spiel, welches die Erste des OFC pflegt, sei seiner Meinung nach ein modernes, „von hinten her­aus über die Außen – nicht nur lang nach vorn“, sagt der Youngster. Insgesamt habe seine Mannschaft – sie liegt derzeit auf Platz 5 der Brandenburgliga, acht Punkte hinterm Spitzenreiter Einheit Bernau – seit der Winterpause in der Abwehr generell ganz ordentlich gestanden, im Angriff brauche sie aber noch zu viele Chancen, um Tore zu erzielen.

Erst das Abi, dann Fluglotse oder zur Polizei

Nico Schönrock (l.) während seiner Zeit bei Hertha BSC. Quelle: Privat

Zum ganz großen Wurf, dem Aufstieg, wird es in dieser Saison wohl nicht reichen. „Wir müssen nicht, gucken aber von Spiel zu Spiel“, so Nico Schönrock, der parallel auch noch eine ganz andere Herausforderung hat: die Abiturprüfungen. Geografie, Mathematik und Deutsch sowie Sport (mündlich) sind seine Prüfungsfächer bis zum 20. Mai. „Mein Ziel war immer, mit ‚2‘ abzuschließen. Jetzt stehe ich bei 1,5“, so der Mühlenbecker. Was er nach der Schule macht, steht noch nicht fest. Beworben hat er sich dafür, Fluglotse zu werden. Wenn er für das duale Studium in Frankfurt/Main angenommen wird, wäre er weg aus der Region und weg vom OFC. Wenn nicht, würde er gern eine Ausbildung bei der Polizei machen, in Oranienburg. So würde er dem OFC erhalten bleiben. Seine sportlichen Ziele könnte er hier in Angriff nehmen: „Ich würde mich schon freuen, mit dem OFC mal aufzusteigen.“

Der Verein sorgt vor. Wenn Nico Schönrock in der Region bleibt, dann wird er auch weiter für die Kreisstädter spielen. Vize-Präsident Wolfgang Kettner sagte: „Er ist eine gereifte Persönlichkeit. Wir wollen gern mit ihm weiterarbeiten. Es ist unser Weg, von uns ausgebildete Spieler für die Männerteams zu entwickeln. Wir haben uns mündlich verständigt, dass er mindestens ein weiteres Jahr für den OFC spielt.“ Nicos erster Vertrag. Und irgendwann wird die Zeit kommen, in der er nicht mehr die Wasserflaschen tragen muss.

Von Stefan Blumberg

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