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Ostprignitz-Ruppin MC Neuruppin schafft den Neuanfang nach Brand
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18:28 10.04.2019
Beim Fontanepokal 2017, dem Jugendwettkampf des MC Neuruppin, trat auch Weltmeister Jakob Simon für den Motorclub an und holte den  2. Platz.
Beim Fontanepokal 2017, dem Jugendwettkampf des MC Neuruppin, trat auch Weltmeister Jakob Simon für den Motorclub an und holte den 2. Platz. Quelle: Foto: Dirk Becker
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Neuruppin

Es ist der 10. Juli 1991. Der schwärzeste Tag im Vereinsleben des MC Neuruppin. Flammen schlagen um die Mittagszeit aus dem Clubheim am Rutscherweg. Zurück blieb ein Haufen verkohlter Gebäudeteile, ein unbrauchbarer Schutthaufen. „Nach dem Brand hing es am seidenen Faden, ob der Verein weitermacht“, sagt Gründungsmitglied Klaus Burandt.

Nachdem die Schockstarre überwunden war, krempelten die Vereinsmitglieder in den folgenden drei Jahren die Ärmel hoch, und mit einem Darlehen, privat von den Mitgliedern gegeben, sowie erheblichen Eigenleistungen der an die 180 Mitglieder konnte nach der Grundsteinlegung am 13. Juli 1994 das neue Clubheim mit dem Namen Seeperle ein Jahr später eingeweiht werden. Fördermittel hatte der Verein nicht in Anspruch genommen.

Einst 400 Mitglieder

In der Zwischenzeit diente auch schon mal ein Campingwagen als Vereinskneipe, die Bootshalle war nur ein Holzschuppen. „Duster und feucht war das“, erinnert sich Klaus Burandt, „deswegen war es gut, dass wir den Wagen draußen hatten. Da haben wir noch ein Dach angebaut, das war ganz gemütlich.“

In den 1980er Jahren wies die Statistik des MC Neuruppin, im Allgemeinen Deutschen Motorsport Verband der Deutschen Demokratischen Republik (ADMV der DDR) organisiert, noch 400 Mitglieder auf. Unter den Gleichgesinnten fand ein intensives Vereinsleben statt mit gemeinschaftlichen Ausfahrten mit Boot oder mit Auto. Die Bootstouren haben bis in die heutige Zeit Tradition. „Im Winter ist es ein bisschen ruhiger“, sagt Klaus Burandt. „Wir machen schon mal einen Spieletag, veranstalten Eisbeinessen.“ Was man so macht, wenn man nicht aufs Wasser kann.

15 Arbeitsstunden leistet jedes Mitglied im Jahr

In der Wendezeit nahmen die Mitgliederzahlen auf 180 ab, 78 sind es aktuell. „Die haben einigermaßen zu tun, alles zu erhalten“, sagt Matthias Gülow, im erweiterten Vorstand für das Mitgliederwesen zuständig. 15 Arbeitsstunden müssen die Mitglieder im Jahr leisten. Arbeit fällt genug an: Rasen mähen, Hecke schneiden, Erhaltung der Bootsstege, die 2015 komplett erneuert wurden, damit sich auch Gäste, die mit ihren Booten einen Liegeplatz suchen, beim MC Neuruppin wohl fühlen. „Das war schön, als wir die Steganlage in Betrieb genommen haben“, so Gülow.

Das Vorstandsmitglied stieß 2011 durch seinen Sohn Felix zum Verein, der in der 1997 gegründeten Jugendabteilung noch Schlauchbootrennen fuhr und heute im Vorstand für die Jugendarbeit zuständig ist. Im selben Jahr veranstaltete der Verein, quasi als Initialzündung für eine neue Jugendgruppe, zum ersten Mal den Fontanepokal im Schlauchboot-Slalom, der auch in diesem Jahr Ende August stattfindet.

Ein Weltmeister im Schlauchboot-Slalom

2016 kam mit dem heute 17-jährigen Jakob Simon ein frischgebackener Weltmeister im Schlauchboot-Slalom vom befreundeten Verein Möwe Oranienburg an den Ruppiner See. Der besseren Trainingsbedingungen wegen. Nun hat der Elftklässler im vergangenen November diesen Titel zum dritten Mal geholt und sich in Fujaira in den vereinigten Arabischen Emiraten vor die Konkurrenz in seiner Klasse 5 gesetzt.

Den Titel möchte Jakob Simon in diesem Jahr noch einmal verteidigen, bevor er in die nächste Altersgruppe wechselt. Diesmal findet die Weltmeisterschaft im sogenannten Manouvering im russischen St. Petersburg statt.

Von Dirk Becker