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Ostprignitz-Ruppin Paralympics 2020 im Sinn
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16:01 28.08.2014
Shirley Sue Giese auf Harun bei einer Dressurprüfung während der Wulkower Pferdetage.
Shirley Sue Giese auf Harun bei einer Dressurprüfung während der Wulkower Pferdetage. Quelle: Dirk Becker
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Radensleben/Wulkow

An diesem frühen Sonntagmorgen, der dritte Tag bei den Wulkower Pferdetagen, stellt die Leistung des blinden Mädchens selbst Reiter in den Schatten, die am Vortag das schwere S-Springen in Angriff nahmen. Auf einem Pferd saß Shirley bereits mit drei Jahren. Ihre Eltern betreiben einen kleinen Reiterhof bei Werder. Sie entwickelte trotz ihres Handicaps großes Talent. Vor gut drei Jahren nahm sie Gundula Lüdtke von der Rollireitschule Radensleben unter ihre Fittiche. Denn für die blinde Reiterin ist klar: Sie will bei den Paralympics starten. 2016 in Rio noch nicht, dafür ist Shirley Sue noch zu jung, aber 2020 möchte sie in Tokyo dabei sein. "Das ist eine machbare Sache", sagt Christine Lemmè, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Radenslebener Reitschule zuständig ist.

Fast leise, aber bestimmt, verständlich, erreicht die Stimme von Gundula Lüdtke ihren Schützling, die auf dem schwarzen Hannoverander Hobis im Wulkower Geviert ihre Prüfungen absolviert. Die Trainerin gibt die Richtung anhand der Buchstaben vor, die die Ecken des Dressurplatzes bezeichnen. Pferd und Reiterin sind ein eingespieltes Team. "Hobis ist ein speziell ausgebildetes Pferd", so Christa Lemmè. Trotzdem bedarf es eines gewissen Urvertrauens zwischen Mensch und Tier, was dieses Zusammenspiel erst möglich macht. Training gehört dazu, aber auch die Pflege des Pferdes. Das macht Shirley Sue ganz allein. "Sie bewegt sich im Stall wie eine Sehende, sehr eindrucksvoll", beschreibt Christa Lemmè das Geschehen nach Turnier oder Übungseinheit.

Gegen die sehende Konkurrenz reicht es am Sonntagmorgen immerhin zu Platz zehn. 23 nahmen den Wettkampf auf. Shirley Sue Giese und Harun erhalten 6,9 Punkte. Die Siegerin Ricarda Sehnert vom Haupt- und Landesgestüt Neustadt reitet auf Ragazzo die volle Punktzahl von 8,0 vor Nina Tornow aus Wulkow und Kerstin Henke vom Reitverein Schönberg.

Zum ersten Mal in der 41-jährigen Geschichte der Pferdetage, hatte der Wulkower Reitverein am Samstag zum Springen der schwersten Klasse S eingeladen. Hier sicherte sich Ronny Sauer vom Reitverein Neu Benthen auf seiner Stute Alina den Sieg von 29 Startern. Insgesamt standen bei diesen Pferdetagen 33 Prüfungen mit 1500 Starts auf dem Programm. "So viele wie noch nie", sagte Hans-Joachim Deter, der gemeinsam mit Rudi Schmidt die Turnierleitung inne hatte. Beide schauten zu, wie Caroline Neumann vom RFV Freyenstein den goldenen Dressursattel erhielt und Juliane Enders den goldenen Springsattel. Die Reiterin vom RV Stechlin Menz hatte sich als einzige Frau gegen die männliche Konkurrenz beim S-Springen durchsetzen müssen und erreichte am Ende mit zwei Fehlern Platz acht.

Seit dieser Woche, und das zwei bis dreimal, trainiert nun Shirley Sue Giese wieder für ihren großen Traum, bei den Paralympics in den Sattel ihres Harun zu steigen. "Aber zunächst ist das nächst größere Event",so Lemmé, "die Landesmeisterschaft für Menschen mit Handicap, die während der diesjährigen Hippologica ausgetragen wird. Die Pferdesportmesse findet Mitte Dezember auf dem Messegelände in Berlin statt.

Von Dirk Becker

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