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Potsdam-Mittelmark Niclas Eichhorst düst am liebsten bergab
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17:25 19.06.2019
Seit vier Jahren fährt Niclas Eichhorst Downhill.
Schenkenhorst

Der schmale Sattel seines Rennrads ist noch warm, als der Vater ihn herbeiruft. Leicht schnaufend, durchnässt von Regen und Schweiß kommt er über den Hof geeilt. Niclas Eichhorst lässt sich nicht aufhalten. Hitze, Kälte, Niederschlag. Wer Rad aus Leidenschaft fährt, darf keine Ansprüche an das Wetter stellen. Der Trainingsplan hielt für den Nachmittag eine Ausdauereinheit parat. Eine knackige Trainingsrunde über 10 Kilometer. Das bisschen Wasser von oben macht dem Schüler aus Schenkenhorst (Potsdam-Mittelmark) nichts aus. „Da muss man durch.“ Lakonisch weist er auf seine loyalen Helfer hin. „Ich hab ja meine Radklamotten.“

Grenzgänger im Gelände

Niclas Eichhorst macht aber nicht nur Meter auf Asphalt. Über jede Art Untergrund müht er sich, mit Vorliebe pflügt er durch Sand und Matsch. Bisweilen durch den Seddiner See. Die Vielseitigkeit, die der Radsport

Niclas Eichhorst, Schenkenhorst, Downhill Quelle: privat

bereithält, hat ihn schon früh fasziniert. Seit knapp vier Jahren fährt der 14-Jährige Downhill. Davor war er zumeist motorisiert unterwegs. Der Vater hegt eine Leidenschaft für Motocross, auf einem Quad saß Sohn Niclas bereits mit vier Jahren. Dem Untergrund ist er treu geblieben, nur der Antrieb hat sich geändert. Körperkraft statt Pferdestärken. Und möglichst bergab sollte es geben.

Eichhorst suchte das Adrenalin, den Nervenkitzel. „Das ist das Geilste an dem Sport“, verrät Eichhorst, verspürt einen Suchtfaktor. „Morgens aufstehen und Downhill fahren“, beschreibt er sein Verlangen. Zumal die Leichtigkeit und gleichzeitige Beherrschung des Fahruntersatzes alles abverlangt: Konzentration, Kraft, Koordination. Eichhorst ist ein Grenzgänger.

Vorbild ist Fabio Wibmer

Sein Vorbild: Fabio Wibmer, ein Allroundtalent. Ein Spezialist für Trial und Mountainbike. Und für die eigene Außenwirkung. Der Österreicher lässt sich gerne dabei filmen, wie er sich auf dem Rad aus Helikoptern fallen lässt, Schneepisten und enge Eiskanäle hinunter jagt und zum Abschluss noch einen flotten Sprung hinlegt. Das kommt an. Wibmers Autogramm hat Eichhorst längst, verfolgt den Szene-Star im Netz. Und blickt fast neidisch auf die Bedingungen im südlichen Nachbarland. Neigungen entscheiden daher über Familienurlaube – die des Sohnes und die der Bikeparks im Bundesgebiet; Winterberg im Sauerland, Schöneck im Vogtland oder Steinach am Rennsteig werden angesteuert.

Wenige Strecken zum Üben

„Es gibt hier eben nicht so viele Strecken zum Üben“, sagt Eichhorst. Die einzig Offizielle liegt in den Köpenicker Müggelbergen. Immerhin Berlins höchste natürliche Erhebung. Dort betreibt der Berliner Verein Downhill e.V. in Absprache mit dem Forstamt Köpenick die Strecke auf der alten Rodelbahn. Akkurat aufgereihte Holzbretter säumen Kurven, bilden Kicker, laden zu weiten Sätzen ein. Sieht super aus, steht aber nur zu bestimmten Zeiten offen. An den Wochenenden von April bis November. In den Schulferien auch unter der Woche. Montags, mittwochs, freitags. Ansonsten müssen die Abhänge am Teufelsberg im Grunewald oder am Potsdamer Brauhausberg für den Balanceakt auf zwei Reifen herhalten. Eichhorst kennt kein Muffensausen. Sein Bewegungsdrang muss gestillt werden. Einen Parcours baut er sich mitunter selbst. Was nicht immer auf Zuspruch stößt. „Einmal hat mir jemand im Wald Stöcker in die Landung gesteckt“, erzählt er. „Ziemlich krass.“

Vielseitig auf dem Zweirad unterwegs

In jungen Jahren ist er aber vom Draufgänger zum Allrounder gereift, wechselt häufig auf die Rennmaschine und spult Kilometer ab. Bergab allein reicht nicht mehr. Ein Grund: Downhill ist keine Spezialität der Hauptstadtregion. Außerdem hat Eichhorst Radcross entdeckt, die kleine Schwester des Straßenradsports.

Derweil planen Vater und Sohn für die Sommerferien eine Fahrradtour an die Ostsee. Die genaue Strecke steht noch nicht fest. Nur ausschließlich mit Asphalt wird sich Niclas Eichhorst wohl nicht zufrieden geben. Der märkische Sand lockt.

Von Philipp Laberenz

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