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Potsdam Erfolgstrainer Manfred Wolke wird 75
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17:33 12.01.2018
Trainer Manfred Wolke (l.) umarmt seinen Vorzeige-Boxer Henry Maske nach dem Comeback-Sieg gegen Virgil Hill 2007. Quelle: foto: dpa
Frankfurt (Oder)

„Für mich war es das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Axel Schulz über seinen früheren Box-Trainer Manfred Wolke, der am Sonntag seinen 75. Geburtstag feiert. Schulz wurde zwar nie Schwergewichts-Weltmeister aber wie Gentleman-Boxer Henry Maske lockte er unter der Ägide von Wolke ein zweistelliges Millionen-Publikum an die TV-Bildschirme.

Wolke hat mir vor allem beigebracht, weniger auf die Physis, sondern mehr auf die Taktik und meine Nase zu achten. Treffer vermeiden, war die erste Pflicht“, meint Schulz. Wolke ist für diesen defensiven Stil viel gescholten worden, aber der Erfolg gab ihm Recht. Zudem ließ sich „Manne“ nur schwer was sagen. Er war auch ein Sturkopf.

Bei Motor Babelsberg begann die Box-Karriere

Das zeigte sich schon in den Anfängen. Als der gerade mal 17 Jahre alte Hänfling bei Motor Babelsberg in seiner Heimatstadt Potsdam mit dem Boxen begann. Eigentlich sollte er zwei Mitspieler zum Fußball zurückholen, dann blieb Wolke selbst bei den Boxern. Legendär die Geschichte, wie er nachts durch ein Fenster in die Motor-Halle einstieg, um zu trainieren. Martin Neef wurde für Wolke, der 1943 als jüngstes von zehn Kindern geboren wurde und seinen Vater im zweiten Weltkrieg verloren hatte, zur Trainer-Vater-Figur und ebnete die Erfolgsspur, die 1968 im Olympiasieg im Weltergewicht gipfelte. 1972 trug Wolke die DDR-Fahne ins Münchner Olympiastadion, scheiterte selbst durch eine Augenbrauenverletzung früh im olympischen Box-Turnier.

Box-Boom dank Wolke nach der Wende

Nach der aktiven Karriere studierte der gelernte Lokomotivschlosser und wurde Trainer. Mit Rudi Fink (1980) und Henry Maske (1988) brachte er zwei Amateur-Olympiasieger hervor. Zwischendurch verfiel er der Alkoholsucht, kämpfte aber auch da erfolgreich gegen an. Nach dem Mauerfall unterschrieb Wolke beim Promoter Wilfried Sauerland und wechselte mit seinen Top-Boxern zu den Profis, holte den Faustkampf wieder raus aus der Schmuddelecke.

Wolke blieb sich treu: Er verlangte viel von sich und ebenso von seinen Schützlingen. „Ick bin ’n Verrückter. Im 21. Jahrhundert, im Computerzeitalter, alles Hightech und dann so was wie Boxen, da muss man doch bekloppt sein“, wird er im autobiografischen Buch „Der Boxermacher“ (2002) zitiert.

2009 kam das Aus für das Wolke-Gym

Wolke, der mit seiner Brigitte – „War mir gleich klar: Die Kleene isset“ – seit 53 Jahren verheiratet ist, Kinder und Enkelkinder hat, musste aber nicht nur mit seinen Boxern Niederlagen einstecken. Als 2009 von Sauerland sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde, war das auch das Aus für das Wolke-Gym an der Oder.

Schulz, der wie sein Trainer weiter in Frankfurt wohnt, sagt: „Wir haben nur noch losen Kontakt, laufen uns ab und zu über den Weg.“ Es ist stiller geworden um Manfred Wolke, der Medienanfragen lieber aus dem Weg geht und oft in seinem Ferienhaus auf dem Darß an der Ostsee weilt. Vor drei Jahren musste er sich einer Operation am Herzen unterziehen, zwei Bypässe wurden gelegt. Schulz sagt: „Ich hab’ ihn aber wieder joggen sehen.“ Wolke bleibt ein Kämpfer.

Von Peter Stein

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