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SC Potsdam Anschieber Poser und Kuske feiern Weltcupsieg
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21:37 01.03.2018
Na dann Prost! Nico Walther, Christian Poser, Kevin Kuske und Eric Franke (v.l.) jubeln nach dem Weltcupsieg im Viererbob. Quelle: Foto: dpa
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Altenberg

Erst im Zweierbob disqualifiziert und dann mit voller Konzentration zum Sieg in der Königsklasse gerast. Nico Walther hat bei seinem Heim-Weltcup ein Gefühlschaos erlebt. „Wir waren nach der Disqualifikation gestern am Boden zerstört, haben alles am Schlitten noch mal nachgemessen. Beide Läufe waren nicht hundertprozentig gut gelaufen. Aber besser hätte die Revanche nicht laufen können“, sagte Walther nach seinem zweiten Saisonsieg im Viererbob-Weltcup.

Der Oberbärenburger setzte sich am Sonntag nach zwei Läufen in seinem FES-Schlitten mit seiner Crew Kevin Kuske, Christian Poser (beide aus Potsdam) und Eric Franke mit fünf Hundertstelsekunden Vorsprung gegen seinen Vereinskollegen Francesco Friedrich durch. Dritter wurde der Lette Oskars Kibermanis. Viererbob-Weltmeister Johannes Lochner kam im Wallner-Bob auf Platz fünf. „Wir führen uns pudelwohl im Vierer, leider bin ich am Einstieg etwas hängengeblieben“, sagte Friedrich.

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Erst auf Platz drei, dann disqualifiziert

Im Zweier war der viermalige Weltmeister Friedrich nach seinem Schlittenwechsel von Wallner auf FES mit Anschieber Martin Grothkopp am Samstag auf Rang zwei hinter dem Kanadier Justin Kripps gekommen. Kripps verbesserte mit Anschieber Alexander Kopacz den fast 15 Jahre alten Startrekord von André Lange und Kevin Kuske auf 5,11 Sekunden. Walther wurde mit Anschieber Christian Poser zunächst Dritter, dann wegen Materialproblemen disqualifiziert. Auf Rang drei rückte Kibermanis vor. Lochner wurde mit Joshua Bluhm Sechster und haderte. „Der Schlitten zieht einfach nicht, mir gehen die Ideen aus“, sagte der Berchtesgadener. Bei den Frauen feierte Anna Köhler den ersten Podiumsplatz ihrer Karriere. Die Winterbergerin landete mit Anschieberin Annika Drazek auf Platz drei. Nach zwei Läufen hatten sie 0,90 Sekunden Rückstand auf die kanadische Olympiasiegerin Kaillie Humphries. Auf Rang zwei kam US-Pilotin Jamie Greubel Poser.

Der Bob war an einer Stelle zu schmal

Die Ehefrau des Potsdamers Christian Poser musste ihren Mann nicht lange trösten nach dem Disqualifikationsmalheur im Zweier. Der 31-Jährige sagte: „Der Bob war an einer bestimmten Stelle um Millimeter zu schmal. Da genügt schon eine zu fest angezogene Schraube. Die Innenbreite der Einstiegsfläche der Haube muss mindestens 450 Millimeter betragen.“ Auf die Frage, wie es ihm ergangen sei, nachdem er zunächst als Weltcup-Dritter auf dem Podium stand und dann disqualifiziert wurde, meinte der Ex-Sprinter: „Ich habe nur gedacht, besser es passiert uns jetzt als bei Olympia. Aus Fehlern lernt man. Ich mache den Technikern von der FES keinen Vorwurf. Sie haben bisher erstklassige Arbeit für uns geleistet. Aber natürlich ist das ärgerlich.“ Immerhin gingen Walther so 200 Weltcuppunkte flöten und seine gute Ausgangsposition im Gesamtweltcup im Zweier war dahin. Statt Vierter ist er nur noch Achter.

Trotzdem sei er nicht mit Wut im Bauch in die letztlich siegreiche Viererkonkurrenz gegangen, erklärte Poser. „Der Erfolg entschädigt für vieles. Aber es war unterm Strich schon ein denkwürdiges Weltcup-Wochenende.“

Das fand auch Kuske, der sich somit nachträglich zu seinem 39. Geburtstag letzten Donnerstag beschenkte: „Das Timing in Richtung Olympia passt. Wir sind auf einem guten Weg. So ein Erfolg gibt Selbstvertrauen. Aber das war noch nicht das Ende der Fahnenstange.“

Schneider und Buckwitz überstehen Stürze glimpflich

Stephanie Schneider und Lisa Buckwitz aus Potsdam hatten sich den Auftritt beim Heimweltcup in Altenberg am Wochenende ganz anders vorgestellt. Es wurde ein Sturz-Festival, das aber glimpflich endete.

Das Duo war bereits im Training an der Ausfahrt Kreisel auf der schwierigen Bahn gestürzt. Dann wurde Lisa Buckwitz zur Vorsicht aus dem Rennen genommen. „Ich habe mir aber nichts Schlimmes getan, außer ein paar Prellungen und blaue Flecken“, sagte die Anschieberin.

„Wenn der Bob kippt, musst du nur darum kämpfen, dich festzuhalten und möglichst weit reinzuziehen“, erzählte die Europameisterin, die gestern bereits wieder auf dem Weg nach St. Moritz/Schweiz war, wo am nächsten Wochenende ein weiterer Weltcup stattfindet.

In Altenberg ging Schneider am Samstag mit Anschieberin Franziska Bertels an den Start und stürzte erneut in der Ausfahrt Omega-Kurve.

Schneider, die in dieser Saison bereits zwei Weltcups gewonnen hatte, meinte: „Ich bin zwei Jahre nicht in Altenberg gefahren. Das hat sich negativ ausgewirkt. Zumal die Bahn diesmal sehr schnell war. Ich habe das Problem einfach nicht in Griff bekommen.“

Nachwirkungen befürchtet die Pilotin nicht: „Ein paar blaue Flecken, das war’s. In St. Moritz greife ich wieder an“, sagte sie.

Von Frank Kastner und Peter Stein

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