Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
SC Potsdam Da spielt die Musik für Friedelinde Petershofen
Sportbuzzer Lokalsport Potsdam SC Potsdam Da spielt die Musik für Friedelinde Petershofen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 15.01.2018
Friedelinde Petershofen, SC Potsdam
Friedelinde Petershofen, SC Potsdam Quelle: Gerhard Pohl
Anzeige
Potsdam

„Seit ich nach Potsdam gekommen bin, war ich von Anfang an begeistert von diesem Meeting. Nun bin ich das vierte Mal dabei und freue mich immer noch riesig darauf. Das ist mein absolutes Wettkampf-Highlight“, kommt Friedelinde Petershofen aus dem Schwärmen für das 19. Internationale Stabhochsprung-Meeting am Wochenende im Potsdamer Stern-Center gar nicht mehr heraus.

Das liege zum einen an der besonderen Stimmung, wenn sie durch das Zuschauerspalier Anlauf nimmt. Zum anderen komme sie mit der Steg-Anlage sehr gut zurecht und schließlich spiele auch die Musik eine wichtige Rolle. „Ein guter Beat muss es schon sein mit entsprechender Lautstärke und alle klatschen mit“, meint die 22-Jährige. „Ich lasse mir da kurz vor dem Wettkampf was einfallen. Das Lied singe ich dann meist mit, wenn ich am Anlauf stehe und mich pusche. Deshalb nehme ich den Anlauf auch immer noch einen Fuß nach hinten, weil ich so voller Adrenalin einfach schneller bin.“

Der richtige Beat gehört dazu

Doch nicht nur mit Musik geht alles besser, natürlich müsse sie dafür auch entsprechend trainieren. Die Vorbereitung auf die Hallen-Saison sei sehr gut verlaufen. Mit ihrem Heimtrainer Stefan Ritter, der zugleich Frauen-Bundestrainer für Stabhochsprung ist, war sie im Dezember drei Wochen in Südafrika. „Unter Freiluftbedingungen trainieren zu können, hilft sehr. Da ich auf allen Gebieten noch Reserven habe, gibt es viel zu tun. Aber ich bin auf einem guten Weg. Ich habe auch das Gefühl, dass ich mich stetig verbessere.“

Die Ex-Turnerin, die erst vor drei Jahren aus Oldenburg wegen des Stabhochspringens zum SC Potsdam kam, katapultierte sich zu Jahresbeginn gleich über 4,40 Meter und stellte eine persönliche Hallen-Bestleistung auf. Bisher stand ihre Tophöhe bei 4,33 Meter von 2016, natürlich im Stern-Center gesprungen. Ihr Freiluftrekord liegt seit dem Vorjahr bei 4,55 Meter, als sie sich bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt in einen wahren Rausch sprang und um 25 Zentimeter steigerte. DM-Bronze und die WM-Teilnahme waren der Lohn. „Ich will zeigen, dass ich nicht nur einmal hoch springen kann. Ich möchte mich zunächst bei 4,50 Meter stabilisieren, sagt Friedelinde Petershofen.

Ziel: stabil um 4,50 Meter springen

Am Samstag musste die Lehramtsstudentin für Sport und Biologie an der Uni Potsdam allerdings einen Dämpfer hinnehmen. Bei den Hallen-Meisterschaften von Berlin-Brandenburg kam sie ausgerechnet auf ihrer täglichen Trainingsanlage in der Leichtathletikhalle im Luftschiffhafen nicht zurecht und scheiterte dreimal an ihrer Einstiegshöhe von 4,00 Metern. „Peinlich“, lautete ihr spontaner selbstkritischer Kommentar. Trainer Ritter fürchtet keine negativen Auswirkungen für das Freitag-Springen im Stern-Center. „Da hat Fredi internationale Konkurrenz. Das wird ein ganz anderer Wettkampf“, meint der Coach. „Wir haben noch viele Baustellen, an denen wir schrauben müssen.“ Positiv registriert hat er, dass sein Schützling die Sprintleistung über 30 Meter fliegend verbessern konnte. „Fredi hat auch athletisch einen Schritt nach vorn gemacht. Damit können wir bald zu längeren Stäben greifen.“ Sein Fazit: „Sie ist angekommen im Leistungssport.“

Momentan seien die Stäbe 4,45 Meter lang, die 4,60er liegen bereits im Köcher bereit. Denn das große Saisonziel sind die Europameisterschaften in Berlin. Die Qualifikationshöhe von 4,45 Meter werde am Ende für einen Auftritt im Olympiastadion nicht reichen. „In Deutschland wollen es alle noch mal wissen, gerade die etablierten Springerinnen wie Sylke Spiegelburg oder Martina Strutz. Die nationale Konkurrenz wird härter als im letzten Jahr.“ Katharina Bauer (Bayer Leverkusen) hüpfte letztes Wochenende auch über 4,40 Meter. Mal schauen, wer mit dem richtigen Beat das Stern-Center rockt.

6-Meter-Mann Lisek wieder dabei

Das elfköpfige Teilnehmerfeld bei den Männern wird angeführt von Piotr Lisek, der im Vorjahr im Stern-Center erstmals die 6,00 Meter übersprang. Zum Favoritenkreis zählen ferner Robert Sobera (Polen/Hallenbestleistung 5,81m), Axel Chapelle (Frankreich/5,80) sowie die beiden Deutschen Hendrik Gruber (5,75) und Karsten Dilla (5,73).

Bei den Frauen steht die ehemalige Vizeweltmeisterin Ramona Strutz aus Schwerin mit 4,70 Meter an der Spitze, gefolgt von Romana Malacova (Tschechien/4,62) und Michaela Meijer (Schweden/4,60). Vorjahressiegerin Annika Roloff (Holzminden/4,55) ist auch dabei.

Das Meeting beginnt am Donnerstag um 14 Uhr mit einer Schnupperstunde für Jedermann, um 16.30 Uhr folgt das Pokalspringen der Jugend.

Am Freitag 11 Uhr startet das Pokalspringen der Junioren; 14.30 Uhr: Pokalspringen Juniorinnen; 17.30 Uhr: Eröffnung Frauen; 17.45 Uhr Beginn Frauen.

Am Samstag 13 Uhr Schüler-Cup; 17.30 Uhr: Eröffnung Männer; 17.45 Uhr Beginn Männer.

Von Peter Stein

14.01.2018
11.01.2018
01.03.2018