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SC Potsdam Kapitän Anne Hölzig: Ziel ist das Finale
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19:17 10.04.2019
Anne Hölzig (SC Potsdam, l.) + Jennifer Geerties (SSC Palmberg Schwerin) Quelle: Pohl
Potsdam/Schwerin

Am Donnerstag Abend (19.30 Uhr) beginnt das Playoff-Halbfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft zwischen dem Gastgeber Schweriner SC und dem SC Potsdam. Während der SSC mit zwölf Titeln deutscher Rekordmeister ist, steht der SCP erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Halbfinale. Im Doppel-Interview sprechen die Kapitäninnen Anne Hölzig (SCP) und Jennifer Geerties (SSC) über die Ansprüche, den Derby-Charakter des Ost-Duells und die Stimmung in der Kabine.

Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an den Schweriner SC denken?

Anne Hölzig (lacht): Da denke ich zuerst an meine Freundin Kimberly Drewniok. Seitdem wir beide beim VC Olympia in Berlin gespielt haben, kennen wir uns sehr gut. Wir haben zusammen im Internat gewohnt. Kimmi war ja dann auch eine Saison beim SC Potsdam. Wir sind immer noch ständig in Kontakt.

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an den SC Potsdam denken?

Jennifer Geerties: Ich denke an das Viertelfinale, als Potsdam gegen Vilsbiburg mit 0:2 zurücklag und doch noch gewonnen hat. Die Mannschaft hat zwar eine unstetige Vorrunde gespielt, sich aber gesteigert und das Halbfinale erreicht. Wir respektieren sie und nehmen die Aufgabe sehr ernst.

Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Anne Hölzig: Schwerin ist klarer Favorit. Das ist der Rekordmeister, der Titelverteidiger, der Pokalsieger – also die erfolgreichste Mannschaft in Deutschland. Mehr geht nicht. Trotzdem ist alles offen, wir haben keinen Druck. Jennifer Geerties: Wenn alle einen guten Tag haben, wird es sehr schwer für uns. Ich denke aber, dass wir den längeren Atem haben. Potsdam steht zum ersten Mal in einem Meisterschafts-Halbfinale. Wir wissen, wie heiß alle sein werden und stellen uns darauf ein.

Wen fürchten Sie beim Gegner besonders?

Anne Hölzig: Da sehe sich vor allem Kimberly Drewniok und McKenzie Adams. Das sind die beiden gefährlichsten Spielerinnen im Angriff, diese müssen wir stoppen.

Jennifer Geerties: Marta Drpa ist die Schlüsselspielerin beim SCP. Sie ist in der Lage, ein Spiel zu entscheiden. Wir müssen sie in den Griff und unter Kontrolle bekommen.

Wie lautet das Saisonziel?

Anne Hölzig: Eigentlich haben wir mit dem erstmaligen Erreichen des Halbfinals unser großes Ziel erreicht. Aber natürlich sind wir nun nicht selbstzufrieden und lehnen uns zurück. Nun geht es weiter. Jetzt wollen wir ins Finale. Das muss unser Ziel sein. Jennifer Geerties: Ganz klar: Finale erreichen, Titel verteidigen.

Wie nehmen Sie den Erwartungsdruck wahr?

Anne Hölzig: Bronze haben wir ja mindestens sicher. Die Medaille nimmt uns einige Last von den Schultern. Die Freude darüber überwiegt. Nun wollen wir diese Euphoriewelle nutzen, um den Favoriten zu ärgern. Das ist ja eine „Best of five“-Serie. Das wird am Ende auch eine Energieleistung. Jennifer Geerties: Im Team sind alle auf das Ziel fokussiert. Ich spüre und erlebe in der Vorbereitung, dass alle ernsthaft arbeiten.

Sehen Sie das Duell auch als Derby?

Anne Hölzig: Mag sein, dass das andere so sehen. Für mich ist das nicht unbedingt ein Derby, aber die Stimmung ist schon immer ganz besonders. Obwohl die Entfernung nicht so weit ist (208 Kilometer/d.R.), werden wir schon am Vortrag anreisen, um uns noch besser auf dieses erste Spiel konzentrieren zu können. Jennifer Geerties: Eigentlich nicht. Ich spiele nicht so gern in Potsdam, kann aber nicht begründen, warum das so ist. Bei uns hatten viele damit gerechnet, im Halbfinale auf Dresden zu treffen. Nun ist es Potsdam geworden – auch gut.

Welche Rolle spielt noch das Pokal-Halbfinale vom Dezember, das 3:2 für Schwerin endete?

Anne Hölzig: Das haben wir nicht vergessen. Da hat man ja gesehen, dass wir Schwerin Paroli bieten können. Daran wollen wir anknüpfen. Das gibt uns Selbstvertrauen. Das ist nach den jüngsten Erfolgen in Stuttgart und den beiden Siegen gegen Vilsbiburg im Viertelfinale sowieso da. Vor allem, dass wir auswärts gewonnen haben, gibt uns Zuversicht. Wir haben im Moment sicherlich einen Lauf. Jennifer Geerties: Für mich ist das Schnee von gestern.

Wie lautet der aktuelle Musikhit in der Kabine – gibt es ein besonderes Ritual?

Anne Hölzig: Den Hit an sich haben wir nicht, aber eine Playlist. Dafür ist immer Antonia Stautz zuständig. Im Moment ist spanische Musik unser Favorit, vielleicht weil wir einen spanischen Trainer haben. „Con Calma“ und „Gasolina“ von Daddy Yankee läuft ganz oft. Besondere Rituale kurz vor dem Spiel haben wir nicht. Der Trainer kommt noch mal in die Kabine und sagt etwas. Dann pusht unsere Kleinste, Libera Aleksandra Jegdic, noch mal mit ein paar markigen Sprüchen das Team und los geht’s. Jennifer Geerties: Es gibt nicht den einen SSC-Song. Denise Hanke ist unsere DJane. Sie verwaltet die Playlist, der alle ihre Lieblingssongs zufügen können. Das ist ein bunter Mix – vor allem mit englischer Musik. Zwei Lieder kommen aus Holland, ein paar aus Deutschland.

Welche Rolle spielt der Heimvorteil in den Playoffs?

Anne Hölzig: Natürlich ist es immer schön, zu Hause zu spielen. Gerade gegen Vilsbiburg haben wir gemerkt, wie sehr uns die Zuschauer geholfen haben. Ich hoffe, das wird gegen Schwerin wieder so sein. Jennifer Geerties: Für die Fans und den Verein ist das sicherlich ganz wichtig. Als Mannschaft musst du aber sowohl bei Heim- und Auswärtsspielen in der Lage sein, zu gewinnen – sagt unser Trainer immer wieder. Und wir haben das in den vergangenen Jahren oft erlebt.

Drittes Duell in den Playoffs

Anne Hölzig (21 Jahre), spielt auf Außen-Annahme und ist seit 2015 beim SC Potsdam.

Jennifer Geerties (25) spielt ebenfalls auf Außen-Annahme und ist seit 2014 beim Schweriner SC. Sie ist auch Nationalspielerin.

Potsdam und Schwerin standen sich bisher zweimal im Playoff-Viertelfinale gegenüber. 2013: 3:2 (A), 2:3 (H), 0:3 (A) 1:2 nach Siegen. 2016: 1:3 (A), 2:3 (H) 0:2 nach Siegen.

Nun kommt es erstmals im Halbfinale „Best of five“ zum Duell.

Von Peter Stein und Christian Lüsch

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