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SC Potsdam Das Motto lautet siegen oder fliegen
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16:16 16.04.2019
Emilia Weske (2.v.r.) will mit dem SC Potsdam in Schwerin noch mal alles geben. Quelle: Foto: Gerhard Pohl
Potsdam

Wenn der Bus mit dem Volleyball-Bundesligateam des SC Potsdam an Bord Mittwochnachmittag in Richtung Schwerin aufbricht, dann könnte es die letzte Ausfahrt in dieser Saison sein. Im dritten Playoff-Halbfinale beim Schweriner SC (Donnerstag, 17.30 Uhr, live in Sport1) muss der SCP nach zwei Niederlagen (2:3 und 1:3) unbedingt gewinnen, um ein Aus in der Serie „Best of Five“ zu vermeiden.

Bus-Fahrer Christoph Pinternagel Quelle: Peter Stein

„Das ist ganz klar unser Ziel“, sagt Emilia Weske, die sich schon auf die Reise freut. „Ich mag diese Busfahrten mit dem Team, da kann man immer so schön abschalten“, meint die 18-Jährige. Für Busfahrer Christoph Pinternagel gehören die gut drei Stunden und die 210 Kilometer bis in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern eher zu den Kurztrips.

12 000 Kilometer in der Saison

Der 32-Jährige ist Juniorchef des Unternehmens Potsdam Bus GmbH, das die Bundesliga-Volleyballerinnen seit 2011 sicher und unfallfrei durch das Land zwischen Aachen im Westen und Dresden im Osten, Schwerin im Norden und Vilsbiburg oder Stuttgart im Süden chauffiert. „In dieser Saison kommen da rund 12 000 Kilometer zusammen“, erzählt Pinternagel, der wie seine Eltern Thomas und Doris natürlich ein großer Fan der Mannschaft geworden ist. „Da bangt man schon mit.“ Und je nachdem, ob es mit Sieg oder Niederlage auf die Heimfahrt gehe, sei danach die Stimmung im Bus. „Auf der Rückfahrt aus Vilsbiburg, als der erstmalige Halbfinaleinzug feststand, ging es besonders laut zu“, meint der Busfahrer, der dann auch eine Spielerin an die Musikanlage lässt. „Mitsingen ist nicht so meins, das hat mir schon meine Musiklehrerin in der Schule gesagt“, erzählt er. „Aber wir haben eine Mannschaft, die sich über die Jahre sportlich super entwickelt hat.“ Er fiebere auf der Tribüne immer mit.

Daumen hoch bei der Abfahrt. Quelle: Peter Stein

Nicht ohne Kopfkissen auf Reisen

Die längste Reise ging in dieser Saison über fast sechs Tage. Erst musste ein Bundesligaspiel in Wiesbaden bestritten werden, dann ging es zum Pokalspiel nach Offenburg. Zwischendurch wurde am Olympiastützpunkt in Heidelberg trainiert und übernachtet. „Am Dienstag sind wir losgefahren und am Sonntagmorgen waren wir wieder zurück. Da kamen 1750 Kilometer zusammen“, meint Pinternagel.

Übrigens gehört nicht nur bei den Spielerinnen, sondern auch bei Trainer Guillermo Naranjo Hernandez neben einem kleinen Koffer ein Kopfkissen zum wichtigsten Reiseutensil. Emilia Weske verzichtet ebenso nie auf ihre heimische Schlafrolle. Außerdem hat sie noch ein Kartenspiel dabei. „Wir spielen dann meist zu zweit oder zu dritt Mau-Mau, vertreiben uns ein bisschen die Zeit“, sagt sie. Damit zum Beispiel auch die Pause zwischen dem Auftakttraining am Vormittag und der unmittelbaren Spielvorbereitung am Nachmittag nicht zu lang werde.

Dicht dran am Meister

„Wir haben in den ersten beiden Spielen gespürt, dass wir ganz dicht dran sind an Schwerin“, schätzt Emilia Weske ein und schwört auf die Motivationskünste des Trainers: „Er kann sich sehr gut in uns hineinversetzen, weiß wie wir ticken. Er vertraut uns und gibt uns die Stärke, an uns zu glauben. Das Halbfinale ist noch nicht vorbei.“ Der Fokus, noch einmal alles zu geben, sei vorhanden.

Die 1,90 Meter große Spielerin, auf der diagonalen Angriffsposition die Nummer zwei hinter Topscorerin Marta Drpa, steckt bereits mitten in den Abitur-Prüfungen am Leibniz-Gymnasium. Außerdem erhielt sie erstmals eine Einladung für einen Lehrgang der A-Nationalmannschaft. Potsdams größtes Talent verspricht: „Wir hauen noch mal alles rein.“ Vielleicht ist die Reise doch noch nicht zu Ende.

Potsdam hat in Schwerin schon gewonnen

Im Playoff-Viertelfinale
2013 gewann der SC Potsdam das erste Spiel in Schwerin nach 0:2-Satzrückstand noch sensationell mit 3:2 (23:25, 22:25, 25:20, 25:19, 15:13). Danach hieß es 2:3 und 0:3. Das bedeutete das Aus im Viertelfinale.

In der folgenden Saison 2013/14 siegte der SCP ebenfalls mit 3:2 in Schwerin und mit 3:1 zu Hause.

In der Saison 2015/16 setzte sich der SCP zu Hause 3:1 gegen Schwerin durch.

In zehn Jahren Bundesliga gelangen dem SCP also vier Siege gegen den Rekordmeister, Schwerin gewann 23 von 27 Duellen.

Von Peter Stein

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