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SC Potsdam Topscorerin Marta Drpa verlässt den SC Potsdam
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17:23 06.05.2019
Marta Drpa, die Nummer 1 beim SC Potsdam. Quelle: verein
Potsdam

Manchmal in den letzten drei Jahren kam der SC Potsdam in der Volleyball-Bundesliga als SC Drpa daher. Denn nicht selten steuerte Marta Drpa mehr als 30 Punkte pro Spiel bei. Nun verlässt die Topscorerin der gesamten Bundesliga den Verein. 463 Punkte erzielte sie in 22 Hauptrundenspielen in der vergangenen Saison.

Die 30 Jahre alte Serbin sagt dazu: „Als ich 2016 nach Potsdam kam, habe ich ein Versprechen abgegeben: Ich verlasse den Verein erst, wenn wir eine Medaille gewonnen haben. Das ist uns in dieser Saison mit Bronze gelungen. Meine Mission ist erfüllt und ich spüre, dass ich eine neue Herausforderung in einer neuen Liga brauche.“ Sie habe mehrere Angebote aus Polen, aber noch sei nichts unterschrieben.

Marta Drpa, SC Potsdam Quelle: verein

Der Weggang der 1,92 Meter großen Diagonalangreiferin ist ein herber Verlust für den Verein, der in der Vergangenheit immer wieder Topscorerinnen wie Daniela Fresco, Laura Weihenmaier, Saskia Hippe oder Roslandy Acosta hatte ziehen lassen müssen. Aber keine habe den SC auf der Hauptangriffsposition so geprägt wie Marta Drpa, bestätigt auch Sportdirektor Toni Rieger. „Wir haben Marta viel zu verdanken, sie ist eine außergewöhnliche Spielerin. Sie hat über drei Jahre die Bundesliga geprägt“, sagt er.

Die Spielerin, die den Unterschied ausmacht

Das Besondere der Marke Marta Drpa beschreibt Rieger so: „Sie ist eine Spielerin, die einfach den Unterschied ausmacht. Neben ihrer spielerischen Klasse – ihre außergewöhnlichen und oft auch kuriosen Bälle werden wir und vor allem die Fans vermissen – hat sie die Mannschaft immer wieder mitgerissen. Vor allem in den entscheidenden Spielen, wenn es um etwas ging, war auf sie Verlass. Aus Tiefs hat sie sich wieder herausgearbeitet, neuen Mut gefasst. Ihr dritte Saison war ihre stärkste. Aber ich kann auch verstehen, wenn sie nach drei Jahren neue Herausforderungen sucht.“

Marta Drpa, SC Potsdam Quelle: verein

Rieger wird mit Marta Drpa in Kontakt bleiben. „Sie hat sich in Potsdam, im Verein total wohl gefühlt. Wir sind froh, dass eine solche Weltklassespielerin drei Jahre bei uns war. Und Polen ist ja nicht weit weg.“ Sie habe Potsdam immer als neue Heimat empfunden. „Ich kann mir absolut vorstellen, später wieder für Potsdam zu spielen, weil Potsdam mein Zuhause ist“, meint sie. „Ich habe drei wunderbare Jahre erlebt. Wir hatten viele Aufs und Abs, aber mit einem Happy End. Jetzt habe ich mehr Freunde als zuvor. Mehr kann ich nicht erwarten.“

1366 Punkte in 75 Bundesliga-Spielen für den SC Potsdam

Rieger stellt heraus, dass viele Spielerinnen von ihr viel gelernt hätten, vor allem auf der diagonalen Angriffsposition – so eine Kimberly Drewniok (jetzt Schwerin) oder die 18-jährige Emilia Weske beim SC Potsdam.

In drei Jahren in der Volleyball-Bundesliga gehörte Marta Drpa immer zu den Top drei in der Scorer-Rangliste: 2016/17 erzielte sie 316 Punkte in 22 Hauptrundenspielen (3. Platz), 2017/18 351 Punkte in 20 Hauptrundenspielen (2. Platz) und 2018/19 herausragende 463 Punkte in 22 Hauptrundenspielen. Nimmt man die Playoffs dazu, schaffte die Serbin 1366 Punkte in 75 Bundesligaspielen für den SC Potsdam. Sie sagt dazu: „Topscorerin zu sein, ist ein schöner Titel. Aber es ist immer das Resultat von Teamarbeit. Topscorerin zu sein, bedeutet mehr Verantwortung und Druck, weil jeder von dir mehr erwartet.“

Trikot mit der Nummer 1 wird drei Jahre nicht vergeben

Zu ihren größten Momenten in der Bundesliga, die sie nie vergessen wird, zählen Siege und Niederlagen. In der ersten Saison das Aus im Viertelfinale gegen Wiesbaden und in der letzten Saison die Pokalniederlage (2:3) im Halbfinale gegen Schwerin. Als große Siege bleiben ihr die Erfolge daheim gegen Dresden und auswärts in den Playoffs in Dresden aus der Saison 2017/18 , in diesem Jahr der Sieg in Stuttgart und natürlich die zwei Siege gegen Vilsbiburg, „die uns die Medaille gebracht haben, die wir so sehr wollten“.

Aus Respekt und in Würdigung ihrer Leistung wird die Trikotnummer 1, die Marta Drpa zurecht trug, in den nächsten drei Jahren beim SC Potsdam nicht vergeben. „Im Oktober werden wir sie in einem Bundesligaspiel vor großer Heimkulisse würdig verabschieden“, verspricht Rieger, der in Bezug auf eine Nachfolgerin meint: „Wir hatten immer Topspielerinnen und werden wieder neue haben.“

Von Peter Stein

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