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Potsdam Sportreporter Dirk Thiele wird 75
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18:56 11.01.2018
Dirk Thiele als Mitorganisator und Sprecher beim 2. Internationalen Kugelstoßmeeting im Vorjahr in der MBS-Arena Potsdam. Quelle: foto: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Sein erster Bericht im Fernsehen kam von einem Biathlon-Wettkampf in Scheibe-Alsbach in Thüringen, erinnert sich Dirk Thiele. Der Potsdamer, der am Freitag seinen 75. Geburtstag feiert, hatte damals nicht ahnen können, dass er einmal die TV-Stimme des nordischen Skisports werden sollte.

Ursprünglich hatte Thiele an der Pädagogischen Hochschule in Potsdam Sport und Geschichte studiert. Dort spielte er in der Handball-Mannschaft, die in der zweiten DDR-Liga etabliert war, auf der Torwartposition. „Einmal habe ich einen Sieben-Meter-Wurf auf die Zwölf bekommen und bin erst in der Kabine wieder aufgewacht“, erzählt er amüsiert. Doch im letzten Studienjahr wurde Sportreporter-Nachwuchs für das DDR-Fernsehen gesucht. Thiele war dabei und wurde nach Abschluss des Lehrerdiploms als einer von dreien genommen.

Das olympische Handball-Finale 1980

Der große Heinz Florian Oertel wurde sein Mentor, als Thiele 1970 das Sportreporterdasein „von der Pike auf lernte“, wie er sagt. Höhepunkt war für ihn als Kommentator das legendäre olympische Handball-Finale mit dem 23:22-Sieg nach Verlängerung für die DDR gegen die UdSSR.

Dann kam die Wende und der freie Journalist Thiele begab sich auf Jobsuche. Beim damaligen ORB wollten sie ihn nicht mehr haben. Kurzzeitig war Thiele auch Manager der Fußballer von Stahl Brandenburg, ehe ihn 1991 der erlösende Anruf aus Paris erreichte.

Erst eine Morddrohung, dann der Fernsehpreis

Fortan war der Potsdamer eine der markantesten Stimmen bei Eurosport. In der Leichtathletik – „zu DDR-Zeiten kam ich da an Wolfhard Kupfer und Oertel nicht vorbei“ – berichtete Thiele im Duett mit Sigi Heinrich von allen Großereignissen, ob Olympische Spiele, Welt- oder Europameisterschaften. Das preußisch-bayrische Duo erlangte mit seinen unterhaltsamen Kommentaren Kult-Status, bekam 2008 für seine Olympia-Berichterstattung den Deutschen Fernsehpreis. „Dabei gab es in Peking sogar eine Morddrohung gegen mich, weil ich mich beim 10 000-Meter-Lauf der Frauen angeblich rassistisch geäußert haben soll“, berichtet Thiele, weil sich die „Weiße“ Shalane Flanagan aus den USA als Dritte in die Phalanx der dominierenden dunkelhäutigen Läuferinnen aus Afrika gemischt hatte. „Da musste sich mein Chef für mich entschuldigen, hinterher habe ich den Fernsehpreis bekommen.“ Eine Genugtuung.

Unfreiwilliges Ende bei Eurosport

So richtig in seinem Element am Mikrofon war Thiele aber beim Skispringen. Erst mit dem Österreicher Ernst Vettori in den 1990er Jahren als Co-Kommentator, dann mit Hans-Peter Pohl und schließlich mit Gerd Siegmund. „Da habe ich mich so richtig verwirklichen können“,ist der Potsdamer dankbar, wenngleich ihn das plötzliche Aus bei Eurosport Ende 2016 doch sehr gekränkt hat, vor allem das Wie. Um einen flotten Spruch war er nie verlegen. Zum Beispiel: „Heute bleibt die Küche kalt, wir essen bei Sven Hannawald“ unter Anspielung auf dessen hagere Statur. Oder über den japanischen Dauerbrenner Noriaki Kasai: „Erst wenn ein Anzug abgetragen ist, beginnt er zu glänzen.“

Thiele, der weiter fest in der Potsdamer Sportszene verankert ist und auch bei seinem „Talk unterm Turm“ in Berlin auf ein treues Publikum bauen kann, hat 2007 mit Michael Uhrmann sogar ein Buch über das Skispringen geschrieben. Für eine Autobiografie, so meint er, hätte er Tagebuch führen müssen.

Von Peter Stein

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