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VfL Potsdam Comeback der starken Jungs
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11:42 16.09.2015
In einer Gewichtsklasse: Judoka Philipp Galandi schultert VfL-Kreisläufer Yannick Schindel.  Quelle: Jan Kuppert
Potsdam

 Die Gewichtsklasse ist schon mal dieselbe: Während Judoka Philipp Galandi für Bundesligist UJKC Potsdam meist in der Klasse bis 100 Kilogramm antritt, bringt Handballer Yannick Schindel ein ähnliches Gewicht auf die Waage. Die Statur hätte er somit für den Einsatz auf der Tatami – so wie umgekehrt Galandi Handballer-Qualitäten hätte. „Was die Physis angeht sind Judokas schon sehr weit vorne. Von der Statur hätte er das Zeug dazu“, sagt Kreisläufer Schindel. Doch nicht nur ihre starke Physis verbindet beide, sondern auch eine lange Leidenszeit: Nach jeweils zehn Monaten Verletzungspause stehen sie am Wochenende vor ihrem Comeback.

Schindel erwartet mit dem Tabellenvierten am Freitag (19.30 Uhr, MBS-Arena) den Ligaprimus SV Mecklenburg-Schwerin. Galandi reist am Samstag (17 Uhr) mit dem UJKC zum Viertelfinal-Rückkampf gegen den TSV Großhadern nach München.

Riss der Bizepssehne und des Supraspnatus-Muskels

Damit enden die Verletzungspausen der beiden Potsdamer. Mitte November 2014 prallte Schindel bei einem Sprung in den Kreis auf seine Schulter, spielte aber weiter. „Am nächsten Morgen konnte ich gar nichts mehr mit dem Arm, er hing einfach nur noch runter“, erzählt der 23-Jährige. Diagnose: Riss der Bizepssehne und des Supraspinatus-Muskels, der oberhalb der Schulter verläuft. Eine Operation war unumgänglich. Sechs Wochen musste er seinen rechten Wurfarm Tag und Nacht in einer Schlinge tragen. Die gleiche Verletzung zwang Füchse-Handballer Bartłomiej Jaszka zum Karrierende, was Schindel immer im Hinterkopf hatte. „Es war meine größte Angst, dass ich nicht mehr spielen kann. Aber ich kann den Ball wieder ordentlich schleudern“, sagt er erleichtert.

Ähnlich zuversichtlich äußert sich Galandi. Nachdem er vor einem Jahr trotz Rückenproblemen Bronze bei der U21-EM holte und auch bei der Junioren-WM im Oktober noch an den Start ging, wurden die Schmerzen im Rücken immer stärker. Eine Computertomographie brachte nach langer Suche den Grund hervor: Bruch des dritten Lendenwirbels. Schonung statt Judo, erst im April begann er wieder mit dem Aufbautraining. „Es ist schon hart, wenn man im Kraftraum steht und die anderen judospezifisches Training machen“, blickt der 21-Jährige auf die vergangenen Monate zurück.

Viertelfinal-Rückkampf beim Meisterschaftsfavorit Großhadern

Beim Hinkampf gegen Meisterschaftsfavorit Großhadern, bei dem die Potsdamer nach einem begeisternden Duell ein 7:7 erkämpften, saß er schon auf der Bank. Nun reist er mit nach München. „Die Chance für eine Überraschung ist auf jeden Fall da“, sagt der Bauingenieurwesen-Student, der einst mit Handball-Nationalspieler Fabian Wiede (Füchse Berlin) an der Sportschule einen Französisch-Kurs belegte. Sonst kam er noch nicht intensiv mit Handball in Berührung.

Umgekehrt hat auch Schindel noch nicht viel Kontakt mit den Potsdamer Judokas, schaut sich aber bei Olympischen Spielen die Kämpfe an. „Es ist bemerkenswert, wie viel Kraft und gleichzeitig auch wie viel Beweglichkeit die Judokas haben“, sagt der Sportwissenschafts-Student. Eigenschaften, die er künftig selbst verkörpern will. In der Verletzungspause stellte er seine Ernährung um, änderte sein Training. „Ich bin wesentlich fitter gewesen, gerade was die Grundlagenausdauer und Sprintfähigkeit angeht“, erzählt Schindel. Doch in der Vorbereitung warf ihn ein bakterieller Infekt um sechs Wochen zurück, nun ruft das Comeback gegen Schwerin, das mit dem Ex-Potsdam-Keeper Ariel Panzer anreist. „Ich will mir selbst keinen großen Druck machen“, so Schindel. Er ist, so wie Galandi, nur froh, wieder zurück zu sein.

Von Stephan Henke

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