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VfL Potsdam „Unser Schritt nach vorne war nicht groß genug“
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20:51 07.05.2019
Macher und Mitgestalter auf vielen Ebenen: Alexander Haase, der sportliche Leiter des VfL Potsdam, ist auch Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Quelle: foto: Monika Skolimowska/dpa
Potsdam

Alexander Haase gehört als sportlicher Leiter des 1. VfL Potsdam seit langem zu den entscheidenden Mitgestaltern des Handball-Drittligisten. Im Interview zieht der 42-Jährige ein Fazit der gerade beendeten Saison, spricht über Achterbahnfahrten und die schwierige Integration der Neuzugänge.

Herr Haase, der VfL hat die Saison am Samstag auf Rang sechs beendet. Wie zufrieden sind Sie mit der Spielzeit 2018/19?

Alexander Haase: Mein Resümee fällt natürlich zwiespältig aus. Einerseits hatten wir und die Mannschaft uns das Ziel gesetzt, einen Platz unter den besten drei Mannschaften zu erreichen – das haben wir nicht geschafft, ganz klar. Man kann dennoch konstatieren, dass wir im Vergleich zur Vorsaison insgesamt einen Schritt nach vorne gemacht haben. Wir haben eine größere Stabilität gewonnen, die allerdings immer noch zu oft von Achterbahnfahrten innerhalb einiger Partien unterbrochen wurde. Aber klar ist auch: Unser Schritt nach vorne war nicht groß genug.

Woran hat das neben der in einigen Partien fehlenden Konstanz gelegen?

Einer der Gründe war sicherlich, dass es nicht gelungen ist, die Neuzugänge Marek Kovacech und Vicente Poveda so zu integrieren, dass sie ihr volles Potenzial abrufen konnten. Die Ursachen dafür sind vielschichtig: Die Spieler kommen in ein völlig neues Umfeld, die Eingewöhnung fällt manch einem wegen der Sprachbarriere und anderer Rahmenumstände dann doch nicht so leicht. Deshalb erfolgte auch die Trennung zur Halbserie von Poveda.

Sie haben schon vor einigen Jahren die Rückkehr in die zweite Bundesliga als Ziel vorgegeben – ist dieses Vorhaben angesichts des Potenzials des VfL und der Kräfteverhältnisse in der dritten Liga noch realistisch?

Es war auch in dieser Saison zu sehen, dass die dritte Liga so konstant und stark ist wie lange nicht, vielleicht wie noch nie – und daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Dennoch wollen wir von diesem Ziel nicht abrücken. Und wir wollen dieses Ziel auch nicht erst in fünf Jahren realisieren.

Kann der Potsdamer Weg, vorwiegend Spieler aus der eigenen Jugendabteilung in die erste Mannschaft zu integrieren, funktionieren und in die zweithöchste Spielklasse führen? Oder sind hochkarätige Neuverpflichtungen notwendig?

Natürlich bin ich nach wie vor darauf stolz, dass wir mit einem 18 Spieler starken Kader, von denen wir elf Akteure in den eigenen Reihen entwickelt haben, in die Saison gegangen sind – das können nicht so viele Sportvereine von sich behaupten. Aber klar ist auch: Wir brauchen personelle Eckpfeiler oder Ergänzungen von außen, die uns möglicherweise auf ein neues Niveau heben.

Haben Sie schon entsprechende Neuzugänge im Blick?

Wir haben Kandidaten im Blick, aber wir müssen die Spieler auch bezahlen können und wir sind nach wie vor kein Profi-Verein. Wir wollen uns im Rückraum verstärken. In den anderen Bereichen sind wir gut aufgestellt.

Hauptverantwortlich für die Entwicklung der Mannschaft ist der Trainer. Wie sind Sie mit der Arbeit von Chefcoach Daniel Deutsch zufrieden?

Ich finde, dass sich Daniel in diesen zwei Jahren als Trainer und als Persönlichkeit wirklich weiterentwickelt hat. Ich denke, dass der Trainer genauso wie ich Potenzial darin sieht, dass die Mannschaft noch besser spielen kann. Ich habe mit Daniel eine sehr gute Zusammenarbeit, bei der jeder seine Verantwortungsbereiche gut ausfüllt. Wir setzen uns jetzt zusammen und werden analysieren, wie die Mannschaft in der kommenden Spielzeit ihre Möglichkeiten noch optimaler ausschöpfen kann.

Von Lars Sittig

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