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VfL Potsdam Verschweißt wie eine Dose Klister
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18:50 10.05.2019
Der VfL gab in der Spielzeit 2009/10 ein sehr gutes Bild ab: Die Mannschaft harmonierte auch neben dem Spielfeld exzellent. Quelle: foto: privat
Potsdam

Bei der Erinnerung an damals gerät Peter Melzer sofort ins Schwärmen. „Das war toll“, sagt der Handballtrainer. „Und auch die Meisterfeier war natürlich ein ganz besonderer Moment.“ Vor zehn Jahren, im Mai 2009, war der 1. VfL Potsdam ohne jeden Verlustpunkt Sieger der Regionaliga-Staffel Nordost geworden.

VfL Potsdam im siebten Himmel“, titelte die Märkische Allgemeine Zeitung, nachdem die Adler mit Melzer als Chefstrategen für eine der Sternstunden des Potsdamer Sportes gesorgt hatten: Der 36:24-Erfolg gegen den LHC Cottbus sorgte für die Abschlussbilanz von 60:0 Punkten. In der Heimstatt der Adler, der Sporthalle an der Heinrich-Mann-Allee, wurde mit 500 Fans ausgiebig gefeiert.

Die Ursachen des Erfolges? Das Ensemble hielt zusammen wie Klister. „Es gab einen unglaublich tollen Zusammenhalt“, berichtet der heute 63 Jahre alte Peter Melzer, der 2007 nach Potsdam gekommen war. Dazu kam eine tadellose Einstellung: Das Team blieb auch erfolgshungrig, als der Aufstieg bereits gesichert worden war und biss sich Wochenende für Wochenende durch, selbst als alle Rekorde gefallen waren. Am Ende stand eine Bestmarke für die Ewigkeit – weil diese Bilanz nicht getoppt werden kann. Der Tabellenzweite, Flensburg-Handewitt II, lag 19 Punkte zurück. Die VfL-Torbilanz belief sich auf sensationelle 992:666 Treffer.

„Man musste da niemanden ermahnen, die Spieler waren sehr wissbegierig, auch in taktischen Dingen – man konnte anspruchsvolle Dinge umsetzen. Das war bereits ein bundesligataugliches Team. Mit so einer Mannschaft war es als Trainer einfach“, spielt Melzer den eigenen Verdienst an dieser Leistung herunter. Das sieht Christian Pahl, damals Torhüter des Teams und inzwischen beim Drittligisten Oranienburger HC seit Langem als Trainer tätig, ganz anders: „Er hatte einen sehr großen Anteil am Erfolg, er war taktisch sehr, sehr gut und hat es immer wieder geschafft, dass die Mannschaft Woche für Woche Topleistungen angerufen hat.“

Im Sommer 2010 verließ Melzer den VfL und arbeitet seitdem wieder als Lehrertrainer an der Sportschule Cottbus. „Ich wäre noch heute in Potsdam, wenn es damals keine Schwierigkeiten mit der Suche eines Jobs für meine Frau gegeben hätte, deshalb bin ich nach Cottbus zurückgekehrt. Sie musste jeden Tag in die Lausitz pendeln, das war zuviel.“

Eine unfreiwillige Rückkehr in seine Heimatstadt mitten in einer Blütephase des Vereins: In der zweiten Bundesliga erkämpfte das Team nach dem Aufstieg Rang acht. In der Spielzeit 2010/2011 qualifizierte sich die Mannschaft durch das Erreichen eines fünften Platzes für die einteilige 2. Bundesliga.

2012 stieg der VfL in die 3. Liga ab und kämpft seitdem um die Rückkehr in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Bisher ohne Erfolg. „Es ist heutzutage schwieriger geworden, in die zweite Liga aufzusteigen. Man konnte das damals noch mit Eigengewächsen und relativ wenig Geld den Aufstieg schaffen“, sagt Peter Melzer. „Seit die Liga eingleisig geworden ist, spielen die Finanzen eine immer größere Rolle.“

Der Rekord von damals aber ist unverrückbar in den Chroniken verewigt. Gibt es ein Treffen der VfL-Recken von damals nach zehn Jahren, um sich gemeinsam an die Sternstunden der Adler zu erinnern? „Es ist nichts geplant“, sagt Peter Melzer, „aber eigentlich ist das eine schöne Idee. Vielleicht liest einer der Spieler diesen Text und organisiert etwas. Ich würde mich sehr freuen.“

Von Lars Sittig

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