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Potsdam Wird Rico Freimuth der nächste Bachelor?
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00:19 09.12.2017
Rico Freimuth ist sportlich erfolgreich, doch privat noch immer auf der Suche nach der Frau fürs Leben. Quelle: Michael Kappeler/dpa
Potsdam

Rico Freimuth schlendert mit seiner grauen Schlabberhose und dem Kapuzenshirt lässig durch die Leichtathletikhalle im Luftschiffhafen. Hier ein kräftiger Handdruck, da eine kurze freundliche Umarmung zur Begrüßung. Der Vizeweltmeister im Zehnkampf fühlt sich wie zu Hause. Dabei wohnt er in Halle/Saale. Aber die gute Autostunde Anfahrt nimmt er gern in Kauf, um in Potsdam am Olympiastützpunkt bei Bundestrainer Stefan Ritter seine Fähigkeiten im Stabhochsprung zu verbessen. Maco Gerloff, ein ehemaliger Hammerwerfer, kümmert sich um die langen Würfe. Gerloff kennt Ricos Vater seit gemeinsamen Potsdamer Sportschulzeiten. Uwe Freimuth war 1983 WM-Vierter im Zehnkampf, stellte 1984 mit 8792 Punkten einen DDR-Rekord auf, der noch heute Platz zwei in Deutschland bedeutet und für den Filius eine Art ultimatives Ziel darstellt.

In diesem Sommer hat sich Rico Freimuth in Ratingen auf 8663 Punkte gesteigert und nach WM-Bronze 2015 im August in London WM-Silber erkämpft. Nun ist der 1,96 Meter große und 94 Kilo schwere Modellathlet endgültig ein Leichtathletikstar. Aber der 29-Jährige sagt: „Das Leben geht normal weiter.“

Überall Steigerungspotenzial

Er studiert an der Fachhochschule Merseburg Wirtschaftswissenschaften, vor allem aber trachtet er danach, seine sportlichen Leistungen zu verbessern. „Ich kann mich in allen zehn Disziplinen noch steigern. Ich bin Profi, daher suche ich mir die bestmögliche professionelle Hilfe. Mit Stefan Ritter klappt das ganz gut. Wenn ich bei der EM im nächsten Jahr 5 Meter statt 4,80 Meter springe, kann das entscheidend sein“, verweist Freimuth auf ein Plus von 60 Punkten und schnappt sich den Stab. Ritter korrigiert geduldig, erklärt, worauf es genau ankommt.

Rico Freimuth (r.) beim Training im Olympiastützpunkt Potsdam mit Stabhochsprung-Bundestrainer Stefan Ritter. Quelle: Dirk Becker

„Ich springe gern in Potsdam, fühle mich wohl hier“, sagt Freimuth mit einem breiten Grinsen. „Ich mag die Stadt.“ Es ist ja auch seine Geburtsstadt. Die getrennten Eltern wohnen nicht weit weg. Mutter Anke war einst Junioren-Europameisterin im Siebenkampf. Der Vater lebt in Neuruppin und arbeitet als Professor für Sportmanagement an einer Uni in Berlin.

Gefährliche Welt

Dort trat Rico Freimuth kürzlich bei einer Talkrunde zur Digitalisierung im Sport auf. Sein Statement: „Früher waren wir abhängig von der Berichterstattung der Medien. Heute können wir uns selbst über Social Media eine Stimme geben, Reichweite schaffen und Kontakte aufbauen.“

Freimuth hat über 10.000 Abonnenten auf Instagram. Doch er hält die digitale auch für „eine sehr gefährliche Welt“, nicht nur wegen der „vielen anonymen Nachrichten“. Zum Beispiel: „Die Frauen, die du da kennenlernst, sehen in der Realität nicht so aus wie auf den Bildern.“ Und der attraktive junge Mann gibt zu, auf der Suche nach der Frau fürs Leben zu sein.

Der bislang größte Erfolg: Bei der Leichtathletik-WM in London gewann Rico Freimuth (r.) im August 2017 Silber, Kai Kazmirek Bronze. Quelle: dpadpa

Deshalb ist sein Auftritt in der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“ nicht vom Tisch. „Das ist ein Thema, grundsätzlich würde ich das machen. Mehr kann ich aktuell darüber nicht sagen“, gesteht der Leichtathlet und verweist darauf: „Ich habe meine Sponsoren wegen der Leistung.“

„Ich sage, was ich denke“

Freimuth ist auch einer, der gefragt wird, dessen Stimme aufgrund seiner Erfolge Gewicht hat und einer, der sich nicht verbiegt. „Ich sage, was ich denke. Und wenn mir etwas nicht gefällt, dann sage ich, dass es scheiße ist. Ich mach mein Ding.“ So hat er sich vom Verein Zehnkampfteam um Präsident Paul Meier losgesagt, hält auch nichts von Überlegungen, statt eines Zehn- künftig nur noch einen Acht- oder Siebenkampf auszutragen. „Da bist du trotzdem zwei Tage am Ackern.“

2018 will er sportlich da anknüpfen, wo er 2017 aufgehört hat. Freimuth plant eine Teilnahme an der Hallen-WM Anfang März in Birmingham, großes Ziel ist die Heim-EM im August in Berlin. „Im Olympiastadion werden 300 bis 500 Leute allein für mich dasein und mich zwei Tage von früh bis spät pushen.“ Was die Leistung anbetrifft, hält er sich noch zurück: „Die große Fresse habe ich immer erst kurz vor dem Höhepunkt, wenn ich weiß, wie die Trainingsergebnisse sind.“

Lebensmittelpunkt Halle

Vielleicht rede er dann über 8800 Punkte. „Aber jetzt muss ich gesundheitlich erst einmal gut durch den Winter kommen“, sagt Freimuth, der seinen malträtierten Körper regelmäßig in die Hände von Sportarzt-Guru Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München begibt, dem nicht nur die Kicker des FC Bayern vertrauen.

Genauso ein Fixpunkt ist in Halle Trainer Wolfgang Kühne, ebenso Ex-Zehnkämpfer. „Das bleibt auch so. Dort ist meiner sozialer Lebensmittelpunkt, habe ich eine Menge Freunde.“

Von Peter Stein

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