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Sport in Brandenburg Festakt zum 50. Geburtstag der Regattastrecke
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14:59 14.06.2019
Die Regattastrecke Beetzsee 1969 bei der Eröffnung ... Quelle: foto: Archiv Stadt Brandenburg
Brandenburg/Havel

Das 50-jährige Bestehen der Regattastrecke Beetzsee in Brandenburg/Havel wird am Samstag ebenda mit einem Festakt gefeiert. Uwe Philipp (54), der seit 2001 Leiter der Regattastrecke ist, blickt im Interview auf die Geschichte zurück und verrät seinen Traum.

Wie fing denn alles an?

Uwe Philipp: Am 8. Juni 1967 fasste der Bundesvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR den Beschluss zum Bau der Regattastrecke in Brandenburg an der Havel. Dort sollte in Vorbereitung des V. Turn- und Sportfestes ein Rudertreffen mit etwa 4000 Sportlern durchgeführt werden. Am 15. Oktober 1967 erfolgte der erste Spatenstich. Nach anderthalb Jahren Bauzeit war alles fertig – inklusive Kampfrichterturm und Tribüne. Hartmut Töpel, der damalige Planer, und Horst Grätz, der Statiker, werden am Samstag bei unserem Festakt Ehrengäste sein. Beide sind längst weit über 80 Jahre alt. Das erste Verbandstreffen der Ruderer fand dann am 18. bis 20. Juli statt. Laut einem Zeitungsbericht – wir haben auch ein Buch zur Geschichte der Regattastrecke geschrieben – erfolgte die Eröffnung am 16. Juli 1969.

Gab es keine Probleme beim Bau?

Überliefert ist die Geschichte, wie Fritz Sumpf, der damalige Vorsitzende der BSG Einheit Brandenburg und Bezirksfachausschussvorsitzende Rudern, der auch Generaldirektor des Energie-Kombinates Potsdam war, seine Kontakte genutzt hat. Bei dem einen oder anderen Gläschen Wodka erhielt er die Zusage eines Kommandeurs russischer Pioniere zum Bau einer Straße zur Regatta-Anlage. Das Gelände war damals total zerbombt in Folge des Zweiten Weltkrieges und außerdem sehr sumpfig. Für die russischen Pioniere war das kein Problem.

Auf der Regattastrecke fanden in den vergangenen Jahrzehnten viele Welt- und Europameisterschaften im Rudern und Kanurennsport statt. Wann gab es den ersten Höhepunkt?

Das waren 1972 die Ruder-Europameisterschaften für Frauen mit Teilnehmerinnen aus 21 Nationalmannschaften. Frauen-Rudern wurde ja erst 1976 olympisch. Ein nächster Höhepunkt waren die 1. Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern 1985 mit 30 Nationalmannschaften. In Vorbereitung gab es ein kleines Malheur. Siegbert Hentschel, der Chef der Regattastrecke, konnte keine blaue Farbe für einen neuen Anstrich des Zielturms beschaffen. Also wurde das Ganze in ocker-braun gestrichen. So hatten wir bis Mitte der 1990er Jahre eine etwas eigentümliche Farbgebung. Denn üblich ist blau-weiß. 1985 holte übrigens der Hallenser Andreas Hajek Gold im Einer, später zweimal Olympiasieger und Weltmeister. Auch Jana Sorgers, die Potsdamerin, die später zweimal Olympiasiegerin und sieben Mal Weltmeisterin wurde, gewann hier JWM-Gold im Doppel-Zweier.

In den vergangenen Jahren ist die Anlage mit Millionen-Investitionen auf den neuesten technischen Stand gebracht worden.

Richtig. Das gesamte Regattastrecken-Gelände wurde zur Junioren-WM 2005 umgestaltet, die Tribüne wurde erweitert, Sattelplatz und Funktionsgebäude saniert und vieles mehr. Auch eine videofähige Anzeigentafel wurde auf der Strecke installiert. Im Zuge der Bewerbung für die Ruder-WM 2013, die dann später aufgrund von neuen Vermarktungsrichtlinien des Weltverbandes Fisa zurückgenommen wurde, begann auch die Verschiebung der Insel Hünensteg, im Volksmund Acapulco genannt. Dadurch wurde Platz für eine siebte und achte Bahn auf der über 2000 Meter langen Regattastrecke geschaffen. 2016 hatten wir dann hier die Ruder-Europameisterschaften mit 525 Aktiven aus 35 Ländern.

Doch nicht nur Ruderer und Kanuten nutzen die Strecke. Welche sportlichen Höhepunkte gab es außerdem?

Seit Bestehen gab es immer wieder Motorbootrennen, die sich großer Beliebtheit beim Publikum erfreuten. Zuletzt fand 2008 ein WM-Lauf im Motorbootrennsport statt. Die Regattastrecke ist inzwischen auch als Kulturstandort gefragt, hier fanden in den letzten Jahren viele Konzerte von Rock bis Klassik statt. Da ist die Tribüne schnell ausverkauft.

Welche Höhepunkte gibt es noch im Jubiläumsjahr?

Wir starten mit den Deutschen Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften im Rudern und dem 54. DRV Wanderrudertreffen vom 20. bis 23. Juni. Am 29. Juni eröffnen wir in der Johannes-Kirche in der Innenstadt von Brandenburg/Havel eine Ausstellung zur Regattastrecke, die bis zum 1. September zu sehen sein wird. Die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Polo vom 8. bis 11. August und die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Rennsport vom 27. August bis 1. September sind weitere Höhepunkte.

Welche Wünsche haben Sie?

Ich hoffe, dass ich weiter so gute Unterstützung von unserem gesamten Regattateam mit allen haupt- und ehrenamtlichen Kräften habe. Wir sind eine prima Truppe, die es immer wieder schafft, optimale Wettkampfbedingungen für die Sportler zu schaffen. Das fängt bei den Nachwuchsregatten an und hört beim Auftritt der Olympiasieger und Weltmeister auf. Und dann bleibt der Traum von Olympia. Bei der letzten Bewerbung von Berlin für die Olympischen Spiele 2024 war ja der Beetzsee als Standort für die Ruder- und Kanu-Wettbewerbe vorgesehen. Sollte Berlin demnächst noch mal ins Rennen gehen, stünde Brandenburg ganz sicher bereit.

Von Peter Stein

Ingo Fattroth kam mit zehn Jahren zum Rudern und wurde sechs Jahre später DDR-Vizemeister im Doppelzweier. Die Trainerlaufbahn schlug der heute 60-Jährige früh ein, zuerst beim Ruderclub Plaue, seit zehn Jahren als Jugendtrainer beim Ruder-Club Havel Brandenburg. Zunächst machte Fattroth seinen Schützling Fini Sturm zur U23-Weltmeisterin, jetzt will der Erfolgstrainer ein nächstes Talent zur WM in Japan schicken.

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