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Sport in Brandenburg Mit "Bärchen" und Norweger zum Erfolg
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15:46 09.12.2014
Felix Baldauf (oben) im Duell mit dem Litauer Romas Fridrikas (Lichtenfels).
Felix Baldauf (oben) im Duell mit dem Litauer Romas Fridrikas (Lichtenfels). Quelle: Frank Nessler
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Luckenwalde

Felix Baldauf atmete durch und strahlte. „Das hat ja noch geklappt“, sagte das norwegische Kraftpaket. „Ich bin ein Spezialist für späte Wertungen.“ Der norwegische Ringer in den Reihen des 1.Luckenwalder SC schien im abschließenden Bundesligakampf der Gruppenphase vor 350 Zuschauern in der Fläminghalle gegen den AC Lichtenfels bereits mausetot. Doch das Energiebündel berappelte sich in der Klasse bis 98 Kilogramm (klassisch) gegen den Litauer Romas Fridrikas, riss mit der letzten Aktion den Sieg aus dem Feuer und trug zum 21:7-Erfolg des LSC bei. Als Tabellenvierter der Nord-Gruppe müssen die Brandenburger nun in der Zwischenrunde am 13. und 20. Dezember (zu Hause) gegen den Süd-Siebten TSV Triberg aus dem Schwarzwald ran.

„Nach einem Stoß an die Schläfe habe ich Sterne gesehen“, schilderte der 20-jährige Baldauf sein Duell. „Ich bin auf den Brustkorb gefallen und musste mich übergeben.“ Nach der Unterbrechung legte der Lockenkopf los und sammelte zweimal mit einem Armdrehschwung Punkte. Baldauf ist nur ein „halber“ Norweger. Er stammt aus dem anhaltinischen Köthen. „Die beste Freundin meiner Mutter hatte als Krankenschwester Fuß gefasst und uns 2004 in den Norden gelotst.“ Dem Neunjährigen gefiel es in Kristiansund am Atlantik auf Anhieb. „Ich bin mit dem Schlitten zur Schule gefahren.“ Durch Vermittlung des dänischen Nationaltrainers kam er nach Luckenwalde. Baldauf trainiert mit den besten norwegischen Ringern am Stützpunkt in Oslo und studiert an der Uni Geschichte und Deutsch.

Baldauf gehört zu den Athleten, die das Ringen im griechisch-römischen Stil wieder attraktiv gemacht haben. Bei den Klassikern, wo nur aufwärts von der Taille gefasst werden darf, gab es oft nur Schiebeduelle. Ein Kämpfer versuchte den anderen wie beim Sumo aus dem Ring zu drängen. Ringen drohte aus dem olympischen Programm zu fliegen. Nach Regeländerungen geht es wieder vielseitiger zu. „Nach zehn Jahren gibt es endlich wieder Würfe über den Rücken“, freut sich auch LSC-Trainer Andreas Zabel über den Umschwung.

Für die spektakulärsten Kämpfe ist in dieser Saison wieder Christian John gut. Der 130-kg-Mann, „Bärchen“ gerufen, hat schon die komplette Weltspitze bezwungen. „Er ist ein Vollblutringer, für den es nur hop oder top gibt“, sagt LSC-Coach Jörn Levermann. „Aber Bärchen will oft zu viel. Er verhält sich taktisch unklug und wird dann schmerzhaft ausgekontert.“ Der andere Riese im Team, Nick Matuhin in der Freistil-Klasse, hat andere Probleme. Statt bis 120kg dürfen die Athleten im Schwergewicht jetzt 130kg schwer sein. „Nick mit 117 Kilogramm kann die dicken Kessel nicht mehr umfassen“, so Levermann. Dennoch schaffte er in sechs Kämpfen sechs Siege.

Christian John (rotes Trikot) gewannEnde September technisch überlegen gegen den Iraner Mohammed Reza Kaveh Tabar. Quelle: FRANK NESSLER

„Wir haben den Abstand zu den vor uns platzierten Teams von Mömbris und Mainz verkürzt“, zieht Zabel eine Zwischenbilanz.

Neue Ausländer haben gut eingeschlagen

  • Der 1. Luckenwalder SC verfügt wie in den Vorjahren über einen Etat von 250000 Euro.
  • „Die Zugänge aus dem Ausland haben durchweg gut eingeschlagen“, sagt Manager Bernd Fassbender.
  • Erstmals haben die Nuthestädter einen Esten (Anar Zainalov), einen Serben (Aleksander Maksimovic) und einen Litauer (Laimutis Adomaitis) in ihren Reihen.
  • Kapitän Felix Menzel ist die gute Seele der Mannschaft. „Er hat sich gegen den Leistunssport entschieden, ist aber dennoch unentbehrlich“, sagt Trainer Andreas Zabel. „Er ist in vier Klassen einsetzbar und mit seiner Vielseitigkeit ein begehrter Trainingspartner für den Nachwuchs.“ IT-Spezialist Menzel ist Projektleiter in der Kreisverwaltung.
  • Saisonziel des LSC ist das Erreichen des Viertelfinales.

Von Detlef Braune

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