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Sport in Brandenburg Dieser Skispringer aus Brandenburg will die großen Schanzen erobern
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12:07 07.03.2019
Springer kommt: Der Schanzenrekord auf der K60-Schanze liegt bei 72 Metern. Quelle: Foto: Lotto Brandenburg
Bad Freienwalde

  Ein Rauschen, das fast zum Orkan anschwillt, dann der Absprung, Flug und Landung – mit einem Knall biegen sich die Kunststoffbretter auf die grünen Matten im Papengrund. In Deutschlands nördlichstem Zentrum des nordischen Skisports in der Kurstadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) trainieren Max Unglaube und Moritz Terei. Sie gehören in ihrer Altersklasse zu Deutschlands besten Skispringern. „Da staunen die Konkurrenten aus Thüringen oder Bayern ganz schön“, sagt ihr Trainer Stefan Wiedmann. Der zwölfjährige Max wurde Gesamtsieger im deutschen Schülercup in der Altersklasse 13. „Das ist das erste Mal, dass ein Brandenburger Skispringer deutscher Schülermeister wird“, meint Dieter Bosse, Vorsitzender des Wintersportvereins (WSV) Bad Freienwalde 1923. Der elfjährige Moritz belegte in der Gesamtwertung in der Altersklasse 12 den vierten Platz und gewann zum Abschluss in Johanngeorgenstadt sein erstes Einzelspringen im Schülercup, der insgesamt aus sechs Wettbewerben besteht. Neben dem Traditionsstandort im Erzgebirge waren noch Schmiedefeld in Thüringen und Winterberg im Sauerland Ausrichter von je zwei Springen, an denen pro Altersklasse rund 100 Kinder aus ganz Deutschland teilnehmen.

Max Unglaube (l.) und Moritz Terei, WSV Bad Freienwalde. Quelle: Peter Stein

Landesstützpunkt für Skispringen und Nordische Kombination

„Zu den Wettkämpfen müssen wir immer weit fahren, aber die Grundlagen werden hier zu Hause auf unseren Schanzen gelegt“, sagt Wiedmann. Der 28-Jährige war einst auch Skispringer im Verein, ließ sich zum Trainer ausbilden und betreut nun den Nachwuchs am Brandenburger Landesstützpunkt für Skispringen und Nordische Kombination. Letztere beinhaltet noch den Skilanglauf. Auch da ist vor allem Moritz spitze, trotz des in diesem Winter wieder einmal fehlenden Schnees. So trainieren die Jungen und Mädchen auf Skirollern oder Inlineskates – die asphaltierten Radwege auf dem nahen Oderdeich sind ihr Trainingsrevier.

16 Kinder und Jugendliche frönen beim WSV dem Wintersport. In den vergangenen Jahren haben es immer mal wieder Jungen und Mädchen bis auf die Sportschule in den Wintersportzentren geschafft. Zum neuen Schuljahr werden auch Max und Moritz ans Sportinternat nach Oberhof wechseln. „Wenn ich beide rufe, dann denken die anderen Trainer immer, ich mache mir einen Spaß, weil sie was ausgefressen haben“, spielt Wiedmann auf die „Bösen Bubenstreiche“ von Max und Moritz des Dichters Wilhelm Busch an.

Max Unglaube, Trainer Stefan Wiedmann, Moritz Terei (v.l.), WSV Bad Freienwalde, nach dem Erfolg in Johanngeorgenstadt. Quelle: Verein

Kleine Weitenjäger – 79 Meter als Hausrekord

Dass seine beiden besten Jungadler nun flügge werden und den heimischen Horst im idyllischen Papengrund verlassen, sieht der Trainer mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Wir haben in den letzten Jahren fast täglich zusammen geübt, da hängt man schon an den Jungen. Aber in Oberhof haben sie einfach in der Perspektive die besseren Bedingungen. Ich hoffe, sie können sich durchsetzen.“

Max, 1,55 Meter groß und 39 Kilo leicht, kam vor vier Jahren durch die Talentiade, da dürfen sich die besten Sportler der Schulen ausprobieren, zum Skispringen. „Das Fliegen ist das Schönste“, findet er. Als er zu Hause mal vom Tisch hüpfen wollte, erwischte es gleich die Deckenlampe. Der Springinsfeld hat keine Angst, schaffte im bayrischen Rastbüchl 79 Meter als Hausrekord.

Sechs bis sieben Sprünge pro Trainingseinheit

Trotz ihres außergewöhnlichen Hobbys sind Max und Moritz zwei ganz normale Jungs, mögen das Zocken bei Computerspielen. Aber wenn sich Max, dessen Vorbild Olympiasieger Andreas Wellinger ist, seine 2,10 Meter langen Latten schnappt, deren Größe sich nach dem Bodymaßindex berechnet, dann gibt es kein Halten mehr.

Selbst die insgesamt 360 Stufen, die er nach jedem Sprung von ganz unten bis nach ganz oben auf den Schanzenturm samt Skiern stiefeln muss, machen ihm nichts aus. „Sechs bis sieben Sprünge schaffen die Jungs pro Trainingseinheit“, sagt Wiedmann, der seinen Schützlingen auch das Wachsen der Ski beibringt. „Moritz hatte das mit dem Absprung von Anfang an einfach drauf, schon nach einem halben Jahr stand er in Thüringen auf dem Treppchen“, berichtet der Trainer. Trotz des Wechsels nach Oberhof in einem halben Jahr werden die Jungadler weiter für den WSV Bad Freienwalde starten.

Vier Schanzen im Papengrund

Der WSV Bad Freienwalde verfügt über vier Schanzen: K60, K42, K21 und K10. Dank der Kunststoffmatten kann dort ganzjährig gesprungen werden.

Auf der K60-Schanze, benannt nach dem Skisprung-Olympiasieger von 1960, Helmut Recknagel, steht der Rekord bei 72 Metern.

Schon in den 1920er Jahren gab es Skispringen in Bad Freienwalde. Der Norweger Birger Ruud stellte 1935 mit 40,50 Metern einen Schanzenrekord auf. er war 1932 und 1936 Olympiasieger. Bad Freienwalde galt schon damals als das märkische St. Moritz.

Von Peter Stein

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