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Teltow-Fläming Reform, die nächste
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12:12 24.04.2019
Mike Schröder erkämpfte mit dem Oranienburger HC II im Januar den Landespokal der Herren. Das Final Four gehört inzwischen zu den Höhepunkten des Handballjahres – der Cup-Wettbewerb ist bei einigen Mannschaften weniger beliebt. Quelle: Julius Frick
Potsdam

Die Argumente der Kritiker kann Michel Nowak durchaus nachvollziehen. Ein grundsätzliches Ende des Handball-Pokals, wie es besonders radikale Gegner begrüßen würden, ist aber keine Option für den Sprecher des brandenburgischen Handball-Landesverbandes. „Es gibt diese Stimmen, die am liebsten ganz auf den Cup-Wettbewerb verzichten würden“, sagt Nowak, „aber wir finden, dass ein Pokal zum Spielbetrieb dazugehört und die große Mehrheit der Vereine sieht das auch so. Aber es ist schon so, das der Pokal eines der Themen ist, die für besonders viel Diskussionsstoff sorgen.“

So auch in den vergangenen Monaten, als Verband und Vereine um die Eckpunkte einer neuerlichen Reform des Wettbewerbs gerungen hatten – an einer HVB-Umfrage beteiligten sich fast 150 Vereinsvertreter. „Für uns war diese Umfrage sehr wichtig“, sagt Mathias Jeschke, HVB-Vizepräsident für Spieltechnik, „es wurde dort vielfach der Wunsch formuliert, dass es Änderungen geben soll. Die Technische Kommission hat deshalb eine neue Form des Pokalmodus entwickelt.“ Eine der entscheidenden Änderungen: Die Oberligisten im Herrenwettbewerb steigen erst in der zweiten Runde ein.

Mit dem veränderten Modus startet der HVB einen weiteren Versuch, den Cup-Wettbewerb, attraktiver zu machen: Bereits vor fünf Jahren wurde beschlossen, in Gruppen an einem zentralen Ort statt wie zuvor Runde für Runde im klassischen K.o-System zu spielen. Allerdings müssen sich Vereine und Pokalplaner weiter mit einem großen Handicap mühen: Wegen der hohen Trefferzahlen – ausgerechnet die Besonderheit, die den Handball so attraktiv macht – sind ab einem gewissen Klassenunterschied beim Handball Siege von krassen Außenseitern so gut wie ausgeschlossen. Anders als etwa beim Fußball ist der Sieg durch ein Glückstor nicht möglich. Durch den neuen Modus – eine Art Stufen-Modell für einen sanfteren Übergang, sollen extreme Klassenunterschiede schon in den ersten Turnierrunden gemindert werden.

Die Skepsis bleibt bei so manch einem: „Ich bin der Meinung, dass die Attraktivität nicht dadurch steigt, dass die höherklassigen Teams erst später einsteigen“, sagt Martin Hückel, der Coach des Verbandsligisten Wittenberge, „ein Allheilmittel für den HVB-Pokal wird vermutlich nie geben. Es ist und bleibt für die meisten ein lästiges Anhängsel.“ Beim Verband hält man dagegen: „Ich denke, dass es trotzdem sehr attraktive Duelle Klein gegen Groß gibt, das ist sehr wichtig für unsere Sportart“, sagt Alexander Haase, Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft und beim HVB verantwortlich für den Leistungssport. Michel Nowak argumentiert: „Durch den Pokal kommt es zu einer Durchmischung, die Teams treffen auf andere Gegner. Da es sich um das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit handelt, kann man die Partie auch als zusätzliches Vorbereitungsspiel betrachten.“

Auch Sven Keck, Coach des SC Trebbin (Brandenburgliga) und zukünftiger Trainer des Oberligisten Ludwigsfelde, kann den Neuerungen viel Positives abgewinnen: „Die Reform erhöht definitiv die Attraktivität. Zum einen ist es nun für die Mannschaften aus Landesliga und Verbandsliga sportlich besser, sich in der ersten Runde zu messen, zum anderen ist es für Brandenburgligisten und Oberligisten ein Vorteil, mit dem Einstieg in die zweite Runde aufgrund der Mehrbelastungen im Ligabetrieb.“ Silvio Krause, der mit dem Oranienburger HC II im vergangenen Jahr den Cup gewann, meint: „Ich fand schon mal gut, dass es eine Abstimmung dazu gab. Bis auf die freiwillige Teilnahme von Vereinen ist auch alles umgesetzt worden, wie ich abgestimmt hatte. Ich finde das macht durchaus Sinn.“

Der Termin für das Final Four, das weiter am ersten Januar-Wochenende in der Potsdamer MBS-Arena ausgetragen wird, soll nicht geändert, obwohl wegen des späten Austragungszeitpunktes der brandenburgische Cupsieger erst nach der Meldefrist beim DHB gemeldet werden kann und mit einem Jahr Verspätung im Herren-Amateur-Pokal starten kann. Das Ringen um den besten Kompromiss wirkt fast schon ein bisschen symptomatisch für den Cup-Wettbewerb: „Das ist nicht optimal, keine Frage“, räumt Nowak ein, „aber wir haben in der ersten Januarwoche einen Termin gefunden, der sehr gut passt und von den Fans sehr gut angenommen wird. Wir müssten bis Mitte Dezember den Wettbewerb zu Ende gespielt haben und den Spielplan weiter komprimieren. Das macht aus unserer Sicht keinen Sinn.“

Von Lars Sittig

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