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Sportbuzzer Massiver Polizeieinsatz bei Risikospiel
Sportbuzzer Massiver Polizeieinsatz bei Risikospiel
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19:48 31.07.2014
Die Polizei hat das "Risikospiel" bereits im Blick. Quelle: dpa (Archiv)
Potsdam/Cottbus

Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Hochsicherheitsspiel eingestufte Partie steht im Zeichen der Kontroverse um die Pläne der Bremer Bürgerschaft, den Vereinen künftig die Kosten für Polizeieinsätze in Rechnung zu stellen.

Erfahrungsgemäß werden am Wochenende in Cottbus 500 bis 600 Polizisten im Einsatz sein, schätzt der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Schuster. Offizielle Zahlen geben die Behörden nicht preis. Unterstützt werden die Brandenburger Polizisten von Kollegen aus Sachsen, Thüringen, Berlin und von der Bundespolizei. Die aus Steuermitteln bezahlten Kosten für die Sicherheit im Umfeld solcher Spiele summieren sich laut GdP-Landeschef Schuster schnell auf mehrere 100.000 Euro.

Beim letzten Aufeinandertreffen kontrollierten Ordner Dynamo-Fans am Eingang zum Stadion der Freundschaft in Cottbus - trotzdem gelangte Pyrotechnik in den Innenraum. Quelle: dpa

Appell an die Vernunft der Fans

In Cottbus appellieren Polizei, Stadt und der gastgebende Verein im Vorfeld des Spiels an die Vernunft der Fans. „Randale – wie auch immer und durch wen auch immer – schaden beiden Vereinen und ihren Anhängern“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Anhänger sollten sich demnach von gewalttätigen Fans und Gruppen fernhalten, das Abbrennen von Pyrotechnik sowie rassistische Aktionen unterlassen. Am Spieltag wird im Stadion kein Alkohol ausgeschenkt. Angetrunkenen Fans soll der Zutritt verwehrt werden. Die Polizei wird die Fans beider Vereine getrennt zum Stadion leiten. Am Spieltag wird der Stadtring zwischen der Kreuzung Straße der Jugend und Willy-Brandt- Straße ab 11 Uhr bis etwa 17:30 Uhr durchgehend gesperrt. Darüber hinausgehende Sperrungen werden in dem Umfang durchgeführt, wie sie zur Gewährleistung der Sicherheit der Besucher des Stadions erforderlich sind. Die Sperrung des Stadtringes gilt leider auch für Radwanderer. Radwanderer sollten im Stadionbereich vom Spreeradweg auf die Fürst-Pückler-Weg oder die Bergbautour ausweichen.

Den Gästefans - und wirklich nur für Gästefans - steht der kostenpflichtige Parkplatz Parzellenstraße (Zufahrt über den Stadtring) zur Verfügung. Dieser ist fußläufig etwa fünf Minuten vom Stadion entfernt und direkt mit dem Pkw über die Autobahn, ab Ausfahrt Cottbus-West oder Ausfahrt Cottbus-Süd in Richtung Cottbus/ Guben zu erreichen.

Keine Toleranz für Gewalt

Die Polizei wird - gemeinsam mit allen anderen Sicherheitsverantwortlichen – keine Gewaltausbrüche dulden. Gegen gewaltbereite Fans wird sofort und konsequent eingeschritten. Störer müssen neben Polizeigewahrsam und möglicherweise beschleunigten Strafverfahren auch mit einem bundesweiten Stadionverbot und ggf. Schadensersatzforderungen durch den FC Energie rechnen.

Diese Regeln sollen für ein friedliches Spiel sorgen

Im Vorfeld wurden daher einige Regeln erlassen, die neben den Zuschauern auch weniger fußballbegeisterte Menschen treffen könnten. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Fans beider Mannschaften werden gebeten, sich couragiert gegen alle Pyrotechnik, Provokationen sowie gegen rassistischen und fremdenfeindlichen Aktionen zu stellen.
  • In den Regelzügen der Deutschen Bahn von Dresden nach Cottbus und zurück am 3. August ist zwischen 8 Uhr und 21 Uhr die Mitnahme von Glasflaschen, Dosen und Pyrotechnik verboten. Bei Verstößen droht der Ausschluss von der Beförderung.
  • Am Spieltag wird es im gesamten Stadion keinen Alkohol geben, übermäßig alkoholisierten Fans wird der Zugang zum Stadion verwehrt.
  • Am Spieltag werden keine Eintrittskarten für Gästefans verkauft.
  • Um Auseinandersetzungen zwischen den Fans zu vermeiden, werden die Fanströme großräumig getrennt:
    • Für die Heimfans sind die Eingänge Stromstraße, Haupteingang und die Zugänge zur Osttribüne geöffnet. Der Eliaspark ist für alle Besucher gesperrt, die Zugänge zur Osttribüne können nur aus Richtung Haupteingang bzw. Sandower Dreieck erreicht werden. Der Eingang Stadtring bleibt für Heimfans geschlossen.
    • Die Gästefans gelangen über den Stadtring zu den Gästeeingängen und ihren Plätzen. Der Bereich des Stadtringes steht nur den Gästefans zur Verfügung. Die Besucher gelangen ausschließlich mit vorhandenen Eintrittskarten durch die Kontrollstellen. Der Zugang zum Stadtring und somit zum Gästefanblock ohne Eintrittskarte wird nicht gewährt.
  • Das Abbrennen von Pyrotechnik und das Mitbringen von gefährlichen Gegenständen und/oder Waffen ist verboten.
  • Das Stadion ist ab 12 Uhr geöffnet. Es sollten möglichst keine Behältnisse (Rucksäcke, Reisetaschen aber auch Gürteltaschen u. ä.) mitgenommen werden, da diese während der Spieldauer beim Ordnerdienst hinterlegt und erst nach Spielende wieder ausgehändigt werden.
  • Die Gästefans dürfen zum Anfeuern ihrer Mannschaft ein Megaphon, Trommeln (müssen bei Kontrollen einsehbar sein) und Fahnen (Stocklänge bis 150 cm) sowie Zaunfahnen ins Stadion mitnehmen. Schwenkfahnen sind nur für den Innenbereich zugelassen.

„Wir erwarten ein Fußballfest in stimmungsvoller Atmosphäre“, sagt Lars Töffling, Sprecher von Energie Cottbus. Der Verein rechnet mit etwa 16.000 Fans. Die 2000 Karten für die Dresdner Gäste sind bereits ausverkauft. Die Dynamo-Anhänger stehen seitens des DFB unter besonderer Beobachtung. Wegen Randale war der Verein wiederholt mit Geldbußen, Zuschauerausschluss und zuletzt sogar mit einem Antrittsverbot im DFB-Pokal bestraft worden.

Die vergangene Saison endete für Dresden unglücklich wie unrühmlich: Der Abstieg in Liga 3 wurde begleitet von Pyrotechnik beim Relegationsrückspiel gegen Bielefeld. Quelle: dpa

„Nicht irgendein Derby"

„Es ist nicht irgendein Derby. Dresden ist der direkte Nachbar“, sagt Ralph Meier von der Polizeidirektion Süd, die den Einsatz am Wochenende koordiniert. Im April waren Cottbus und Dresden in der 2. Liga aufeinander getroffen. Trotz des für beide Seiten wenig hilfreichen torlosen Unentschiedens war es auf den Rängen und im Stadionumfeld weitgehend ruhig geblieben. Allerdings war Linienrichter von einem Gegenstand aus dem Energie-Fanblock am Kopf getroffen worden.

Mit Risikospielen hat man in Cottbus Erfahrung. „Wir investieren viel in Sicherheitsmaßnahmen“, sagt Vereinssprecher Töffling mit Blick auf zusätzliche Ordner und die Fantrennung im Stadionbereich.

Kommentar von Bastian Pauly

Man muss kein Fußballfan sein, um den Plänen der Bremer Bürgerschaft entschieden entgegenzutreten. Der klamme Stadtstaat im hohen Norden will sich das Geld für Polizeieinsätze bei Fußballspielen von den Veranstaltern zurückholen. Wer Kosten macht, hat zu zahlen – das ist die Idee hinter dem Beschluss. Doch die Rechnung geht in mehrfacher Hinsicht nicht auf.
Die öffentliche Sicherheit zu gewähleisten, das ist die Hauptaufgabe der Polizei. Die Beamten setzen das staatliche Gewaltmonopol durch. Die Rechnung begleicht der Steuerzahler. Aus gutem Grund: Polizisten sichern nicht nur Fußballspiele, sondern jede denkbare Großveranstaltung wie Volksfeste, Konzerte und Demonstrationen. Wer Fußballvereine und -verbände bei Polizeieinsätzen in die finanzielle Verantwortung nehmen will, müsste auch jeden anderen Großveranstalter zur Kasse bitten. Es ist nicht so, dass die Fußball-Vereine nicht ohnehin schon zahlen würden. Zuletzt vermeldete die Deutsche Fußball-Liga (DFL), dass die 36 Profiklubs in 1. und 2. Bundesliga in einer Saison die Rekordsumme von 850 Millionen Euro Steuern gezahlt haben.
Fußball ohne Gewalt, das ist bis heute genauso wenig Wirklichkeit geworden wie eine Gesellschaft ohne Mord und Totschlag. Doch Fußballspiele als Bedrohung der öffentlichen Sicherheit wahrzunehmen, ist übertrieben. In der Saison 2012/13 zählte die Polizei 788 Verletzte in 1. und 2. Bundesliga. Unter den 19 Millionen Stadionbesuchern macht das einen verschwindend geringen Anteil aus. Die Gefahr, sich beim Baumblütenfest ein Veilchen einzufangen, muss weitaus größer sein.

Bastian Pauly/MAZonline

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