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Sportbuzzer Auf dem Eichenhügel geht es rund
Sportbuzzer Auf dem Eichenhügel geht es rund
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17:03 17.04.2019
Die erste Männermannschaft von Grün-Weiß Großbeeren kickt in der Saison 2018/2019 in der Kreisoberliga. Quelle: Foto: verein
Großbeeren

Wenn sich Heinz Rabe auf sein Fahrrad schwingt und durch Großbeeren strampelt, um Plakate in den Schaukästen aufzuhängen, dann ist wieder was los im Stadion „Auf dem Eichenhügel“. Der 80-Jährige, nicht nur Ehrenmitglied, sondern auch stolzer Träger des Mitgliedsausweises Nummer 1, sagt selbst, er habe alle Höhen und Tiefen des heutigen Sportvereins Grün-Weiß Großbeeren miterlebt, der zugegebenermaßen noch ein wenig älter ist. Denn am 27. Januar 1929 hob der Großbeerener Gesellenverein im Lokal „Max Laube“ – das Gebäude gibt es heute noch unter anderem Namen – den Fußballverein Grün-Weiß aus der Taufe. Und schon in der ersten Spielserie 1929/30 gelang den Grün-Weißen der Aufstieg in die 1. Kreisklasse.

Mehrere Vereinsnamen zu DDR-Zeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es am 1. Mai 1946 zur Neugründung der SG Eintracht. 1955, der Verein spielt mittlerweile als BSG Aufbau in der

SV Grün-Weiß Großbeeren Quelle: verein

Bezirksklasse, beginnt auch der Bau des Stadions „Auf dem Eichenhügel“. Rabe hat damals mitgearbeitet, denn am 18.Oktober 1956 wurde er Vereinsmitglied. Am 27. Juli 1957 erfolgte die Einweihung des Stadions. Auch als die Masten für das Flutlicht 1958 aufgestellt wurden, war Rabe aktiv dabei, der bis 1959 Fußball spielte, ehe eine schwere Verletzung die aktive Laufbahn beendete. „Von da an war ich im Verein in verschiedenen Funktionen tätig, zum Beispiel als Mannschaftsleiter und Schriftführer. Das ist bis heute so geblieben. Ich bin immer dabei, auch wenn der Nachwuchs spielt, schaue ich gern zu“, sagt Rabe. Für den ledigen Rentner ist der Verein die Heimat, das zweite Zuhause, wie eine Familie. „Erst kommt Grün-Weiß Großbeeren, dann Bayern München“, meint der Fußball-Fan und lacht.

Sieben Abteilungen

Heute leitet Michael Kraft die Geschicke des knapp 600 Mitglieder starken Vereins mit seinen sieben Abteilungen von der Konstante Fußball – stellt mehr als die Hälfte aller Mitglieder – bis zum Exoten Indiaca. Seit der Neugründung – von 1965 bis zur Wende hieß der Verein BSG Wissenschaft – am 4. Juli 1990 als SV Grün-Weiß wie ehedem hat sich die Mitgliederzahl wie die Einwohnerschaft in Großbeeren im wachsenden Umfeld der Hauptstadt verdreifacht.

Der erweiterte Vereinsvorstand mit dem 1. Vorsitzenden Michael Kraft (4.v.r.). Quelle: Verein

Auch Kraft zog 1996 aus Berlin in den Ortsteil Kleinbeeren. Seit 1999 ist er im Verein. „Meine Söhne spielten Fußball, da kam ich dazu, wurde Trainer, später Jugendleiter und Abteilungsleiter Fußball, Vorstandssprecher“, erzählt der 57-Jährige, der seit 2017 Vereinsvorsitzender ist. Er hat auch miterlebt, wie von 1999 bis 2003 ein modernes Vereinsgebäude auf dem Eichenhügel entstanden ist. Das Schmuckkästchen hat sogar ein Vereinskasino „Hattrick“. Kurzum, bei Grün-Weiß gibt es fast alles, was ein moderner Sportverein braucht. Und damit alles schick bleibt, packten erst am letzten Wochenende viele mit an beim Frühjahrsputz. „Da können wir uns auf die Vereinsmitglieder verlassen“, sagt Kraft.

Fußball hat den größten Zulauf

Der Fußball hat guten Zulauf, von den Bambini und der G-Jugend angefangen bis zu den Alten Herren in der Ü35 und Ü50. Bei Letzteren kickt auch Kraft noch mit. 18 Mannschaften befinden sich im Spielbetrieb, die erste Elf läuft in der Kreisoberliga auf. Sogar eine Frauen-Mannschaft gibt es, die Tabellenführer in der Kreisliga ist.

Die Volleyballer des SV Grün-Weiß Großbeeren Quelle: Verein

Daneben existieren sechs Abteilungen, die in der Halle aktiv sind wie Volleyball, Tischtennis und eben Indiaca. Diese aus Südamerika stammende Sportart ist mit dem Volleyball vergleichbar, nur wird hier statt auf einen Ball auf einen überdimensionierten Federball mit der Hand über das Netz geschlagen. Nur zwei Vereine betreiben in Brandenburg überhaupt diesen Sport. Abteilungsleiter Michael Eberhard kann von diversen Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften berichten, mehrfach haben die Großbeerener sogar die nationalen Titelkämpfe selbst ausgerichtet. Mit Sophie Bickert stammt sogar eine Weltmeisterin im Mixed-Team von 2017 aus dem Verein.

Indiaca hofft auf Neuzugänge

„Leider hatten wir in den letzten Jahren ein paar Abgänge zu verzeichnen“,

Michael Eberhard ist Chef der Abteilung Indiaca. Quelle: Julian Stähle

bedauert Eberhard. So kamen keine wettbewerbsfähigen Mannschaften mehr zustande und die Meisterschaftsauftritte mussten bereits 2018 abgesagt werden. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, wirbt der 53-Jährige für Indiaca. Trotz knapper Hallenzeiten vor allem in den Wintermonaten gibt es bei Grün-Weiß keinen Aufnahmestopp wie bei vielen anderen Vereinen im sogenannten Speckgürtel.

Vielleicht finden sich ja beim nächsten Sport- und Familienfest am 7. September wieder ein paar Interessenten ein, wenn sich der Verein auf dem Eichenhügel mit seinen Mitmach-Angeboten präsentiert. Vereinsurgestein Heinz Rabe wird sicher rechtzeitig die Werbeplakate verteilen.

SV Grün-Weiß Großbeeren

Gründung: 27.Januar 1929 (Neugründung: 4. Juli 1990)

Vorstand: Michael Kraft (1. Vorsitzender), Armin Schwarz (2. Vorsitzender), Bernd Wasiak (2. Vorsitzender Hallensportarten), Nicole Göttert (2. Vorsitzende Marketing), Beate Sammel (Schatzmeisterin).

Mitglieder: 584

Ältestes Mitglied: Gisela Göhler (Abt. Gymnastik) – 84 Jahre

Jüngstes Mitglied: Linus Lange (Abt. Fußball) – 5 Jahre

Abteilungen: Fußball, Indiaca, Badminton, Tischtennis, Volleyball, Gymnastik, Cheerleading.

Besonderheiten: Fußball ist mit 359 Mitgliedern die größte Abteilung, hier spielen 18 Mannschaften von den Bambinis bis zur Ü50. Die erste Männermannschaft spielt in der Kreisoberliga, wurde mehrfach Kreispokalsieger.

Sophie Bielert wurde mit dem deutschen Mixed-Team 2017 Weltmeisterin im Indiaca.

Im Cheerleading wurden zwei Teams 2019 Landesmeister und qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften.

Events: Am 1. Mai richtet der Verein im Stadion „Auf dem Eichenhügel“ das Kreispokal-Finale für den Fußballkreis Dahme-Fläming aus.

Am 7. September findet das Sport- und Familienfest mit vielen Mitmach-Angeboten statt.

Internet: www.sv-gruen-weiss-grossbeeren.de

Von Peter Stein

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