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Sportbuzzer Mit der grauen Eminenz zwischen den Pfosten
Sportbuzzer Mit der grauen Eminenz zwischen den Pfosten
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18:44 04.01.2019
Rainer Bache beim Final-Four-Halbfinalspiel vor einem Jahr gegen den 1. VfL Potsdam II – bei dem die HSG knapp ausschied. Quelle: foto: Julius Frick
Teltow

Die Vorfreude steigt bei Rainer Bache, auch in einer ungewöhnlich langen Karriere gehört das Final Four des Handball-Landespokals zu den Höhepunkten des Jahres. „Es ist inzwischen die vierte Endrunde, bei der ich als Spieler dabei bin, aber so ein Turnier ist natürlich immer wieder etwas ganz Besonderes“, sagt der Torhüter der HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf, die sich mit dem vierten Start in Folge zum Dauergast der Finalrunde in der Potsdamer MBS-Arena entwickelt hat (Spielplan und Teilnehmer siehe Infokasten).

Immer mit dabei: Der inzwischen 57 Jahre alte Torhüter Rainer Bache, eine Art graue Eminenz zwischen den Torpfosten und seit vielen Jahrzehnten Teil des Inventars der brandenburgischen Handball-Familie. Die Jahrzehnte kamen und gingen, Bache aber spielte Jahr um Jahr weiter und wirft sich für seine Mannschaft in die Flugbahn der Bälle. Seine erste Partie im Männerbereich bestritt er Mitte der achtziger Jahre bei der Betriebs-Sport-Gemeinschaft Turbine/Gaswerke in der Bezirksliga im Ostteil Berlins. Später spielte Bache, der ein Studium als Handelskaufmann absolvierte, unter anderem während seiner Armeezeit für Lok Delitzsch. Nach dreizehn Jahren beim Grünheider SV (2000 bis 2010), mit dem er einmal Landespokalsieger wurde und beim Oranienburger HC (2010 bis 2013) steht Bache nun in der sechsten Spielzeit im Tor der HSG.

„Es gibt ja immer wieder Torhüter, die bis Ende dreißig oder sogar Mitte vierzig spielen, weil man mit Erfahrung viel wettmachen kann – aber Rainer ist ja noch eine Dekade älter“, staunt auch Gregor Höfert, der Coach der HSG, die in der Brandenburgliga auf Rang zwei liegt. „Ich denke, das ist einzigartig, zumindest in einer hohen Spielklasse wie der Brandenburgliga. Und was zusätzlich wichtig ist: Man kann sich auf Rainer verlassen“, weiß sein Trainer, mit 38 Jahren deutlich jünger als sein Torhüter, die Dienste seines routinierten Schlussmanns zu schätzen. Auch wenn sich in dieser Saison Baches Spielanteile reduziert haben und mit Matthias Petsch und Kevin Moritz die nächste Torhütergeneration ins Tor geschoben hat, ist er ein tragendes Element des Torwartteams: „Er hat in dieser Saison schon gute Spiele für uns gemacht, es ist gut, jemanden wie Rainer im Team zu haben“, sagt Höfert. Da Moritz (krank) ausfällt, fährt Rainer Bache als Nummer zwei mit zum Pokal-Showdown.

Im vergangenen Jahr war die HSG in einem spektakulären Duell mit dem Traditionsteam des 1. VfL Potsdam (34:36) ausgeschieden. In diesem Jahr schaffte das HSG-Ensemble wieder die Qualifikation. „Die kürzere Spielzeit kommt unterklassigen Teams entgegen, weil man sich besser ins Unentschieden retten und mit ein bisschen Glück vielleicht den entscheidenden Treffer erzielen oder sich im Siebenmeterschießen durchsetzen kann“, analysiert Höfert. „Bei der vollen Spielzeit sind die höherklassigen Teams am Ende überlegen, weil sie in der Regel einmal mehr trainieren und körperlich dann größere Reserven haben.“ Das Ticket für die Endrunde löste die HSG in einem dramatischen Duell gegen den eine Klasse höher spielenden Oberligisten Werder. Den Halbfinalgegner MTV Altlandsberg, der in der Oberliga auf Rang vier liegt, schätzt Höfert als „personell sehr gut besetzten Viertligisten ein“. Vor der Saison habe sich das Team noch einmal mit guten Spielern verstärkt.

Eine schwere Aufgabe für die HSG und Rainer Bache. Gibt es ein Geheimnis für die ungewöhnlich lange Laufbahn? „Nein“, winkt Rainer Bache ab, „ich mach kein spezielles Fitness-Training. Ich habe einfach Spaß, das ist die Hauptsache. Und ich hatte Glück, dass ich lediglich eine schwere Verletzung, einen Bänderriss im Sprunggelenk, hatte.“ Wie lange will er noch im Tor stehen? „Solange ich Freude daran habe und solange die anderen mit mir zusammenspielen wollen“, sagt er und fügt schmunzelnd an. „Ich habe gehört, in der Schweiz gibt es einen Torhüter, der mit achtzig Jahren noch spielt – insofern habe ich noch ein paar Jahre vor mir.“

Von Lars Sittig

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