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Sportbuzzer Wünsdorf empfängt „The Wall“
Sportbuzzer Wünsdorf empfängt „The Wall“
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00:21 22.07.2018
Darts-Star Martin Schindler (l.) und Denny Böger, Abteilungsleiter Darts beim MTV Wünsdorf. Quelle: foto: Conrad Hipp
Wünsdorf

Die Stimmung war gut, wie auch sonst bei den Trainingseinheiten der neu gegründeten Darts-Abteilung des MTV Wünsdorf – und doch war alles ganz anders. Denn: Kurz nach Trainingsbeginn erkennt man am hintersten Board einen Mann mit Pfeilen in der Hand, dessen Gesicht die Wünsdorfer Darter nur aus dem Fernsehen kennen. Profi Martin Schindler stattete dem MTV einen Besuch ab.

Der Strausberger macht derzeit Urlaub und nahm sich am Montagabend Zeit, um sich in Wünsdorf umzuschauen. „Es sind tolle Bedingungen hier, eine schöne Anlage“, sagt Schindler nach den ersten Pfeilen.

Erst im März wurde die Abteilung Darts in Wünsdorf gegründet. 18 Mitglieder umfasst sie aktuell. „Das ist natürlich ein absolutes Highlight für uns, wenn kurz nach der Gründung ein so bekannter Name zu uns kommt“, sagt Abteilungsleiter Denny Böger.

Möglich machte den Besuch Savvas Tsitiridis, Besitzer der Taverna Pella in Wünsdorf. Er wuchs gemeinsam mit Schindlers Manager Ioannis Selachoglu auf. „Als ich ihn letztens besuchen war, hatte ich die Idee und kurze Zeit später kam auch die Zusage“, erzählt Tsitiridis. Eine Zusage, die nicht selbstverständlich ist. „Ich bin kein Rampenlicht-Typ“, erzählt der 21-jährige Darts-Könner, „aber das ist ja hier gefühlt ein privater Kreis. Die Stimmung hier ist sehr entspannt, niemand ist aufdringlich.“

Eigentlich lehnt er Show-Events ab, auch wenn dafür auch mal viel Geld geboten wird. Besuche wie in Wünsdorf machen ihm da mehr Spaß. Schindler: „Es ist schön, Leuten eine Freude zu bereiten. Es ist toll, dass diese Abteilung jetzt gegründet wurde.“ Er selbst hatte in seinen Anfangszeiten Probleme, einen Verein in der Nähe zu finden.

In Wünsdorf fühlte Schindler sich von Beginn an wohl. Offen plauderte er mit den Mitgliedern über die Weltmeisterschaft, erzählte von anderen Profis und wie er mit den Bedingungen auf den großen Bühnen umgeht. Aber es wurde auch gespielt. Fünf Mitglieder wurden ausgelost, die jeweils ein Leg (ein Spiel von 501 auf 0) gegen Schindler spielen durften. Auch dort war die Atmosphäre sehr freundschaftlich. MTV-Darter Marco Zwanzig startete mit einer 60, Schindler antwortete „nur“ mit 49 Punkten. „So, wenn ich dich das nächste Mal im Fernsehen sehe, sage ich, gegen den habe ich mal geführt. Den Endstand habe ich dann vergessen“, scherzt Zwanzig. Schindler lacht – und gewinnt das Match. Eins seiner Spiele verliert er aber doch. Im Match gegen Maik Ahlert siegt er so knapp, dass Schindler ein zweites Match anbietet. Das gewinnt Ahlert dann. „Ich habe mich blöd angestellt, er hat das sehr gut gemacht“, lobt Schindler. Für Ahlert das Sahnehäubchen auf dem Abend. „Es war ja für mich schon eine neue Situation, vor Zuschauern zu spielen. Und dann noch gegen so einen Spieler. Mein Ziel war es, vor ihm in den Finish-Bereich zu kommen. Trotzdem hatte ich zittrige Finger“, sagt Ahlert. Von der Begegnung mit dem Profi ist er begeistert. „Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung. Es war toll, dass er hier war“, sagt Ahlert.

Viel Zeit für Besuche wie diesen hat Schindler nicht. Über 75 Turniere pro Jahr spielt der gebürtige Strausberger. „Von 52 Wochen im Jahr bin ich etwa 45 unterwegs“, so seine Bilanz. Sein Ziel in diesem Jahr: Natürlich die Weltmeisterschaft im Dezember.

Im vergangenen Jahr spielte er zum ersten Mal im legendären Alexandra Palace in London. In diesem Jahr will er wieder hin. Davor spielt er noch einige große Turniere wie die European Tour, die Players Championship Finals oder den World Grand Prix. Dort ist der eigentlich ruhige Profi auch wieder mit der großen Bühne konfrontiert. „Ich versuche dann immer, in meinem kleinen Zimmer zu sein und alles auszublenden. Das gelingt nicht immer. Da befinde ich mich immer noch im Lernprozess“, gesteht er.

Erst seit zwei Jahren ist er Profi, verdient mit Darts sein Geld. „Natürlich denkt man da manchmal dran. Aber wenn ein Turnier mal schlecht läuft, läuft das andere eben besser. Man darf diesen Gedanken nicht zu sehr in seinen Kopf lassen. Ich sage mir dann: Spiel einfach!“

Das klappt bisher hervorragend. Einfach Darts gespielt hat Schindler auch in Wünsdorf. Ein Profi zum Anfassen. In der Abteilung schwärmt man: „Ein unglaublich bodenständiger und ruhiger Typ. Es war eine tolle Begegnung und ein sehr schöner Abend“, so Böger. Beim nächsten Training werfen die MTV-Darter wieder ohne Schindler aufs Board. Interessierte können trotzdem jederzeit vorbeischnuppern. „Equipment ist erst einmal nicht notwendig. Wir haben alles da. Jeder kann sich bei uns ausprobieren“, sagt Böger.

Am Montag ging die Trainingseinheit deutlich länger. Über fünf Stunden war Schindler zu Gast und fühlte sich abseits des großen Darts-Zirkus im ruhigen Dorf-Umfeld so richtig wohl.

Jeden Montag und Donnerstag zwischen 18 und 21 Uhr fliegen auf dem Burgberg die Pfeile.

Von Conrad Hipp

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