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Sportbuzzer Berliner Schachmann gilt als deutsche WM-Hoffnung
Sportbuzzer Berliner Schachmann gilt als deutsche WM-Hoffnung
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17:54 18.09.2018
Maximilian Schachmann (r.) im Trikot des Gesamtführenden bei der Deutschland-Tour. Quelle: fotoS: Bernd Thissen/dpa
Potsdam

Mit einem Fette-Reifen-Rennen, damit sind normale Fahrräder gemeint, fing alles an. Michael Lemke, der Vorsitzende und Trainer vom Marzahner Radsportclub, kann sich noch ganz gut daran erinnern, als Maximilian Schachmann bei ihm sein erstes Radrennen bestritt und blieb. Auch der Protagonist hat nicht vergessen, wie 2005 alles begann. „Wir hatten im Radio von der Rad-Veranstaltung gehört, dann sind wir dahin gefahren“, erzählt Schachmann. Mit „wir“ meint er zuerst seinen Vater Jan Schachmann, der in der Jugend auch mal Radsportler war. Aber zum Radsport animiert habe ihn vor allem seine sechs Jahre ältere Schwester Caroline, erzählt Maximilian Schachmann. „Die war so begeistert von den Duellen zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong bei der Tour de France. Da fing mein Vater wieder an, aufs Rennrad zu steigen und ich bin mitgefahren.“

Mit elf Jahren im Radsport begonnen

Maximilian Schachmann war elf Jahre alt, als er beim Marzahner RC begann. „Gleich in meinem ersten Rennen war ich erfolgreich und wurde Dritter.“ Sechs Jahre lernte er dort das Radsport-Abc. Die Familie wohnte in Lindenberg (Barnim) in Brandenburg. Und weil er ab der 5. Klasse das Barnim-Gymnasium in Berlin-Falkenberg besuchte, hatte er einen sechs Kilometer langen Schulweg – natürlich mit dem Rad. Dass er da Wettfahrten mit dem Schulbus veranstaltet habe, sei zwar eine schöne Geschichte, aber eher eine Legende, stellt Schachmann klar, der sich in diesem Jahr endgültig ins Rampenlicht fuhr.

Der Profi vom belgischen World-Tour-Team Quick-Step Floors holte schon im Frühjahr einen Etappensieg bei der Katalonien-Rund-fahrt, auch beim Giro d’Italia gewann der 24-Jährige eine Bergetappe. Bei den Europameisterschaften in Glasgow sicherte er sich auf einem wiederum anspruchsvollen Kurs Bronze im Zeitfahren.

Bei der Deutschland-Tour überzeugt

Zuletzt bei der wiederbelebten Deutschland-Tour gewann er die zweite Etappe und belegte am Ende Rang drei in der Gesamtwertung. Längst gilt er aufgrund seiner Stärken im Zeitfahren – 2016 war er U23-Vizeweltmeister im Kampf gegen die Uhr – und in den Bergen als große deutsche Rundfahrt-Hoffnung.

Dass der gebürtige Berliner, der mit seiner Freundin im Stadtteil Köpenick wohnt, als Flachländer so gut in den Bergen zurecht kommt, ist für ihn kein Widerspruch. „Ich habe das ganze Jahr über genug Trainingslager in den Bergen, wo ich das üben kann.“

Einfach eine Kopfsache

Auch sein erster Trainer kann sich daran erinnern. „Wenn es mal bergauf ging, war Maximilian immer gut dabei“, sagt Lemke. „Das ist einfach eine Kopfsache.“

Aber sein „Markenzeichen“, das Wackeln mit dem Kopf, habe er ihm nicht abgewöhnen können.

Daraufhin angesprochen lacht Schachmann und meint: „Das geschieht bei mir eher unbewusst. Das ist auch kein Zeichen von großer Anstrengung. Aber meine Familie findet das gut. Dadurch können sie mich im Peloton eher ausmachen, egal, ob sie im Fernsehen oder wie jüngst bei der Deutschland-Tour an der Strecke zuschauen“, berichtet der Radprofi amüsiert, der nach dem Abitur zunächst nach Thüringen gegangen war und dann in Ausbildungsteams fuhr, ehe er 2017 bei Quick-Step Floors einen Profivertrag in der ersten Liga erhielt. „Ich hatte mir persönlich ein Ultimatum gesetzt. Wenn du es als U23-Fahrer nicht schaffst, einen Profivertrag zu bekommen, dann musst du dich um ein Studium kümmern.“ Er hatte schon begonnen zu studieren, aber dann schnell gemerkt, dass sich das mit dem hochklassigen Radsport nicht vereinbaren ließ.

Neue deutsche Radsport-Welle

Schachmann verkörpert mit dem deutschen Meister Pascal Ackermann (Bora-Hansgrohe) und dem Deutschland-Tour-Zweiten Nils Politt (Katusha-Alpecin) vom 1994er Jahrgang eine neue deutsche Radsport-Generation nach den Kittels, Degenkolbs, Martins und Greipels. „Das ist sicherlich so. Aber Kittel und Degenkolb werden bestimmt noch ein paar Jahre fahren. Wir treten da in große Fußstapfen. Natürlich sehe ich das als Herausforderung. Aber ein konkretes Vorbild habe ich nicht, ich muss meinen eigenen Weg finden“, sagt Schachmann.

Da sein Vertrag bei Quick-Step Floors zum Jahresende ausläuft, darf man gespannt sein, wie es für Schachmann weitergeht. Denn ein junger Mann mit seinem Potenzial ist längst begehrt bei vielen Teams. Und vielleicht kann der Radprofi seinen Marktwert bei der am Sonntag beginnenden Straßen-WM in Innsbruck/Österreich noch steigern. Der bergige Kurs kommt Schachmanns Qualitäten entgegen, der sowohl im Zeitfahren als auch im Straßen-Einzel antritt.

Cottbuser Max Kanter bei WM dabei

Im Straßen-Einzel bei den Männern gehört zum sechsköpfigen deutschen Aufgebot auch Simon Geschke (Team Sunweb) aus Wandlitz.

In der U23 wurde Max Kanter (Team Sunweb Development) aus Cottbus nominiert. Er tritt auch im Einzelzeitfahren an.

Bei den Frauen ist Trixi Worrack aus Cottbus im Straßen-Einzel und im Einzelzeitfahren vom BDR nominiert.

Von Peter Stein

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