Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sportbuzzer Bernd Niesecke wurde vor 30 Jahren Olympiasieger
Sportbuzzer Bernd Niesecke wurde vor 30 Jahren Olympiasieger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:18 21.09.2018
Bernd Niesecke (2.v.l.) jubelt mit dem Vierer mit Steuermann nach dem Olympiasieg 1988 in Seoul. Quelle: Foto: MAZ-Archiv
Premnitz

Diese fünf Männer schwelgen am Montag ganz sicher in besonderen Erinnerungen. Denn vor genau 30 Jahren wurden Karsten Schmeling, Bernd Niesecke, Bernd Eichwurzel, Frank Klawonn und Hendrik Reiher im südkoreanischen Seoul Olympiasieger im Vierer mit Steuermann. Das Ruder-Quintett stammte aus einem Verein, der SG Dynamo Potsdam. Trainer war Bernd Landvoigt, selbst eine Ruder-Legende und mit seinem Zwillingsbruder Jörg zweimal Olympiasieger (1972 und 1976) sowie viermal Weltmeister.

Ein verschworenes Quintett

Auch Bernd Niesecke feierte drei WM-Triumphe. Mit „seiner“ Olympiasieger-Crew wurde er schon 1986 und 1987 Weltmeister, ehe 1988 in Seoul die Krönung erfolgte. „Ja, das war schon ein besonderes Boot“,

Frank Klawonn, Bernd Eichwurzel, Bernd Niesecke und Karsten Schmeling (v.l.) heben Steuermann Hendrik Reiher hoch. Quelle: privat

erinnert sich der 59-jährige Premnitzer, der lange auf diesen größtmöglichen sportlichen Erfolg hingearbeitet hatte. Seit 1979 gehörte er zur DDR-Nationalmannschaft. Hatte er die Sommerspiele 1980 in Moskau noch knapp verpasst, so fiel 1984 Los Angeles wegen des Olympia-Boykotts des Ostblocks für die DDR-Sportler völlig ins Wasser. Auch für Niesecke ein herber Rückschlag. „Wir hatten das ganze Jahr darauf hingearbeitet, natürlich war die Enttäuschung riesig.“ Umso mehr kniete er sich danach rein. „Ich wusste, 1988 bist du 30, das ist deine letzte Chance. Seit 1986 haben wir in derselben Besetzung alles gewonnen. Das schweißt zusammen.“

Gesellschaftliche Anerkennung

Als Olympiasieger habe er einerseits in der DDR gesellschaftliche Anerkennung erfahren, er erinnere sich an die vielen Empfänge nach Olympia. Andererseits sei er bei der erfolgreichen Sportnation einer unter vielen gewesen. Die DDR gewann in Seoul 37 mal Gold. Niesecke weiß noch, dass sein Boot mit über drei Sekunden Vorsprung gegenüber dem Zweiten Rumänien den Olympiasieg herausfuhr. „Ansonsten haben wir uns andere Wettkämpfe angesehen, waren bei den Leichtathleten und haben diese angefeuert“, erzählt der Polizist. „Viel von der gesellschaftlichen Anerkennung für die Sportler ist nach der Wende weggefallen, darunter leidet heute der Sport. Anerkennung zu erfahren, ist manchmal wichtiger als Geld“, findet Niesecke, der aber als Trainer beim Rathenower Ruderclub Wiking seinem Sport bis heute treu geblieben ist.

Alle zwei Jahre ein Treff

Auch seine Erfolgsmannschaft von damals hält sich die Treue und trifft sich regelmäßig. „Das geht bei uns immer reihum, weil alle zwei Jahre bei einem von uns ein runder Geburtstag ansteht“, berichtet Niesecke, der am 30. Oktober seinen 60. Geburtstag feiert. Schmeling (58), Eichwurzel (54), Klawonn (52) und Steuermann Reiher (56) halten bis heute Kontakt. Dieser Gemeinsinn, sagt Niesecke, sei eines ihrer Erfolgsgeheimnisse gewesen. „Natürlich haben wir auch sehr hart trainiert.“

Im Premnitzer Ortsteil Döberitz ist er aufgewachsen, wurde an der Schule wegen seiner Größe für den Rudersport gesichtet. Mit der 10. Klasse wechselte er nach Potsdam. 1981 gewann er seinen ersten WM-Titel im Vierer mit, 1982 WM-Silber im Achter. Der Familienvater ist seit 39 Jahren mit seiner Jutta verheiratet. Beide haben zwei Kinder und inzwischen zwei Enkel. Wenn Bernd Niesecke heute mit dem Ruder-Nachwuchs übt und bei Regatten am Start ist, will er den Mädchen und Jungen vor allem den Spaß am Rudern vermitteln. „Es geht nicht vorrangig darum, Olympiasieger zu werden. Der Sport ist eine gute Schule fürs Leben“, lautet das Credo des Olympiasiegers.

Von Peter Stein

Joe Bode hat sich nach zwei Mittelfußbrüchen zurück ins Team des Handball-Drittligisten VfL Potsdam gekämpft und hofft am Sonntag beim Heimspiel der Adler auf ein Comeback. In der Staffel Nord steht die Potsdamer Vertretung an einer Art tabellarischem Scheideweg – nun kommt ein unangenehmer Gegner in die MSB-Arena.

21.09.2018

Die Wiederzulassung der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA ist zur großen Frage, um die Glaubwürdigkeit der Weltagentur WADA geworden. Ämterverquickungen und Interessenskonflikte sind das Problem der unabhängigen WADA. Die Kritik an der Russland-Entscheidung hält an.

21.09.2018

Andrea Petkovic hat ihr erstes Endspiel auf der WTA-Tour seit 2015 verpasst. Die 31 Jahre alte Tennisspielerin aus Darmstadt musste sich im chinesischen Guangzhou im Halbfinale der Chinesin Wang Qiang mit 2:6, 2:6 geschlagen geben.

21.09.2018