Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Sportbuzzer EM-Bronze für Potsdamer Christian Diener
Sportbuzzer EM-Bronze für Potsdamer Christian Diener
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:58 10.08.2018
Happy mit EM-Bronze: Christian Diener (l.) mit seinen Staffelkollegen. Quelle: foto: Darko Bandic/AP
Anzeige
Potsdam

Als Christian Diener am Montag wieder in der Heimat landete, hatte er auch Edelmetall im Gepäck. „Endlich, ich bin so froh“, sagte er voller Erleichterung. Bei den European Championships im Schwimmen in Glasgow hatte er am Vorabend doch noch für ein persönliches Happy End gesorgt. Mit der deutschen 4 x 100 Meter Lagen-Staffel gewann der 25-Jährige vom Potsdamer SV im OSC Bronze – die seit Jahren heiß ersehnte Medaille.

2014 hatte er mit EM-Silber das letzte Edelmetall auf der Langbahn erobert. Auch in Glasgow scheiterte das Rücken-Ass in den Einzelstarts knapp an dem Vorhaben, den Sprung auf das Podest zu schaffen. Nach Platz 13 über 50 Meter Rücken, im Vorlauf war er in 24,89 Sekunden Bestzeit geschwommen, kam er über 100 Meter trotz erneuter Bestzeit von 53,92 Sekunden nur auf Rang sieben. Zum Abschluss dann seine Spezialstrecke, die 200 Meter Rücken. Bis 20 Meter vor dem Ziel lag er noch auf einem Medaillenplatz, wurde am Ende aber in 1:57,05 Minuten Vierter. Dabei hatte er nach dem Anschlag kurz gejubelt. „Auf der Anzeigetafel sah es erst so aus, als ob ich Dritter geworden bin. Natürlich ist man im ersten Moment enttäuscht. Aber noch mehr geärgert habe ich mich über 100 Meter, weil in diesem Jahr der Schwerpunkt in der Vorbereitung auf den kürzeren Strecken lag.“

Anzeige

Den Ausscheid um den Staffelplatz gewonnen

Doch diese innere Wut habe er gut in Kraft für den abschließenden Staffel-Einsatz umwandeln können. Weil er sich über 100 Meter Rücken als Siebter vor seinen Dauerrivalen Jan-Philip Glania aus Frankfurt/Main als Achtem habe schieben können, wurde Diener erstmals in seiner Karriere im Finale der Lagen-Staffel eingesetzt. „Das ist natürlich die Krönung, wenn man es in diese Staffel schafft“, gibt er zu. Umso schöner war es, dass er anschließend mit den Jungs auch die Medaille umgehängt bekam.

Das im modernen, extravaganten dreieckigen Design gestaltete Exemplar, das übrigens auch die Leichtathleten bei ihrer EM derzeit in Berlin erhalten, wird wohl einen Ehrenplatz am heimischen Medaillenbaum in der Wohnung der Eltern in Cottbus bekommen. Zuletzt bei den Kurzbahn-EM im Dezember 2017 in Kopenhagen schien Diener das Pech förmlich an den Füßen zu kleben. Ausgerechnet im Finale über 200 Meter Rücken brach ihm die Starthilfe weg, später folgten vierte und fünfte Plätze, zu guter Letzt platzte am Hintern sogar die Naht der Badehose beim Startabsprung. Zum Glück liegt er als Rückenschwimmer gleich im Wasser und springt nicht vom Startblock.

Bei der Militär-WM wieder auf Medaillenjagd

Das neue EM-Format mit mehreren Sportarten gleichzeitig und umfangreichen TV-Übertragungen gefällt Diener: „In den Pausen im Hotel haben wir auch immer den Fernseher eingeschaltet und bei den Leichtathleten oder Triathleten mitgefiebert. Das macht schon Spaß.“ Dass die deutschen Schwimmer mit acht Medaillen (je zweimal Gold und Silber sowie viermal Bronze) so erfolgreich wie lange nicht mehr waren, schreibt Diener „zuerst dem sehr guten Teamgeist“ zu. Außerdem meint er: „Die jungen Leute haben frischen Wind reingebracht.“ Schließlich sei es hilfreich gewesen, dass man frühzeitig die Normen erfüllen konnte und so keinen Druck mehr bei den Deutschen Meisterschaften hatte.

Für sich nimmt Diener die Erkenntnis mit: „Ich werde mich für das nächste Jahr wieder verstärkt auf die 200 Meter konzentrieren. Ich hoffe, die Schnelligkeit geht dann nicht verloren.“ Denn in der Lagen-Staffel würde er 2019 bei der WM schon ganz gern wieder dabei sein. Ab Donnerstag geht der Sportsoldat bei der Militär-WM in Samara/Russland wieder auf Medaillenjagd.

Von Peter Stein

10.08.2018
13.08.2018