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Sportbuzzer Felix Wolf schwimmt im Hightech-Anzug bei der WM
Sportbuzzer Felix Wolf schwimmt im Hightech-Anzug bei der WM
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17:05 12.07.2019
Felix Wolf gleitet über 200 Meter Rücken im Hightech-Anzug durch das Schwimmbecken von Rom bei den Weltmeisterschaften 2009. Quelle: Foto: Imago
Potsdam

Schwimmer Felix Wolf fühlte sich in jenen Tagen im Juli 2009 auch ein wenig als Dressman. Denn fast jeden Tag probierte er einen neuen Schwimm-Anzug aus. „Es gab da ein regelrechtes Wettrüsten und Wettbieten der Hersteller. Alle versuchten, immer neuere Produkte auf den Markt zu bringen. Das war zwar für die Firmen sehr kostenintensiv, aber wir Sportler profitierten davon, weil wir ja die Anzüge tragen sollten, um Werbung zu machen.“

Rekordfestival in Rom

Die deutschen Schwimmer Clemens Rapp (l-r), Paul Biedermann, Felix Wolf und Yannick Lebherz beglückwünschen sich nach dem Finale der 4x200 Meter Freistilstaffel zu ihrem Deutschen Rekord. Die USA gewann mit neuem Weltrekord Gold, das deutsche Quartett wurde Fünfter. Quelle: dpadpa

Die Weltmeisterschaften in Rom wurden so zu einem Rekordfestival. „In jedem zweiten Rennen gab es gefühlt einen Weltrekord. Das war unglaublich“, erinnert sich der Potsdamer, der damals über 200 Meter Rücken und mit der viermal 200 Meter Freistilstaffel an den Start ging. Während er im Einzel nach dem Vorlauf ausschied, schwamm er mit dem Quartett schon im Vorlauf Europarekord. Im Finale reichte es dann trotz einer noch schnelleren Zeit nur zu Platz fünf. Die damals erzielten 7:03,19 Minuten haben noch heute als deutscher Rekord Bestand. Mit dabei in der Staffel war damals Paul Biedermann. Der Hallenser hatte zuvor schon Gold über 400 und 200 Meter Freistil gewonnen und auf der kürzeren Distanz sogar Rekord-Olympiasieger Michael Phelps aus den USA geschlagen. „Biedermann war Startschwimmer und übergab an mich als Erster. Das war natürlich alles sehr aufregend“, erzählt Wolf. Zur Staffel gehörte auch Yannick Lebherz, der damals zwar noch für Darmstadt startete, aber schon in Potsdam wie Wolf bei Jörg Hoffmann trainierte.

16 000 Zuschauer auf der Tribüne

Wolf erinnert sich gern an diese denkwürdigen Titelkämpfe vor einem Jahrzehnt. „Deutschland mischte damals richtig mit, wir waren im Medaillenranking weit vorn dank Biedermann oder Britta Steffen. Für mich waren es die ersten Weltmeisterschaften, bei denen ich die Stars wie Phelps oder Ryan Lochte erlebte“, sagt der Potsdamer.

Obendrein gilt Rom mit dem 50- Meter-Becken im Foro Italico als Schwimm-Mekka. „Da sitzen 16 000 Zuschauer dicht am Schwimmbecken auf der Tribüne und veranstalten einen Höllenlärm“, bekommt Wolf noch heute fast Gänsehaut, wenn er sich daran erinnert.

Dass alle so schnell schwammen, lag natürlich auch an den Anzügen, in die sich die Schwimmer wie in ein Ganzkörper-Kondom zwängten. „Das Material gab schon Auftrieb, aber man musste sich ganz schön reinquetschen. Die Kompression war aber gut für die Muskeln. Weil alles sehr eng war, ging auch schnell mal etwas kaputt, wenn man das Material mit dem Daumen zu sehr gedehnt hat“, sagt Wolf. Die Anzüge reichten vom Knöchel bis zum Hals. Die Schultern mussten ebenso wie die Arme frei bleiben.

Aufkleber auf dem Schwimmbrett erinnert an Rom 2009

Danach wurden diese Badeanzüge wieder verboten. Die Badehose darf nur noch vom Bauchnabel bis zu den Knien reichen. Auch das erklärt, weshalb viele Rekorde von damals noch stehen.

Felix Wolf arbeitet heute als Polizist in Potsdam. Quelle: privat

Wolf hat so einen emotionalen Höhepunkt später nie wieder erlebt. Die Olympischen Spiele 2012 hatte er verpasst, bei der WM 2013 in Barcelona noch einmal Platz fünf in der viermal 100 Meter Lagen-Staffel belegt. „Davor war mir das Syndesmoseband im Knöchel gerissen, ich wollte aber die Staffel nicht im Stich lassen“, meint Wolf, der 2016 an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt war und seine leistungssportliche Laufbahn beendete. Der 29 Jahre alte Polizist hält sich aber weiter mit Schwimmen und Krafttraining je zweimal wöchentlich fit. Wenn er zu seiner früheren Trainingsgruppe in den Luftschiffhafen geht und seine Bahnen zieht, erinnert ihn noch ein Aufkleber von der Startkarte auf seinem Schwimmbrett an jene römischen Titelkämpfe im Juli 2009.

Von Peter Stein

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