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Sportmix Historischer Coup des MSV Zossen
Sportbuzzer Sportmix Historischer Coup des MSV Zossen
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11:17 14.05.2019
MSV Zossen, Volleyball, Aufstieg Regionalliga Quelle: privat
Zossen

Am Tag danach war Jakob Sommer immer noch heiser von der Aufstiegsparty, lautstark zu feiern gab es schließlich einen sportlichen Coup der Extraklasse. „Wir haben mit den Fans den Erfolg genossen und waren dann noch gemeinsam Essen“, sagte der Kapitän der ersten Volleyball-Mannschaft des MSV Zossen 07, „wir freuen uns sehr auf die Regionalliga. Wir sind jetzt nach der langen Saison erst einmal platt, aber sehr glücklich.“ Eine XXL-Spielzeit, die mit einem Ausrufezeichen, groß wie ein Mittelblocker, geendet war: In einem Krimi hatte sich der MSV am Sonntagnachmittag gegen den MTV Mariendorf im Ti-Break mit 3:2 (18:25, 25:16, 25:20, 23:25, 15:9) durchgesetzt.

Durch den Sieg in der heimischen Sporthalle in Dabendorf war dem MSV-Ensemble tatsächlich der Durchmarsch von der Landesliga in die vierthöchste Spielklasse gelungen und zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte konnte der Sprung auf die überregionale Ebene erkämpft werden. Die sportliche Ursache der Partie: Wegen des Rückzuges des CV Mitteldeutschland II war ein Startplatz frei geworden in der Regionalliga Nordost.

In der kommenden Saison treten nun drei Mannschaften aus der Dahme-Fläming-Region in der Liga zwischen Uckermark und Harz an: Neben dem Märkischen Sport-Verein 07 auch der Vorjahresvierte, die SG Prieros/KW und die SG Schulzendorf/NH KWh, die als Sieger der Brandenburgliga ebenfalls vor wenigen Wochen den Aufstieg erkämpft hatte. In den Lokalduellen dürfte um jeden Punkt besonders motiviert gekämpft werden, der Volleyballsport in der Dahme-Fläming-Region aber verfügt durch diese Konstellation über viel Potential und könnte mit gebündelten Kräften weiterentwickelt werden.

„Der Volleyball in der Region wird dadurch viel attraktiver. Vor allem die Derbys werden viele Zuschauer anlocken und unseren Sport in den Fokus rücken“, sagt Steven Wilke, der Trainer der SG Schulzendorf/NH KWh. Björn Langner, der Coach der SG Prieros/KW, hofft: „Für den objektiven Beobachter und enthusiastischen Fan gibt es eine Super-Alternative zu den Netzhoppers in der ersten Volleyball-Bundesliga. Unser Sport ist deutlich breiter aufgestellt, denn man kann sich zusätzlich auf sechs spannende Derbys freuen.“ Ende September ist bereits das erste Derby geplant: Prieros/ KW empfängt dann den MSV 07.

Bereits beim Relegationsspiel am Sonntag gab es vor der rekordverdächtigen Kulisse von 280 Fans einen sportlichen Schulterschluss: „Es waren auch Spieler aus Schulzendorf und von Prieros/KWH da und haben uns unterstützt“, berichtet Ronny Ackermann, der Sportliche Leiter der Volleyballabteilung des MSV Zossen. Dazu kam viel Teamwork der Zossener bei der Aufstiegspartie gegen den Vorjahreselften der Regionalliga Nordost. Aus Berlin und Sachsen-Anhalt hatte es keine weiteren Aufstiegsbewerbungen gegeben. „Unser Zusammenhalt war der Hauptgrund für den Erfolg“, sagt Kapitän Sommer, „und die unglaubliche Unterstützung der Fans, die uns zum Aufstieg regelrecht getragen haben.“

Gegen Mariendorf hatte der MSV erst einmal den Respekt ablegen müssen, sicherte sich dann aber am Ende mit viel Nervenstärke und Kampfgeist den historischen Aufstieg. Ronny Ackermann analysiert: „Es war letztlich ein knapper aber verdienter Sieg. Im ersten Satz haben wir nervös begonnen, ab Satz Nummer zwei haben wir dann aber unsere eigenen Stärken im Block und im Angriff immer besser ausgespielt.“

Beim MSV läuft nun der Countdown für den ersten Spieltag, der Mitte September ausgetragen wird. Gegner in der heimischen Halle wird der amtierende Regionalliga-Meister, die TSGL Schöneiche II sein. Auf den MSV, der noch vor rund zwölf Monaten in der Landesliga spielte, wartet ein sportlicher Quantensprung. Björn Langner, der die vierthöchste Spielklasse bestens kennt, sagt: „Der Unterschied ist schon ziemlich groß, die Liga wird immer mit den besten Teams aus Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt aufgefüllt. Dazu kommen die Absteiger aus der 3. Liga und im nächsten Jahr noch die jungen Talente des VC Olympia Berlin, das sind die besten Nachwuchsspieler Deutschlands.“ Auch Trainerkollege Steven Wilke urteilt: „Es gibt Jahre, da ist der Unterschied zwischen Brandenburgliga und Regionalliga nicht sehr groß, aber in der kommenden Saison treten dort starke Gegner an.“

Dazu kommen als zusätzliche Herausforderung eine größere Anzahl von Spieltagen und weitere Reisen – Rahmenbedingungen, auf die man sich nun beim MSV gut vorbereiten will. „Wir müssen jetzt dringend noch auf die Suche nach Verstärkungen gehen, um uns etwas breiter aufzustellen“, sagt Ackermann, „die aktuelle Kaderdecke wird für die Regionalliga nicht ausreichen. Wir wollen jetzt daran arbeiten, das aus dem Abenteuer ein längerer Aufenthalt wird und den Klassenerhalt in Angriff nehmen.“

Mehr Informationen zum MSV Zossen gibt es bei Ronny Ackermann unter Telefon 01 70/9 36 31 27.

Von Lars Sittig

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