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Sportmix Stabhochspringerin Wildgrube kommt rechtzeitig zur U20-EM in Form
Sportbuzzer Sportmix Stabhochspringerin Wildgrube kommt rechtzeitig zur U20-EM in Form
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19:08 16.07.2019
Leni Freyja Wildgrube beim Stabhochspringen auf dem Marktplatz in Schwerin. Quelle: Foto: verein
Potsdam

Als Stabhochspingerin Leni Freyja Wildgrube vom SC Potsdam am Montag die Koffer packte und zu den am Donnerstag beginnenden U20-Europameisterschaften der Leichtathleten nach Boras/Schweden reiste, kam sie sich fast wie auf einer Klassenfahrt vor. Denn zur Mannschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gehörten mit Lauré Scheutzow, Fabio Wünsche (beide Stabhochsprung), Finn-Ole Helbig (Speerwurf) und Jakob Johannes Schmidt (Gehen) gleich vier Mitschüler ihrer Klasse von der Sportschule in Potsdam. „Das ist einfach krass. Das sind quasi meine besten Freunde. Super, dass wir alle dabei sind.“

Erstmals mit einer Verletzung zu kämpfen

Dabei hatte Leni Wildgrube im Herbst noch auf die Kursfahrten ihrer Klasse 12 nach Paris und Madrid verzichten müssen, weil sie an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires teilnahm. In Argentiniens Hauptstadt hatte sie ebenso Gold geholt wie ein paar Monate zuvor bei den U18-Europameisterschaften in Györ/Ungarn. Doch das nächste große Reiseziel für 2019 – Boras – geriet plötzlich in Gefahr, als sich die 17-Jährige im Februar verletzte. Sie erlitt einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel. „Das war das erste Mal, dass ich länger pausieren musste. Es war für mich schwer, damit klar zu kommen“, berichtet sie. Als die Potsdamerin ins Trainingslager in die Türkei fuhr, traten die Schmerzen wieder auf. „Sich bei einer Verletzung in Geduld zu üben, ist das Schwerste“, hat sie eine wichtige Erfahrung gesammelt. Erst zu Pfingsten Anfang Juni konnte sie in Holzminden wieder bei einem Wettkampf antreten – aber mit angezogener Handbremse. Aus acht Schritten Anlauf schaffte sie 3,70 Meter. Gewohnt war sie, bei 3,90 Meter in den Wettkampf einzusteigen. „Das war alles wie ein Neuanfang. Ich hatte manchmal das Gefühl, das Springen verlernt zu haben.“

Immer wieder in Geduld üben

Zur Sicherheit trug sie immer eine Bandage am Oberschenkel, der verletzt war. „Das war vor allem für den Kopf“, gesteht Leni Wildgrube. Ihr Trainer Toralf Neumann stand ihr bei, redete ihr Mut zu und mahnte ebenfalls immer wieder, Geduld zu haben. Zudem meisterten die anderen Stabhochspringerinnen aus ihrer Trainingsgruppe wie Lauré Scheutzow und Moana-Lou Kleiner bereits Höhen von 4,10 Meter.

Aber Leni Wildgrube spürte langsam wieder das Vertrauen in das eigene Können. „Die EM habe ich nie aus den Augen verloren. Ich wusste immer, bis dahin werde ich wieder fit.“ Bei der Junioren-Gala in Mannheim schaffte sie aus zehn Schritten Anlauf 4,15 Meter und die Qualifikation. Am vergangenen Samstag beim Marktplatzspringen „Schwerin fliegt“ hob auch die Wildgrube Air wieder ab – und zwar aus vollem Anlauf mit 14 Schritten.

Bestleistung vor der Abreise zur EM

„Das hat wieder richtig Spaß gemacht“, zeigte sich die junge Athletin erleichtert. Mit 4,30 Meter steigerte sie ihre Bestleistung aus dem Vorjahr um vier Zentimeter. „Und meine Versuche über 4,40 Meter waren nicht schlecht“, schöpft sie mit Blick auf die EM wieder Mut, zumal sie sich auf Platz zwei in der europäischen U20-Jahresbestenliste katapultierte.

Dabei vertraut Leni Wildgrube auch auf ihre bereits erstaunliche Wettkampfhärte. „Ich bin eigentlich selten aufgeregt, kann relativ locker in die Wettkämpfe gehen und mich sehr fokussieren. Davon habe ich schon immer profitiert. Ich weiß, ich kann hoch springen und mich durchsetzen.“ Mithin wird der Trip nach Schweden nicht nur eine lustige Klassenfahrt. Leni Wildgrube hat sich was vorgenommen.

Von Peter Stein

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